Archiv Abseits

Ein Saisonabschluss wie gemalt: Sieg beim eigenen Turnier im Elfmeterschießen gegen Verbandsligist Füchse. Und viel Harmonie und Spaß danach.

11. Juli. Wie stellt man sich einen Wunsch-Saisonausklang vor? Mit prächtigem Sommerwetter, einem fairen und interessanten Turnier mit netten Gästen. Möglichst noch einem Turnier-Sieger SC Borsigwalde. Aber bitte nicht einfach so, unspektakulär – nein, sondern mit Dramatik und Elfmeterschießen. Und danach dann noch eine gemütliche, harmonische Abschlussfeier. Ende der turnier1Wunschliste. Und was soll ich sagen? Genau so kam es. Wir erlebten heute unseren Traum-WP_20150711_008[1]Saisonausklang. Aber der Reihe nach. Wir hatten nach dem Modus jeder gegen jeden vier Teams eingeladen, die also jeweils drei Partien über 30 Minuten absolvierten. Wenig Wartezeit, viel Turnier2 Turnier3 Turnier4Fußball. Nach dreieinhalb Stunden war das Turnier gespielt. Geleitet wurden die Partien von Mark WP_20150711_004[1]und Luca, an die auf diesem Wege noch einmal ein herzliches Dankeschön geht. Ebenso an Andreas, unseren Schiri-Obmann, der das für uns organisiert hatte. WP_20150711_003[1]Spiel eins bestritten wir gegen den SV Lichtenberg 47, im Übrigen ein Staffelgegner von uns. Es dauerte ein bisschen, bis wir die Turnier5 Turnier6Jungs geknackt hatten – aber dann machte sich bemerkbar, dass wir schon eingespielter sind. Am Ende ein 4:0 für Borsigwalde. Nun hatten wir nur fünf Minuten Pause, bevor es gegen unsere Freunde vom BSC Rehberge ging. Wir hatten das Spiel klar im Griff, gingen aber sehr schludrig mit unseren Chancen um – und mussten am Ende noch zittern, weil Rehberge sich noch auf 1:2 heran Turnier7robbte. Während Lichtenberg (letztlich durch das 2:3 Vierter) und Rehberge (Dritter) nun die Plätze ausspielten, kam es für uns gegen die Füchse Berlin Reinickendorf zu einem echten Endspiel. Die Füchse aus der Verbandsliga von Beginn an spielbestimmend – wir aber giftig, gallig, gierig. Früh Turnier8 Turnier9pressend. Und genau das führte zu unserem 1:0, das wir leidenschaftlich verteidigten – und immer wieder Nadelstiche durch Konter setzten. Zehn Minuten vor Spielende dann eine strittige Situation: Der Ball prallte gegen den Innenpfosten – und von dort wieder heraus (siehe Foto). Der Schiedsrichter aber gab Tor – ärgerlich, weil später auch der Fotobeweis etwas anders sagte. Aber WP_20150711_011[1]WP_20150711_012[1]was mir nun imponierte: Die Borsigboys gaben nicht auf, spielten noch mit mehr Elan nach vorne als zuvor. Wir kamen so kurz vor Spielende noch zu einem Lattentreffer und weiteren Chancen. Es blieb aber beim 1:1, das wir uns redlich verdient hatten – und es kam zum Elfmeterschießen. Um WP_20150711_013[1]es kurz zu machen: Alle unsere fünf Schützen und die Schützin blieben cool, einen hielt unser Keeper – Turniersieger. Jubel und Trubel. Bei der Siegerehrung gab es für jede Mannschaft einen Nike-Ball, Urkunde und Süßes, für uns den Pokal. Ich muss sagen: Das war von uns phasenweise richtig guter Fußball. wieder mal bestens dokumentiert von Carsten mit der Action-Kamera. Für Borsigwalde spielten heute: Onur B., Kais, Bianca, Melvin, Momo, Eren, Jan, Vincent, Tobias, Simon, Muhudin, Daniel, Malcolm, Onur Y., Pascale, Ahmed, Nico.

Danach unsere Saison-Abschlussfeier. Auch rundum gelungen. Das Team des Borsigheims hatte sich gut organisiert, wirbelte am Grill und hinter den Tresen – und so ging auch kulinarisch letztlich WP_20150711_016[1]WP_20150711_017[1]WP_20150711_019[1]WP_20150711_021[1]jeder zufrieden nach Hause. Dazwischen wurde noch einmal viel gelacht, gequatscht, offizielle Reden geschwungen – und verabschiedet. Präsente gab es für Kassenwart Tobias und die beiden Trainer. Wobei ich sagen muss: Dieses Geschenk für mich (ein Megaphon) ist wirklich der Knaller. Danke an die Eltern! Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen. Ich habe mir sagen lassen, dass sich eine Mutter davon hat inspirieren lassen, wenn ich beim allseits geliebten Konditionstraining spaßeshalber ein großes Hütchen zur Verstärkung meines Stimmchens zur Hand genommen habe. Verabschiedet wurden mit Käpt`n Tim, Fabian und Marcel unsere drei 2000er, die eine gute Saison gespielt haben und Stützen waren für die junge Mannschaft. Wir werden das Trio vermissen. Tränen flossen heute bei Deniz, der schon bei NNW unser Team-Betreuer war – und der nun aufhören muss. Es warten viele Therapien auf ihn, die ein Weitermachen unmöglich machen. Hinzu kommt das Problem mit dem Weg vom Wedding nach Borsigwalde, den er alleine WP_20150711_018[1]nicht bewältigen kann. Schade – aber auch Deniz wurde gebührend verabschiedet. Bevor wir noch alle gemütlich beisammen saßen und fast vier Stunden quatschten, gab es natürlich noch einen Saisonausblick: Ohne wenn und aber wollen wir aufsteigen. Wenn es nicht gelingt – dann ist eben WP_20150711_022[1]WP_20150711_023[1]so, aber wir müssen am Ende sicher sein, alles dafür getan zu haben. Am 11. August fällt dafür der Startschuss. Ansonsten bringen wir Trainer die Saison mal so auf den Punkt, was die Zusammenarbeit mit den Kindern und Eltern angeht: Leute, es war uns ein Vergnügen. Hat Spaß gemacht. Jetzt geht es aber erst richtig los!

Tolle Pfingstreise mit Sonne, Strand und Meer. Gastfreundschaft pur beim TSV Dahme und ein überraschender Turniersieg beim SV Schackendorf

25. Mai. Ich sage es mal am besten mit unserem kleinsten Reiseteilnehmer. Louisa wollte sich am Montag gar nicht lösen von ihrem Riesen-Sandkasten, bevor sie in den Bus kletterte. Dann sagte WP_20150522_017[1]WP_20150522_005[1]WP_20150522_013[1]sie: „Tschüss liebes Meer. Danke für den schönen Sandkasten, danke für den schönen Strand. Bis zum nächsten Jahr.“ So genau weiß man das ja nie genau im Leben – aber eines bringt diese Szene zum Ausdruck: So manchem fiel der Abschied aus Dahme an der Ostsee verdammt schwer. Es war wieder eine wunderbare Reise, bei der nahezu alles perfekt war. Das Wetter spielte mit, unser Kerngeschäft Fußball florierte – und zwischenmenschlich ist die Truppe wieder ein Stück zusammen gerückt. Sehr zum Leidwesen manches erwachsenen Reiseteilnehmers, der speziell von Freitag auf Samstag und in der letzten Nacht mehr Ruhe und weniger Zimmer-Party gehabt hätte – aber gut, es sind halt Jungs. Eine gute Entscheidung war jedenfalls, auf die Handys zu verzichten. So gab es viele Gespräche, gemeinsames Tischtennis spielen – und vor allen Dingen: Fußball, Fußball, Fußball. Der Bolzplatz bei der Jugendherberge war dauerhaft von uns belegt. Der Reihe nach: Am ersten Tag landeten wir um 17.20 Uhr in Dahme. Zimmer beziehen, Essen fassen (und das Essen ist in dieser Jugendherberge ein absolutes Gedicht) – und auf zum Strand und zum WP_20150522_031[1]Fußballplatz. Die Spieler durften die Zimmereinteilung selbst vornehmen. Am nächsten Tag nieselte es erst ein wenig – aber um 11 Uhr kam die Sonne. Wir hatten uns zu einem Blitzturnier beim TSV Dahme verabredet. Eigentlich sollte die SG Störtal dazu stoßen – die aber Donnerstagnacht WP_20150522_020[1]absagte. Schade, aber es wurde auch so richtig schön. Der Trainer und die Jungs aus Dahme sind echt schwer in Ordnung. Wir bildeten drei Teams und kickten auf einem Rasenplatz, der den Begriff Rasenteppich verdient hat. Ob da einer mit der Nagelschere schneidet? Unsere WP_20150522_021[1]Borsigboys & Girls kombinierten aus einem Guss. Und das, jetzt kommt der Clou – ob wohl die Mannschaften ausgelost wurden. Die Auslosung behielten wir auch am Sonntag bei. Um zu demonstrieren: Es geht hier nicht so sehr um Ergebnisse. Kurzum: Es gab am Samstag für jedes der drei Teams 80 Minuten Fußball pur, dazwischen ein Grillfest vor dem WP_20150522_011[1]WP_20150522_024[1]WP_20150522_023[1]WP_20150522_019[1] WP_20150522_028[1]Vereinsheim, das „Möwennest“ heißt. So idyllisch war es auch beim TSV Dahme, der als JSG Baltic Stars in einer Spielgemeinschaft kickt. Für den Trainer nicht so einfach, jede Saison im ländlichen Raum aus mehreren Teams eins zu machen – aber in ihrer Staffel lagen die Jungs (und das Mädchen im Tor, das sehr gut hielt) lange Zeit ganz vorne, sind aktuell Vierter. Wie gesagt, die Ergebnisse sind nicht ganz so wichtig, aber Borsigwalde hat immer gewonnen. So mancher Besucher der Spiele lobte unsere Kicker für ihren Elan und ihr Kombinationsspiel. Platz eins und zwei also nach insgesamt sechs Partien für die Borsigboys. Gespielt wurde in Neuner-Mannschaften, von Strafraum zu Strafraum. Mal was anderes. Hat den Borsigwaldern richtig Spaß gemacht. Auf diesem Wege noch einmal ein herzliches Dankeschön an Piet und seine C-Jugend vom TSV Dahme. Vielleicht können wir das Ganze ja im nächsten Jahr wiederholen. Und natürlich wärt Ihr auch bei uns herzlich willkommen. Übrigens: Womöglich haben wir auch so gut gespielt aufgrund der „Anreise“ – 1,6 km Fußmarsch bis zum Waldstadion, das direkt am Waldesrand liegt. Mal was anderes. Danach ging es bei herrlichem Wetter an den Strand, das Trainerteam machte sich sogar zum längeren Strandspaziergang auf – um eine Sky-Kneipe zu finden. Nun ja, nur halbwegs erfolgreich. Dafür verirrten wir uns noch in irgendwelchen Hirse-Feldern, weil wir nicht die von Wolf bereits täglich erprobte Jogging-Strecke nach Kellinghusen nutzen – sondern abkürzen wollten. Der Sonntag führte uns zu unserem Freund Jürgen Esch vom SV Schackendorf. Nimmt man die NNEW-Zeit dazu, war das unser sechster Auftritt bei diesem traditionsreichen Pfingstturnier (27. Auflage). Was soll ich sagen? Wieder zwei Teams – und die Verabredung, dass wir pro Partie zwei Spieler „rüberschieben“ durften. Das haben wir auch ganz fair genauso gemacht. War nicht leicht für die Spieler, bei wirklich hochsommerlichen Temperaturen durchzuhalten, mancher Akku war am End leer nach jeweils fünf Partien à 15 Minuten pro Team auf einem Rasen, in dem man regelrecht versank. Da sollten sich die Schackendorfer mal den Greenkeeper aus Dahme WP_20150522_032[1]WP_20150522_035[1]WP_20150522_036[1]ausleihen… Der Turnierverlauf unserer ausgelosten Team, nun ja: kurios. Lange waren wir Trainer gar nicht zufrieden, so fiel in den ersten sechs Partien für Borsigwalde nicht einmal ein Tor. An einen möglichen Turniersieg dachte da keiner. Doch auch in den anderen Spielen fielen kaum Treffer, gab es fast nur Unentschieden – ein klares Indiz dafür, dass es heute keine Übermannschaft gab (auch nicht die Hamburger Jungs vom SC Alstertal Langenhorn, die nach eigenem Bekunden in der höchsten Klasse spielen und auf Augenhöhe mit dem HSV sind), sondern alles recht ausgeglichen war. Während das Turnier also so vor sich hinplätscherte, der Co-Trainer öfter mal hyperventilierte weil die Referees teilweise nicht gerade Bundesliga-Niveau hatten, fingen wir vor unserem letzten Spiel mal spaßeshalber an zu rechnen (kein Scherz). Und, siehe da: Ein Sieg – und wir wären mit WP_20150523_001[1]WP_20150522_037[1]WP_20150522_042[1]WP_20150523_002[1]acht Punkten aus fünf Partien Turniersieger. Geht nicht? Und ob. Jetzt legte die Truppe von Borsigwalde II aber nochmal richtig Kohlen auf, spielte die SG Störtal (heute waren sie gekommen) gut weg – und siegte mit 2:0. Erster Platz. Die andere Truppe wurde mit fünf Zählern Vorletzter – so kurios kann manchmal Fußball sein. Denn hätten sie das direkte Duell nicht kurz vor Schluss mit 0:1 verloren, wäre gar keiner von uns Turniersieger geworden. Und bei einem Sieg von Borsigwalde I wären die Erster geworden. Das nenne ich mal Turnier-Arithmetik. Die Ergebnisse im WP_20150523_010[1]WP_20150523_005[1]Einzelnen: Borsigwalde – TSV Bemerode 0:0, 0:0; Borsigwalde SC Alstertal 0:0, 0:2; Borsigwalde – SG Störtal 0:0, 2:0; Borsigwalde – TuS Lübeck 93 0:1, 2:1. Damit hatten die Jungs und das Mädel auf den letzten Drücker erreicht, dass die von uns ausgesetzte Prämie eingelöst und sie bis zwei Uhr nachts aufbleiben durften. Was sie auch WP_20150523_012[1]ausnutzten. Und dafür sorgte, dass die Rückfahrt recht ruhig verlief. Alles in WP_20150523_018[1]allem: Eine wieder rundum gelungene Pfingstreise. Soviel sei schon verraten: Wir haben Unterkunft fürs nächste Jahr schon wieder gebucht… Tschüss – und auf ein Wiedersehen, liebe Ostee… Und ein herzliches Dankeschön auf diesem Wege an alle, die mitgekommen sind, vor allem Chef-Organisatorin Tanja – und an unseren langjährigen Busfahrer Ulf und seine Gattin Hilke. Auch Ihr wart wieder super.

WP_20150523_024[1]WP_20150524_004[1]WP_20150524_005[1]WP_20150524_012[1]WP_20150524_001[1]WP_20150524_008[1]WP_20150523_026[1]WP_20150524_020[1]WP_20150524_021[1]WP_20150524_035[1]

Der Istria-Cup und ein intensiver Dialog: Ernst genommen, aufgearbeitet – und Zeichen von Komm mit

UPDATE, 12. Mai, zum Istria-Cup.

Auf diesem Wege noch ein kurzes Fazit zu unseren Problemen bei der Kroatien-Reise, die auf dieser Seite ausführlich beschrieben wurden. Was die Kritik z.B. am Turnierleiter angeht, haben wir nichts zurück zu nehmen. Wir bleiben dabei: So darf ein Turnierleiter nicht agieren. Allerdings haben auch wir in den vergangenen Wochen Verständnis für die „andere Seite“ entwickelt. Das liegt in erster Linie daran, dass Florian Heuschmid, einer der Geschäftsführer von Komm mit auch versucht hat, Verständnis für unsere Seite zu entwickeln. So entstand, wie ich finde, ein fruchtbarer und konstruktiver Dialog. Herr Heumschmid wird mir als sympathischer und verständnisvoller Gesprächspartner in Erinnerung bleiben! Zuerst erreichte uns ein langer, achtseitiger Brief aus Bonn, aus der Komm-mit-Zentrale. Dem dann ein langer Brief unsererseits folgte. Und wiederum ein Brief von Komm mit. In dem sich übrigens auch noch die restlichen Medaillen für unser Team befanden (Ausgabe dieser Tage beim Training). Vor wenigen Tagen nun ein 90minütiges Telefonat meinerseits mit Herrn Heuschmid. In diesem Telefonat, auch schon in den Briefen zuvor, wurde sehr wohl eingeräumt, dass auch aus Sicht von Komm mit nicht alles gut gelaufen ist. Vor allem, was das Gespräch am Tag nach dem Vorfall angeht. Dass zum Beispiel die Hauptbetroffenen, unsere farbigen Spieler, nicht befragt wurden – sowas würde wohl künftig anders gehandhabt. Auch unser Eindruck von einem Turnierleiter, der uns nicht ernst nahm – wurde nun sehr wohl zur Kenntnis genommen. Ich denke, das wird Komm mit nun intern auswerten. Gleichzeitig wurde deutlich, wie schwer die Beweislage gegen Istra Pula zu dokumentieren ist – und somit ein Ausschluss wohl tatsächlich nicht möglich war. Das liegt auch daran, dass Istra Pula erstmal dicht gemacht hat – und in der Folge Vorwürfe gegen uns erhoben hat. Aussage gegen Aussage – der Klassiker. Es gibt nun mal leider kein Ton- oder Bildaufnahmen von den rassistischen Beleidigungen. Die Angriffe auf unser Team nach dem Spiel sind hingegen beweisbar – und es wurde mir von Komm mit versichert, dass Istra Pula dafür (also auch für das Verhalten von Eltern oder Fans) auch kritisiert wurde – und Sanktionen für den Wiederholungsfall angedroht wurden. Gleichzeitig ist aber auch klar: Komm mit hätte das Thema noch einmal bei der Siegerehrung ansprechen können. Auch das haben wir nochmal zum Ausdruck gebracht. In jedem Fall habe ich den Eindruck gewonnen, dass man sich mit uns und unseren Befindlichkeiten mittlerweile beschäftigt hat. Intensiv. Man sollte auch einem Veranstalter zugestehen, aus solchen Vorfällen zu lernen. So wie wir lernen müssen. Ganz klar: Wir hätten das Spiel vorzeitig beenden müssen. Selbst auf die Gefahr hin, Kopfschütteln zu ernten. Komm mit hat uns nun angeboten, eine Spende zu entrichten, möglicherweise auch in Sachleistungen. Das hätte letztlich auch für uns sein können – aber das wollen wir gar nicht. Ich denke, es ist viel besser, die bemerkenswerte Summe fließt an Projekt, das mit dem Thema zu tun hat. Ich denke, es wird auf ein soziales Projekt zu Flüchtlingsarbeit und Fußball hinauslaufen, zu dem auch der SC Borsigwalde eine enge Beziehung hat. Wenn das in trockenen Tüchern ist, werde ich Euch informieren. Da ich selbst nicht bei Facebook bin, würde ich mich freuen, wenn sich aus den Reihen der dort aktiven Kritiker nun auch jemand findet, der der virtuellen Außenwelt das Wichtigste mitteilt: Dass wir uns in dieser Angelegenheit von Komm mit mittlerweile ernst genommen fühlen. Und dass der Vorfall auch die Sinne des Veranstalters zweifellos geschärft hat. Rückgängig können wir alle das Erlebte leider nicht mehr machen. Mit sportlichem Gruß! Matthias.

Istria-Cup, unser Fazit: „Die Reise war übertrieben cool.“ Teamgeist gestärkt. Komm mit verspricht Aufklärung. 

07. April. Wir sind wieder gut gelandet in Berlin. Erst nachts um fünf, weil uns eine Vollsperrung in Österreich drei Stunden kostete – aber gesund und munter (nun ja…). Um unsere Reise nach Kroatien zum 18. Istria-Cup tobt immer noch eine Diskussion. Auch über Facebook, bekanntlich ja nicht gerade mein Lieblings-Medium – aber das jüngerer Leute… Auch hier hat Komm mit versprochen, Aufklärung zu betreiben. Das, was vor Ort in Kroatien aus unserer Sicht nicht stattfand. Da es auch zufriedene Komm-mit-Fahrer ohne Ende gibt, mag es sein, dass wir das Pech hatten und einen WP_20150403_005[1]überforderten Turnierleiter erwischt haben. Wie gesagt: Dieser Bernhard Martini hat sich bisher nicht geäußert, nicht das Gespräch mit uns gesucht. Man hört nur, dass er sehr unglücklich damit ist, dass wir das Ganze über unsere Homepage so an die große Glocke gehängt haben. Das kann ich verstehen, weil es ja gilt, den Schein zu wahren. Auch für andere. Bei der Siegerehrung stellte sich ja der Geschäftsführer von Komm mit, Markus Egyptien, nochmal hin und ratterte seine Come-together-und-Fairplay-Slogans runter. Er sprach auch von ein, zwei Spielen, die „nicht so fair“ verlaufen sind – auch hier verpasste er die Chance, noch einmal klar zu sagen, dass es zu rassistischen Vorfällen gekommen sein soll (er hätte gerne den Konjunktiv wählen können, da ja WP_20150403_007[1]Komm mit hier seine groß angekündigte und als Selbstverständlichkeit gepriesene Aufsichtspflicht auf den Plätzen massiv verletzt hat und vor Ort nur einen nicht Deutsch sprechenden Praktikanten hatte) und vor allem: Dass Komm mit sich gegen Rassismus stellt. Anders ausgedrückt: Einer unserer Spieler mit afrikanischen Wurzeln war gut genug, um die Komm-mit-Fahne beim Einlaufen zu tragen – wie es ihm nach diesem Spiel ging, interessierte keinen. Wie gesagt: Unser Eindruck WP_20150406_002[1]WP_20150406_003[1]WP_20150406_001[1]ist, dass man solche Vorfälle unter den Tisch kehren will, um das heile Bild von der Jugend Europas, die sich zum entspannten Kicken trifft, nicht zu zerstören. Letztlich geht es ja auch darum, Fußballreisen zu verkaufen. Nun, nach den Ankündigungen aus der Bonner Komm-mit-Zentrale sind wir gespannt, wie die Aufklärung aussieht… Der Glaube stirbt zuletzt. Und eines müssen wir auch festhalten: Es ist IHR Turnier, nicht unseres. Wir können nicht richten. Nur eines haben wir deutlich gemacht, indem wir bereits kurz nach dem Spiel gegen Pula eines klargemacht haben: Wir wollen, dass Pula ausgeschlossen wird aus dem U15-Wettbewerb – aber wir wollen keinesfalls nachrücken. Für uns ist das Turnier hier und heute beendet – obwohl wir nach einem leidenschaftlichen und fußballerisch guten zweiten Tag zu Unrecht ausscheiden mussten aufgrund der Rahmenbedingungen. Uns ging es also nicht um eigene Interessen, sondern um Elementares: Fairplay. Ansonsten ist unser Eindruck, dass diese Reise das Team zusammen geschweißt hat. Es wächst zusammen, was zusammen gehört. Dazu hier die Wortmeldungen der Spieler. Und ein besonderer Dank geht von Seiten des Trainerteams von Wilhelm und Norbert, die einen sensationellen Job gemacht haben als Betreuer der Mannschaft. Das war großes Kino! Oder, wie es Norbert ausdrückte: „Eine angenehme Truppe. Es haben sich neue Allianzen im Team gebildet.“

Hier nun, zum Abschluss, die Hauptakteure, unsere Spieler:

Melvin : „ich fand es von den Trainer nett, dass sie es uns ermöglicht haben, auch mal in einem anderen Land Fußball zu spielen. Die neuen Trikots sind super, schlecht war das Spiel gegen die aggressiven Spieler von Pula.“

Onur: „Es war geil! Nur eines war schlecht: Ich fand zwei Mädchen von den U17-Teams superhübsch, die aber keine Fotos mit mir machen wollten – ich sei zu jung, haben sie mir gesagt. Gut war, dass wir NNW-Spieler uns sehr gut mit den Borsigwaldern verstanden haben.“

Tim: „Ich fand die Reise übertrieben cool.“

WP_20150405_004[1]Marcel: „Es war alles gut – außer das Spiel gegen Pula. Die waren richtig fies. Es war gut, dass wir uns die Zimmerbelegung nicht aussuchen durften – damit wir uns untereinander besser verstehen. Das hat geklappt.“

Daniel: „Das Turnier hat Spaß gemacht, nur der eine Vorfall gegen Pula war blöd. Da wiederum war gut, dass wir als Team bei der Siegerehrung diese Aktion gemacht haben.“

Maurice: „Die Reise hat uns geholfen, ein Team zu werden. Wir haben uns gefunden, man hat mit Jungs kommuniziert, zu denen man bisher nicht so viel Kontakt hatte. Nicht so gut war der kalte Pool – und die rassistischen Angriffe gegen unsere farbigen Mitspieler durch die Pula-Spieler. Das war krass, wie die die ganze Zeit beleidigt haben.“

Jan: „Ich habe neue Freundschaften gefunden. Schlecht waren der kalte Pool, und dass das Fußballspielen auf dem Hotel-Platz extra gekostet hat. Ich würde aber gerne nächstes Jahr wieder so eine Reise machen.“

WP_20150402_017[1]Malcolm: Ich fand die Reise toll. Ich habe die Aussicht aufs Meer vom Hotelzimmer genossen. Und wir haben eine neue Freundschaft zu dem Team von Weiss-Blau Frankfurt. Schlimm war das Spiel gegen Pula. Aber was soll man machen? Das ist ihre Denkweise. Die hassen uns Farbige.“

James: „Ich fand die Reise gut – auch weil wir lange aufbleiben durften, die Trainer das nicht so eng gesehen haben mit den Spielen am nächsten Tag. Traurig war für mich, dass ich rassistische beleidigt wurde. Diese Spiel gegen Pula werde ich nie vergessen. Das war leider wirklich sehr schlimm.“

IMG-20150404-WA0002[1]Pascale: „Ich habe neue Freunde gefunden, in der eigenen Mannschaft. NNW und Borsigwalde sind zusammen gerückt.. Das Turnier war auch gut – bis auf das eine Spiel.“

Fabian: „Ich fand die Reise gut. Ich hätte nur gerne das Finale im Stadion gespielt…“

Melvin: „…ja, wenn wir gewusst hätten, dass das Finale im Stadion stattfinden, hätten wir uns bestimmt mehr angestrengt… Bis auf die lange Busfahrt war wirklich alles schön.“

Hussein: „Alles toll. Außer das Spiel gegen NK Istra Pula. Sehr schön war die Eröffnungsfeier.“

Eren: „Alles super. Nur die Zimmer waren zu eng. Schlecht war das Wetter an dem einen Tag.“

Kais: „Es hat Spaß gemacht. Leider war ich krank und konnte deshalb nicht so viel zeigen. Die Typen von Pula, die uns so beleidigt und angegriffen haben, sind einfach nur doof.“

Bianca: „Alles gut. Außer die Idioten von NK Pula.“

Simon: „Ich habe mich mit vielen Spielern angefreundet. Das war richtig gut für den Teamgeist.“

Vincent: „Mir hat die Reise Spaß gemacht: ein anderes Land, ein anderer Fußball – das ist doch eine schöne Erfahrung. Was NK Pula abgezogen hat, dafür habe ich nur ein Wort übrig: asozial!“

Ahmed: „Ich habe geweint, als der eine Vater von Pula mich getreten hat. Ich konnte ja gar nicht mehr laufen. Aber jetzt ist alles wieder gut. Wichtig ist doch, dass wir als Mannschaft uns gut verstanden haben. Es gibt nicht mehr zwei Lager, NNW und Borsigwalde – wir sind jetzt eine Mannschaft. Und unsere neuen Trikots sind super.“

Nico: „Das war in Ordnung, hat unseren Teamgeist gestärkt. Das Pula-Spiel war nicht so schön – und die Busfahrt zu lang.“

Istria-Cup: Von Fairplay, Scheinheiligkeit und Heuchlerei. Borsigboys & Girl setzen zumindest ein kleines Zeichen gegen Rassismus.

5. April. Heute setzten wir ein Zeichen. Bei der Siegerehrung zum 18. Istria-Cup, bei der alle 64 Teams anwesend waren, nahmen wir nur unsere Medaille und den Pokal in Empfang. Dann stellten wir uns hin, hoben die rechte Faust wie einst schon afroamerikanische US-Leichtathleten bei Olympia und riefen: „Wir sagen nein zu Rassismus.“ Dem Turnierleiter Bernhard Martini und dem Geschäftsführer von Komm mit, Markus Egytien, verweigerten wir den Handschlag. Nicht demonstrativ, wir drehten uns einfach nur weg. Trainerkollegen kamen später zu uns und sprachen von einer guten, auch von einer „coolen Aktion“, so wie der Trainer der U19 des TSV Venningen-Fischlingen: „Was Ihr erlebt habt, darf nicht unkommentiert bleiben.“Um Aufsehen ging es uns nicht, aber schon sehr wohl WP_20150405_006[1]darum, Menschen nicht die Hand zu schütteln, denen man Heuchlerei unterstellen muss. Wie waren doch die letzten Worte von Herrn Egytien bei der Siegerehrung? „Für uns“, also Komm mit, sei er der „wichtigste Pokal“ … „Für ein friedliches Miteinander auf und neben dem Platz.“ Er sprach vom Fairplay-Pokal, den er bei der Eröpffnungsbesprechung unter den Trainer hatte rumgehen lassen. Dolles Ding. Wie wichtig der Pokal den Organisatoren ist, konnte man dann auch daran sehen, dass da das Stadion bei der Überreichung schon nahezu leer war – bis auf 40, 50 Nasen, die offenbar teilweise schon wussten, dass sie das WP_20150405_012[1]Teil kriegen. Wofür, wurde nicht gesagt. Und ja, von uns aus hätten sie das Ding auch ins Mittelmeer werfen können. Denn aus unserer Sicht wurde in dem einen Spiel gegen uns folgenlos Fairplay mit Füßen getreten. Ach ja: Auf den Medaillen stand „No racism“… Viele wissen mittlerweile, was uns passiert ist, WP_20150405_011[1]viele hat das bewegt. Nur den Veranstalter nicht. Der Turnierleiter Martini, dem ich in nur zwei Sätzen bei der Siegerehrung mitgeteilt was ich von ihm halte, hat nicht einmal das Gespräch mit uns gesucht – aber von mir verlangt, am Samstag bis 17 Uhr einen Bericht abzuliefern, damit er WP_20150405_015[1]WP_20150405_017[1]WP_20150405_002[1]der Sache nachgehen könne. Nochmal: Der will nen Bericht von mir – und spricht nicht einmal mit mir drüber. Gaaaaanz schwach. Tags darauf, um elf Uhr, hatten wir ein Gespräch bei Komm mit: Da grüßte Herr Martini uns nicht einmal, geschweige denn nahm er an dem Gespräch teil. Um es mit Oliver Kahn zu sagen: Der hat das nicht, was man braucht, um mitspielen zu können, wenn es mal hart auf hart kommt. Eier. Und: Am nächsten Tag um elf Uhr,. als 20 Stunden nach dem Spiel, hatten sie von Komm mit-Seite vom gegnerischen Trainer noch keinen Bericht eingefordert – oder mit ihm gesprochen. Sieht so das Bemühen um Aufklärung aus? Um es ansonsten kurz zu machen: Komm mit hat den Schiedsrichter aus dem Skandal-Spiel gegen NK Istra Pula rasiert, der soll angeblich nie mehr ein Spiel leiten dürfen unter der Flagge dieses Organisators – das schwächste Glied wurde also ausgetauscht. Nicht mehr als Alibi vom Veranstalter, der hier in Pula ein schwaches Bild abgab. Istra Pula durfte weiter mitspielen, so als wäre nichts geschehen. Der Geschäftsführer, um im Bild zu bleiben, eierte rum: Man wisse ja nicht, was genau passiert ist… Ja, auch wiel – entgegen der Ankündigung – keiner vor Ort war, der sich kümmerte auf den Plätzen. Dabei gab es unzählige neutrale Zeugen (zum Beispiel Busfahrer), die der Turnierleitung geschockt gemeldet hatten, wie unsere Spieler geschlagen und beleidigt wurden. Ich sage: Da gingen einige den einfachsten Weg. Mit NK Pula will man es sich vor Ort nicht verscherzen, man braucht die Plätze dieses sauberen Klubs, der auch bei der U13 wütetet: Drei Rote Karten und zwei Zeitstrafen in einem Spiel, zudem nicht spielberechtigte Spieler eingesetzt. Und trotzdem durften sie auch dort weiterspielen, einen Pokal in Empfang nehmen. Was uns betrifft: Diese Nicht-Reaktion von Komm mit ist ein weiterer Schlag ins Gesicht unserer Jungs, die als „Nigger“ beleidigt und geschlagen wurde. Kein Wort des Bedauerns, nichtmal eine Nachfrage, wie es den Jungs geht. Wir spielten heute nochmal auf dem Platz neben dem Hotel, in dem die Turnierleitung im Warmen saß, WP_20150405_008[1]als alles eskalierte. Kein Ansprechpartner vor Ort war, das Krisenmanagement schlechter war als bei jedem Popelturnier auf dem Dorf. Und dabei tun sie, als seien sie die Größten bei Komm mit. Hier haben sie sich entzaubert. Für viele Teilnehmer – dank großer organisatorischer Schwächen wie: keine Unterstellmöglichkeiten an den Plätzen bei Regen, keine sanitären Anlagen. Und selbst die Siegerehrung fand (bei einem Jugendturnier!) erst um 20.45 Uhr ein Ende, in einem zugigen Stadion, in das wir bereits dreieinhalb Stunden zuvor gekarrt worden waren und es nichts zu Essen oder zu trinken gab – und die Toiletten abgesperrt waren. Dann erhielten die Teilnehmerteams nur 16 Medaillen – wir zum Beispiel waren mit 20 Spielern vor Ort, die alle bezahlt haben, aber für die nun galt: Ihr habt bezahlt, Ihr könnt jetzt gehen. Wobei ich ein paar bei uns kenne, die verzichten bestimmt gerne auf die Medaille, auf der auch – wie blanker Hohn – „no racism“ steht. So viel Scheinheiligkeit wie hier habe ich selten erlebt, hier werden inhaltschwere Worte nur noch am Mikrofon dreisprachig runtergerattert – und wer Kritik übt, so wie wir, gilt als Unruhestifter. Als bei der klärenden Besprechung um 11 Uhr im Hotel ein so genannter Klubvertreter von NK Pula auftauchte und log, dass ihre Spieler ja von unseren durch Spucken provoziert worden seien – da reichte es mir. Wir schüttelten noch einmal die Hand des Lügners (weil wir gut erzogen sind), der bei den Prügeleien der Elternschaft in vorderster Linie stand – und gingen. Weg aus einem Land, in dem in der Profiliga die farbigen Spieler mit Bananen beworfen werden und man aus gutem Grund kaum Menschen anderer Hautfarbe auf der Straße sieht. „Die haben hier keine Chance, sich etwas aufzubauen. Kroatien ist stolz darauf, reinrassig zu sein“, sagte mir ein Trainerkollege mit kroatischen Wurzeln. Er selbst verurteile das – aber – es sie nun einmal Realität. Der Vorgang von Pula: Nur ein Kavaliersdelikt? Scheinbar auch für Komm mit. Zumindest gehen wir mit diesem Gefühl nach Hause. Wobei wir eines nicht verschweigen möchten: Abgesehen von einem lieblos organisierten Turnier – das nicht mithalten konnte mit der pompösen Eröfffnungsfeier – haben wir Freundschaften geknüpft. Heute spielten wir nochmal zwei kurze Freundschaftsspiele gegen die fairen und freundlichen Jungs von Weiss-Blau Frankfurt (0:1) aus unserem Hotel, bei dem wir viel experimentierten, das Team auf neun Positionen personell und taktisch veränderten im Vergleich zu dem Duell auf gleichem Platz gegen den bärenstarken 2000er-Jahrgang vom VfL Vichttal 08, der aus Aachen kommt, dort in einer Sonder-Leistungsstaffel spielt. Da ließen wir in 40 Minuten nur drei Torschüsse zu, erarbeiteten uns voller Spielfreude mit unserer Stammelf selbst viele, viele Gelegenheiten – aber verloren dennoch 1:2. Egal. Es waren ebenso harte wie faire Duelle, darauf allein kommt es an. Wir ließen den Tag noch vor der unsäglichen Siegerehrung in einem italienischen Restaurant ausklingen. Die Teamreise war ein Erfolg, die Jungs in unserem neu formierten Team haben zueinander gefunden. Ich sah das Strahlen in den Augen unserer „Blackies“, als alle überlegten, was wir bei der Siegerehrung machen könnten: Ein Plakat gegen Rassismus malen, einfach nicht zur Siegerehrung gehen? Wir entschieden uns dafür, ein Zeichen zu setzen. Bestimmt ganz im Sinne unseres Vereins, in dem der Kampf gegen Rassismus eine große Rolle spielt. Morgen früh geht es nun zurück nach Berlin. Übrigens mit zwei an Bord, die Geburtstag feierten: Onur und Louisa, beide am Sonntag. Unserem kleinen Fan brachte die freundliche Leitung des Hotels Brioni, in dem wir uns sehr willkommen fühlten, sogar noch eine kleine Torte zum vierten Wiegenfest. Und die ganze Delegation des italienischen Klubs ASD Cartigliano, rund 100 Leute, sagen Lulu noch ein Geburtstaglied. Das war rührend. Und lässt uns mit einem guten Gefühl heimfahren. Nach unserer Rückkehr könnt Ihr hier noch lesen, wie unsere Spieler die Reise sahen – wir haben alle gefragt.

Istria-Cup: Rassismus-Skandal und Schande von Pula. Beleidigt, geschlagen – und aus dem Turnier gepfiffen!

4. April. Den heutigen Spielbericht – das sage ich ganz offen – schreibe ich im Zustand höchster Erregung. So etwas habe in zehn Jahren als Trainer noch nicht erlebt. Wir wurden heute beim 18. WP_20150404_007[1]Istria-Cup geschlagen und beleidigt – und aus dem Turnier gepfiffen. Was noch das Harmloseste war. Und ich sage „wir“, auch wenn vor allem unsere farbigen Spieler heute die Haupt-Betroffenen WP_20150404_006[1]waren. Mehrfach war deutlich zu hören, wie diese als „Nigger“ von den Spielern des kroatischen Klubs NK Istra Pula beschimpft wurden. Nicht ein Spieler, das war der überwiegende Teil. Ich habe später zu dem Schiedsrichter gesagt: „Du wolltest nichts sehen – und vor allem, was noch viel schlimmer ist – nichts hören.“ Auf dem rechten Auge blind, auf dem rechten Ohr taub. Ich hoffe nicht, dass es hier Landessitte ist, so mit Menschen anderer Herkunft umzugehen. Auch nach dem Spiel gab es wüste Szenen: Einer unserer Spieler mit afrikanischen Wurzeln wurde wieder als „fucking Nigger“ von kroatischen Spielern beschimpft – und sogar geschlagen. Der Schiedsrichter drehte sich um – WP_20150404_005[1]und ging. Ihm war auch egal, dass, natürlich, mehrere unserer Spieler sofort unseren Akteur schützen wollten. Es drohte eine wüste Keilerei, die wir mit Mühe verhindern konnten. Wir gingen vom Platz – und da warteten schon kroatische Eltern, mit Regenschirmen, und attackierten uns als WP_20150404_003[1]Gruppe. Einer unserer Spieler wurde von einem dieser Typen getreten, andere geschlagen. Unter Tränen kletterten einige in den Bus. Ein Skandal. Ich bin froh, dass das auch von vielen neutralen Zuschauern registriert wurde, die versprachen, Meldung bei der Turnierleitung zu machen. Denn WP_20150404_001[1]leider war kein Mitarbeiter des Veranstalters „komm mit“ vor Ort, der den Mumm gehabt hätte einzugreifen, für Deeskalation zu sorgen. Schon während des Spiels immer wieder Beleidigungen gegen unsere Spieler – und offensichtliche Pfiffe gegen uns. Dazu muss man sagen, dass ich nicht WP_20150403_004[1]WP_20150402_014[1]verstehen kann, warum bei so einer Partie ein kroatischer Referee angesetzt wird. Das fing schon vor dem 1:0 an. Da war unser Spieler allein auf dem Weg zum Tor, muss nur noch einschieben – und wird umgeholzt. Auf jedem Platz der Welt ist das eine Rote Karte wegen Notbremse – dieser Schiedsrichter gibt nur Freistoß, den wir aber verwandelten. Zur Pause eine 1:0-Führung für uns, und uns fehlte nur noch ein Tor zum Viertelfinaleinzug. Nun pfiff der Mann alles gegen uns, teilweise willkürlich. Die Krönung der irrsinnige Freistoß vor dem 2:1 für Pula. Dem Tor ging zudem eine glasklare Abseitsstellung voran ging. So verloren wir ein Spiel, das wir nicht hätten verlieren dürfen. Aber man wollte wohl keine Deutschen mit „Niggern“ im Viertelfinale! Wer meinen beruflichen Hintergrund kennt, der weiß, dass ich mir im Klaren bin, was es bedeutet so etwas zu schreiben. Das war und ist mein Eindruck. Das war Rassismus in Reinkultur, den wir erlebt haben. Wenn die Turnierleitung von Fairplay und „Come together“ ernst meint, gibt es nur eine Entscheidung: Diese Truppe muss ausgeschlossen werden! Meiner Mannschaft möchte ich ein Kompliment machen, vor allem dem einen Spieler, der ständig rassistisch beleidigt wurde – und den Gegenspielern immer wieder den Rücken zudrehte. Dafür habe ich ihn gelobt während des Spiels, ich fand das ganz stark. Aber weil er sich nicht provozieren ließ, schlug dann wohl ein Kroate nach dem Spiel zu. Übrigens nicht das erste Mal. Als der Ball weit weg war, wurde von einem Pula-Stürmer, der unfairste Spieler, den ich je unter dieser Sonne gesehen habe, unser Verteidiger umgetreten – ein völliger WP_20150402_012[1]Irrsinn. Im Übrigen vor den Augen des Kampfgerichts… Wir mussten die Partie in Unterzahl beenden. Das blieb ebenso ungeahndet wie weitere brutale Tritte – und sogar ein Vogel-Zeichen, als es der einheimische Referee mal wagte, einen Freistoß für uns zu geben. Kurzum: Dieses Spiel war die Hölle. Das völlige Kontrastprogramm zur Partie zuvor gegen Weiss-Blau Frankfurt. Die Jungs sind mit uns in einem Hotel, die Kinder und Trainer WP_20150402_005[1]verstehen sich gut. Wir spielten schönen Fußball gegen ein Team mit ähnlicher Altersstruktur wie wir – und siegten 5:0. Man gab sich trotzdem die Hand – so wie wir auch den beiden italienischen Teams gestern fair gratuliert haben. Jeder Spieler hat jeden abgeklatscht, die Trainer sich in die WP_20150402_002[1]Augen geguckt. Das alles war bei Pula nicht der Fall. Nach dem 0:1-Rückstand zur Pause hat der Trainerkollege seine Spieler so angebrüllt, dass die noch mehr Schaum vor dem Mund hatten danach. Den Pfiff des Referees zur Fortsetzung der Partie hat er um fünf Minuten ignoriert – was dem Schiedsrichter, der sich prima mit dem Trainerkollegen verstand und uns immer noch angrinste, auch egal war. Ich will ehrlich sein: Heute hat „komm mit“ keine gute Rolle abgegeben. Mit dieser Ansetzung ebenso wie mit dem Krisenmanagement. Hinzu kam, dass seit Tagen klar war, dass es heute regnen würde – und es gab keine Möglichkeit, sich unterzustellen, aufzuwärmen. Wir haben uns im Turnierbüro beschwert. Und ich will ehrlich sein: ich bin gespannt auf die Reaktion des Veranstalters, der nun zeigen muss, was ihm wirklich wichtig ist. Ein Dank geht an Dennis von „Komm mit“, der es möglich macht, dass wir morgen gegen die Jungs aus Frankfurt und ein anderes Team noch ein kleines Freundschaftsturnier bestreiten können. Bestimmt in sehr friedlicher Atmosphäre.

Istria-Cup in Kroatien: Tolle Bedingungen. Wenn da nur der störende Fußball nicht wäre…

2./3. April. Vorsicht, bitte kein Neid… Diese Zeilen schreibe ich mit Blick auf das abendliche Meer. Inklusive Rauschen… Kurzum: Nach zwei Tagen hier in Pula, Kroatien, bleibt festzuhalten: Die WP_20150403_024[1]Rahmenbedingungen bei unserer Team-Auslandsreise sind absolut top. Wir hatten die beiden ersten Tage herrlichen Sonnenschein, bei 15 bis 16 Grad haben sich einige schon einen WP_20150403_022[1]Sonnenbrand geholt. Einzelne (inklusive Trainer) waren auch schon kurz im Meer baden. Herrliche Strände und klares Wasser. Das Essen ist hervorragend hier im Hotel Brioni, die Unterkunft WP_20150402_008[1]ebenfalls gut. Es gibt also wenig bis gar nichts zu meckern… Wäre da nicht dummerweise die Tatsache, dass wir nicht nur zum Urlaub machen hier sind. Andere nennen das Wettkampfreise. Das würde der Einstellung, die bei uns die Hälfte des Kaders beim 18. Istria-Cup von „Komm mit“ WP_20150403_010[2]an den Tag legt allerdings nicht gerecht. Mag sein, dass manch einer sich von der 18stündigen WP_20150403_029[1]WP_20150403_021[1]Busfahrt immer noch nicht erholt hat, der ein oder andere räumte aber in einer heute einberufenen einstündigen Teamsitzung (auf Anregung der Trainer ohne die Übungsleiter) ein, dass er sportlich WP_20150403_030[1]das Ganze hier nicht so ernst nehmen will. Entsprechend waren die Darbietungen. Wir hatten heute den schwarzen italienischen Tag. Ja, in der Tat: Es gibt noch deutsche Teams, die gegen Italiener verlieren… Man muss ehrlich sein: Die Jungs von ASD Cartigliano waren auch die zwei Tore besser als wir – das 0:2 verdient, wenngleich beide Treffer unnötig durch grobe individuelle Fehler zustande kamen. Im zweiten Spiel gegen ASD Football Valbrenta hatten wir die Partie die erste Halbzeit komplett im Griff, um uns dann wieder durch zwei individuelle Fehler auf die Verliererstraße zu bringen. Wieder 0:2, diesmal unnötig wie ein Kropf. Es fehlte von einigen leider der letzte Biss, die Galligkeit und Leidenschaft, um heute mehr zu erreichen. Nun ist für uns aufgrund des Modus das Viertelfinale schon so gut wie erledigt. Wir müssten morgen schon zwei Mal gewinnen, um noch hoffen zu dürfen. Wahrscheinlicher ist, dass nach den beiden Partien morgen schon alles vorbei ist. Grundsätzlich finde ich das schade, weil unnötig. Und es gibt auch Jungs, die sich darüber richtig ärgern. Andern wiederum scheint es egal zu – sie sind nur hier, um Spaß zu WP_20150403_018[1]WP_20150403_017[1]WP_20150403_014[1]haben. Erfolg ist dazu scheinbar nicht unbedingt vonnöten. Diese Kicker halten sich in den Partien teilweise seltsam zurück. Eine Frage der Mentalität. Das kannte ich so von früheren Turnierreisen nicht, als alle bis aufs Blut gekämpft haben, um es den anderen im internationalen Vergleich zu zeigen. Allerdings hatte ich es auch noch nicht, dass manche Spieler auf der Anreise kein Auge zumachen, sich mit allen Mitteln wach halten. Und den ganze Bus zutexten. Das war schon WP_20150403_011[1]grenzwertig. Erwähnen möchte ich noch die wunderbar stimmungsvolle Eröffnungsfeier im Amphi-Theater von Pula. Hier haben früher die Gladiatoren gekämpft – um ihr Leben. Für uns wäre es nur um drei Punkte gegangen. Ich habe jedenfalls beim Abendessen auf Spaghetti verzichtet. Eine Frage der Ehre. Aber genug der Worte. Nur eines noch: Die neuen Trikots sind chic. So schick, dass sich mancher auf dem Laufsteg wähnte…

Kinobesuch: Borsigboys im Babylon

21.03. Die Borsigboys waren im Kino. Und zwar im Kino Babylon (Rosa-Luxemburg-Platz) zum 11mm-Filmfestival. Bei freiem Eintritt für die Kids (danke an die DFB-Kulturstiftung), nur die Erwachsenen mussten symbolische vier Euro berappen, gab es am Kinoeingang sogar noch ein kleines Präsent (wir sind jetzt alle Spielführer), bei reichlich Popcorn wurden dann interessante Filme genossen: Kurzfilme, die viel mit Integration zu tun hatten, Flüchtlingsfußball, Mädchenfußball, auch Tradition (BFC Meteor). Zweieinhalb wirklich interessante Stunden unter den Filmtiteln  „Doppelpass“, „Bamboule“, „Mr. Meteor“ sowie  „Bleib am Ball“ in Anwesenheit von Mitwirkenden. Mit dabei ware auch die Berliner Band Hirokesen.Hier ein paar Fotos, verewigt wurden wir übrigens per Foto auch auf der Facebook-Seite des Veranstalters.WP_20150321_006[1]

WP_20150321_003[1]WP_20150321_011[1]WP_20150321_009[1]

.

Abtauchen in eine andere Welt: Borsigboys & Girl feiern Weihnachten im warmen, weißen Sand

22. Dezember.Als alles vorbei war, sagte ein Spieler: „Danke für diesen schönen Tag.“ Das sind die Momente, in denen man als Trainer weiß: Es lohnt sich… Spaß hat es allen gemacht WP_20141222_008[1]WP_20141222_007[1]heute, bei unserer Weihnachtsfeier. Erst spielten wir 100 Minuten im weißen Sand, in der WP_20141222_018[1]WP_20141222_009[1]Beachsoccer-Halle in Wittenau (bei dem Schmuddelwetter draußen ist das immer wie Abtauchen in eine andere Welt). Ein Turnier, Schlag auf Schlag ging das. Immer Fünf-Minuten-Partien. Und wer da mal mitgespielt hat (ein Spieler kam etwas später, weshalb der Trainer in WP_20141222_020[1]einer Dreiermannschaft aushelfen musste), der weiß: Das kostet richtig Körner. Weshalb auch einige aus verständlichen Gründen die letzten Spiele auf dem Zahnfleisch absolvierten. Immerhin hatten wir zwei Spielfelder, sechs Teams – so dass immer nur zwei Mannschaften pausieren WP_20141222_033[1]durften, oft zwei oder drei Spiele hintereinander angesagt waren. Ich wette, heute haben alle gut geschlafen. Am Ende setzte sich im Finale per Golden Goal das Team C (Eren, Marcel, Fabi) WP_20141222_001[1]WP_20141222_002[1]WP_20141222_013[1]verdientermaßen durch, das auch schon in der Hauptrunde die meisten Zähler (22) ergattert hatte, vor Team F Pascale, Simon, Jan bzw. zuerst Matthias (19 Zähler). Den Sieg im Spiel um Platz drei sicherte sich Team B (Vincent, Daniel, Melvin) vor Team A (Hussein, Ahmed, Onur). Das Spiel um Platz fünf gewann Team D (Bianca, Maurice, Tim) durch ein 1:0 gegen die Allstars Trainer & Betreuer (Marcel, Deniz, Matthias), denen die drückende Überlegenheit am Ende auch nix nutzte – man lief in einen Konter… Im Spiel um Platz sechs zockte das Team Eltern (Norbert, Adam, Tobias) das zuvor schon recht glücklose Team E (Momo, James, Nico) routiniert mit 3:1 ab. Ein Vater meinte aber danach: „Noch zehn Sekunden länger und ich wäre umgekippt.“ Umso mehr muss man den Hut vor dem Einsatz der Kinder ziehen, die scheinbar nicht müde wurden. Diese Energieleistung kam uns danach beim Essen mit Geschenkübergabe (jedes WP_20141222_015[1]Kind erhielt einen Aufwärmpulli mit seiner Rückennummer) im Restaurant „Little Italy“ zugute, umme Ecke von der Soccerhalle. Da habe ich wahrlich schon lautere Weihnachtsfeiern mit Jung-Fußballern erlebt. So wurde also ganz brav, und mit letzter Kraft, die Pizza verdrückt, bevor die obligatorische Trainer-Ansprache im Beisein von einigen Eltern und Fans folgte. Tenor: Gute Hinrunde gespielt, aber in der Rückrunde müssen wir vielleicht noch härter gegen uns selbst WP_20141222_011[1]sein – um Platz drei zu sichern. Auf diesem Wege wünschen wir allen Spielern, Eltern und Fans der WP_20141222_021[1]WP_20141222_024[1]WP_20141222_029[1]Borsigboys (&Girl) ein wunderbares und besinnliches Weihnachtsfest mit vieeeeelen Geschenken. Erholt Euch gut, schaltet auch mal ab vom Fußball (so wie wir Trainer, die erst ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag wieder an der Taktik tüfteln). Außerdem wünschen wir alllen ein erfolgreiches und glückliches Jahr 2015. Und das Wichtigste überhaupt: Bleibt alle gesund!

Zweikampfhärte ganz nah erleben: Borsigboys im Fuchsbau beim Bundesliga-Handball

29. August. Vorneweg ein großes Dankeschön an Bob Hanning: Den Manager der Füchse hat Tanja, ohne Furcht vor großen Namen, angeschrieben. Der Mann, ohnehin ein sympathischer Zeitgenosse (zumindest kommt er immer sehr sehr volksnah rüber) fackte nicht lange, schrieb eine Mail an seinen Marketingchef – und stellte so unserem Team Karten für den Besuch des ersten