Punkt & Pokal

3:1 gegen die Füchse. Das letzte Spiel, der letzte Sieg des würdigen Meisters – Meister, auch im Feiern…

16. Juni. Es ging im Grunde um nichts mehr. Wir standen als Meister fest. Doch irgendwie war auch dieses Spiel ein Spiegelbild der Saison. „Nur ein Punkt Vorsprung – das sieht nicht so gut aus wie sieben“, sagte einer unsere Jungs vor dem Spiel – und dann holten sie sich die drei Zähler gegen den direkten Verfolger Füchse Berlin Reinickendorf. Wieder einmal gerieten wir in Rückstand, erst in Halbzeit zwei – und wieder einmal drehten wir das Spiel. Es ist dieser Wille und Ehrgeiz, der diese blutjunge Mannschaft (heute nur noch drei Auswechsler, weil wir die B-Teams nicht schwächen wollten) zum Aufsteiger gemacht hat. 3:1 gegen den Zweiten in einem hochgradig unterhaltsamen Nord-Duell. Noch Fragen, wer der verdiente Aufsteiger in die Verbandsliga ist?

Aber rund um dieses Spiel gab es so vieles, was erwähnt werden muss: Die Eltern hatten die Kabine in den Vereinsfarben geschmückt –  sensationell. Danke an Yvonne, Kerstin, Nicole und Anja. Die D2-Junioren, selbst Aufsteiger in die Bezirksklasse, liefen mit unseren Jungs ein. Danke hier an Thomas, der das möglich gemacht hat. Auflaufen mit „Borsigwalder Jungs“, unserer Hymne. Und ja, auch das motivierte. Die Jungs waren lange Zeit die bessere Mannschaft, bevor die 20 Minuten vor der Pause den Füchsen gehörte. Der Trainer der Füchse, Uwe, gratulierte schon zur Pause zum Aufstieg – wir seien der verdiente Meister. Eine große Geste – und irgendwie auch Sinnbild für die guten Beziehungen, die wir bei aller Rivalität, zu unserem Nachbarn haben. Das möchte ich hier mal betonen. Auch die Jugendleiter, bei uns ja zufällig auch der A-Jugend-Trainer in Personalunion, schätzen sich. Der Füchse-Fußballchef und Jugendleiter Pierre Schönknecht kam, um zu gucken – und zu gratulieren.  Man sieht am Freiheitsweg, dass wir herangewachsen sind zu einem ernsthaften Konkurrenten in einigen Altersklassen – und das wird derzeit sportlich-fair gewürdigt. Ich sage das mal mit den Worten eines Elternteils in meinem Team: Pierre Schönknecht hat mehr Spiele der Borsigwalder A-Jugend diese Saison gesehen als andere… Ihr wisst, was gemeint ist. Und damit sollte das Thema aber auch endgültig durch sein – liebe Leute, wir haben einfach Wichtigeres zu tun. Wir wollen uns doch den Spaß an unserer Mannschaft und ihrem Spiel nicht verderben lassen. Wobei ich betonen möchte: Günther Jäger, unser Freund, war häufig da, auch wenn wir samstags gekickt haben – und nicht nur, wenn zufällig ein Abendspiel war. Das rechne ich ihm, der 50 Jahre im Verein ist, hoch an. Und ja: Es macht uns stolz, dass einige unsere Jungs, die jetzt die A-Jugend verlassen, gute Anfragen haben. Das spricht alles für unsere Ausbildung, die mittlerweile ab den Minis im ganzen Verein richtig klasse ist. Was anderes lassen wir uns nicht einreden.

Unsere 99iger Jungs haben wir am Samstag würdig verabschiedet. Jeder bekam einen Ball mit Unterschriften seiner Mitspieler. Und mancher hatte feuchte Augen… danke an unseren Kapitän Nico, Julian, Malek, Mamadou. Macht`s gut!

Wir haben es am Samstag richtig krachen lassen. Erst bei Bratwurst, Salaten und Kaltgetränken auf der Terrasse des Vereinsheims. Zuvor wurde natürlich kräftig gesungen. Ich sage nur: „Aufstieg ist nur einmal im Jahr…“ als Ohrwurm. Wasser- und Sektduschen. Dann bekam ein jeder seinen Aufstiegspokal – und sein Aufstiegsshirt. Es wurden viele Reden gehalten – und ja, mancher Spieler hat mich überrascht mit seinen Sätzen, einige hatten sogar liebevoll Reden vorbereitet. Das Video von Gianni: Gänsehaut pur. Und das Fotoalbum: ist ein Knaller. Ich habe so viel Herzlichkeit gespürt, dass ich mich frage: Bin ich mittlerweile zu weich und zu nett geworden…? Ich befürchte ernsthaft einen Autoritätsverlust, wenn Spieler ihre Rede mit den Worten beginnen: „Lieber Papi…“ Um es mit einem Satz zu sagen: Es war eine schwere Saison, speziell nach dem Hilalspor-Spiel, aber ich denke, Marius, Norbert und ich haben irgendwie einen ganz guten Draht zu den Jungs gefunden, die in einem schwierigen Alter sind. Die Rückrunde: Unter dem Stichwort Disziplin absolut top. Anders hätte es auch nicht funktioniert – in der Hinrunde war uns drei Trainer zu oft zu viel Testosteron in der Luft. Danke an meine beiden Co-Trainer, ohne die ich es nicht geschafft hätte. Und danke auch an diese sensationelle Elternschaft. Gebt uns auch Kraft bei den vielen Niederlagen, die nächste Saison kommen werden. Denn Verbandsliga, das wissen wir alle: wird ein Abenteuer. Wir haben Staffelkonkurrenten, die mit dem ganz dicken Geldbeutel durch die Gegend laufen (bis zu 30 Euro Siegprämie, wie man hört) – bei uns gibt`s nur ganz viel Liebe und Fürsorge… Und ja, wir wollen Spieler, die auf die Frage „Geld oder Liebe?“ eine klare Antwort geben können. Wenn wir dann am Ende „über dem Strich stehen“, wäre das mehr wert als eine erkaufte Meisterschaft.

Kommen wir zu Teil zwei der Aufstiegsfeier: Die Jungs hatten sich gewünscht, dass sie mal eine Pool-Party machen können. Feucht-fröhlich ging es dann auch noch bis in die Nacht auf dem Grundstück mit dem blauen Haus zu… Ich habe mich irgendwann verkrümelt und Marc die Aufsicht über den nicht weichenden harten Kern überlassen – und ja, ich war irgendwie erleichtert am nächsten Morgen, dass die Grundmauern noch standen. Die Nachbarn schäumten zwar, weil sie erst um vier Uhr Schlaf fanden, aber was soll ich sagen? Sorry, Aufstieg ist nur einmal im Jahr.

Fotos: Carsten/mw.

Der Aufstieg. Das Wunder. „Die größte Leistung im Berliner Jugendfußball in den letzten Jahren.“ Verbandsliga – wir kommen!

10. Juni. Hans Oertwig rief Sonntagabend an. Er sprach „von der größten sportlichen Leistung im Berliner Jugendbereich in den letzten Jahren“, so der Berliner DFB-Trainer, „nicht, weil der SC Borsigwalde jetzt zum ersten Mal mit der A-Jugend in der Verbandsliga spielt, sondern aufgrund der Zusammensetzung der Mannschaft. Das ist eine richtige Sensation.“ Der renommierte Trainer hat es auf den Punkt gebracht. Ja, es ist ein Wahnsinn, dass wir mit einer halben B-Jugend in die höchste Berliner Spielklasse aufgestiegen sind. Seit Sonntag, 11.35 Uhr, ist es vollbracht. Das Fußball-Wunder von Borsigwalde 2.0 (nach dem Klassenerhalt genau dieser Jungs vor zwei Jahren in der B-Jugend).

Die letzte Etappe war nicht mehr schwer. Der CFC Hertha 06 wollte nur noch antreten, um sich nicht durch Streichung die Relegation zu verbauen, wo der Verein noch die Landesliga halten kann. Neun Mann stellten sich noch unseren hochmotivierten Kiezhelden – und die Treffer fielen fast im Minutentakt. Zur Pause ein 15:0, es half auch nichts, dass wir selbst nur noch aus- und nicht mehr einwechselten. Der Gegner gab zur Pause auf – und bei uns brachen die Dämme. All die Anspannung der letzten Wochen mit den vielen Endspielen gegen starke Gegner – sie fiel ab. Wasser- und (alkoholfreie) Bierduschen vor den Augen von rund 30 mitgereisten Borsigwalder Fans und Eltern.

Zeit zum Rückblick. Vor der Saison hab en wir uns verabschiedet – von einem Traum. Verbandsliga. Wir waren fest davon überzeugt, diesen als B-Jugend zu erreichen. Mancher war traurig, wir haben aber Verzicht geübt – für den Verein, der sonst keine A-Jugend hätte stellen können. Sechs Jungs nahmen wir aus der B mit. A-Jugend Landesliga – das lockte dann noch drei andere 2001er an. Die Hälfte des Kaders also: B-Junioren. Wer hätte denn ernsthaft gedacht, dass wir uns den Traum eine Altersklasse höher erfüllen? Die Vorbereitung: hart und holprig. Spieler kamen, Spieler gingen wieder. Es musste auch charakterlich passen – und das war leider nicht immer so. Noch im Winter haben ich einen neuen Spieler weggeschickt, der sportlich Klasse war – aber menschlich ein Arsch. Am Ende hatten wir noch 17 Jungs, die füreinander durchs Feuer gingen. Eine geile Truppe. Hungrig auf Erfolg, die meisten immer beim Training, mancher spielet wochenlang angeschlagen, beendete die Saison unter Schmerzen. Es war nicht immer leicht. Wenn ich nur daran denke, wie uns Hilalspor mit brutaler Gewalt aus dem Rennen nehmen wollte, wie uns Dynamo schon im Herbst Spieler abzocken wollte. Es hat uns noch enger zusammengeschweißt. Und ja, wenn Hans Oertwig jetzt sagt, „manch anderer kotzt ab, lieber Herr Wolf, weil ausgerechnet Borsigwalde aufsteigt“ – dann trifft er auch hier den Nagel auf den Kopf. Mancher in unserer Staffel muss sich fragen, warum er mit deutliche besseren Möglichkeiten nicht besser war als der vermeintliche Dorfklub Borsigwalde, der aber mittlerweile sehr, sehr gute Strukturen im Jugendbereich hat. Es macht uns noch mehr stolz, dass uns keiner etwas zugetraut hat. Um nur einen Gegner zu nennen: Dynamo, mit einer A-Jugend in der Regionalliga, schafft es nicht ansatzweise, sein Potenzial abzurufen. Und ja, es ist eine Genugtuung, wenn ich sehe, dass Dynamos so genannte U18 (die in Wahrheit meist eine halbe U19 war) zum Beispiel nicht mehr war als ein Durchlauferhitzer für Spieler – und nie eine Mannschaft. Schön, wie ein Spieler von Hertha 06 angesichts unserer Jubelszenen noch sagte: „Eigentlich wollte ja wir aufsteigen.“ Ja, und Borsigwalde wollte eigentlich nur drinbleiben – bis wir gespürt haben, welche Kraft Teamgeist und Kameradschaft geben können. Bei uns gibt es keine Siegprämien, wie mittlerweile bei der A-Jugend längst üblich. Nein, bei uns gibt es dafür andere Akzente. Denkt an unsere lustige Italien-Turnierreise – und die Abschlussreise zu Bayer Leverkusen. Es hat die Jungs zu einer Gemeinschaft geformt. Es sind nicht elf Freunde, aber sie haben sich alle respektiert – und sie hatten ein Ziel. Gemeinsam mit ihren ebenso hart arbeitenden Trainern.  Ich kann Euch sagen, dass meine Frau es bisweilen nicht lustig fand, wenn ich sonntags noch losgezogen bin, um bei herrlichsten Wetter Dynamo gegen Friedenau zu gucken. Aber es musste sein – weil ich auch das Gefühl gebraucht habe, alles gegeben zu haben. Jetzt ist der Akku wirklich leer – und ich denke, es dürfen ab Anfang Juli (nach der Sichtung) dann auch mal ein paar Wochen ohne Fußball sein.

Ich möchte hier danke sagen: an meine Frau, die versteht, warum einer, der selbst vier Kinder hat, auch noch fremde Kinder trainieren muss…

Danke an 18 (bzw.19) wirklich ganz tolle Jungs, auf die wir Trainer verdammt stolz sind. Ihr seid manchmal nicht die Bravsten, aber Ihr seid ehrlich – und das schätzen wir. Danke an meine Co-Trainer Marius und Norbert, die mit mir durchgehalten haben – obwohl wir gerade nach dem Hilalspor-Spiel uns gefragt haben: Warum haben wir uns das angetan? Alleine hätte ich das nie geschafft.

Danke an unsere sensationellen Eltern. Leute, Ihr seid die Größten. Ihr habt uns Trainern und Euren Jungs so viel Kraft gegeben. Ihr ward stärker als der ewig zweifelnde Trainer! Ich kann mich noch erinnern, als das Verletztenlager immer größer wurde (ebenso wie meine Sorgenfalten), die schwierigen Spiele anstanden – und ein Vater gesagt hat: „Vertraut Euren Kindern, sie werden es schon machen.“ Eine Kabine voller Obst, Süßigkeiten, Essen, Anfeuerung, Aufmunterung – Ihr Eltern seid mit aufgestiegen, das möchte ich hier noch einmal ganz deutlich betonen!  Als selbst unser ein sich ruhender Team-Fotograf Carsten beim Spiel gegen Lichtenberg immer wieder rein rief: „Es ist Euer Spiel, Ihr werdet es gewinnen, weiter, weiter, weiter…“ Bis zur 96. Minute. Bis zum Tor. Da wusste ich: Jeder, wirklich jeder, gibt hier alles. Und Ihr alle werdet mithelfen, Euren Kindern zu erklären, dass es keine Schande ist, jetzt öfter auch mal zu verlieren.

Ja, wir gehen jetzt in einer Liga, die höchste Berlins, in der wir künftig öfter verlieren als gewinnen werden. Ich bin sicher, wir alle wollen damit klarkommen. Der Cottbuser Fußballtrainer Eduard Geyer hat mal gesagt: „Die Bundesliga wollte nicht zu mir kommen – also bin ich in die Bundesliga gegangen.“ So ist das auch bei uns: Wir sind nicht IRGENDWO hin gewechselt, WIR haben uns die Verbandsliga erkämpft. Mit dem Verein, für den wir spielen. Mit jeder Faser unseres Körpers. Blut, Schweiß und Tränen. Das sollte uns stolz machen. Und jetzt lasst uns nächsten Samstag noch feiern. Der Gegner vor der Feier, eigentlich unwichtig, aber: passenderweise eine Mannschaft, die uns auch nichts zugetraut hat. Die aber jetzt zum MEISTER kommen muss. Einfach nur schön.

UNSERE AUFSTEIGER:

Justin – Torwart. Er spricht nicht, aber er hält fast alles. Und ist das nicht wichtiger? An der Frisur sollten wir allerdings noch arbeiten.

Nico – Kapitän. Er ist leise, aber wenn er was sagt, dann hat es Gewicht. Zuverlässig hoch drei. Es war eine gute Wahl.

Tobi – Abwehr. Der Riese, der die Gegner eiskalt abkocht. Und zwischendurch (im Spiel) noch Zeit hat, mit Eren über seine Taktik an der Playstation zu sprechen.

Lucas – Abwehr, Mittelfeld. Manchmal irre, aber ein Herz so groß wie ein Fußball.

Eren – Sechser. Der Mann könnte auch Fußball lehren, weil er ein Spiel lesen kann. Dazu hat er sechs Beine.

Alexander – Mittelfeld. Hose XXL, Herz ebenso groß. Feiner Fußballer. Fühlt sich vom Trainer immer ungerecht behandelt, aber weiß doch tief drinnen, dass der Alte Recht hat.

Simon – Sechser (oder da, wo er gebraucht wird). Der Mann, der nicht verlieren kann und dann meckerig wird Aber er meint es nicht so. Und er ist einfach nur ein richtig Guter.

Gianluca – Mittelfeld. Hat diese Saison 20 Kilo abgenommen und in Form von fußballerischer Klasse wieder draufgepackt.

Daniel – Mittelfeld. Er musste im Winter nach England gehen. Wir dachten nicht, dass wir ihn ersetzen können. Aber wir haben ihn trotzdem vermisst. Ihn und seine Pferdelunge. Bis bald!

Mamadou Billo – Abwehr. Sie nannten ihn Gazelle. Schnell wie der Wind, ein Kämpferherz. Er ist 99er – und wird uns fehlen.

Julian – Abwehr. Unser Bärchen. Wir lieben ihn. Ein echter Teamplayer.

Pascal – Sturm. Von Positionsspiel hat er noch nichts gehört. Scheißegal, der Mann hat einen eingebauten Torgaranten. Und darauf kommt es vorne an.

Ablaye – Sturm. Zu ihm schauen alle Kinder in Borsigwalde auf, himmeln ihn an wie anderswo die Kids Pogba. Er läuft und läuft und läuft. Reißt Löcher, schießt Tore – und ist eien Seele von Mensch. Junge, Du darfst nicht gehen.

Christian – Mittelfeld. Er will nicht auf der Außenbahn laufen – aber er läuft. Und kämpft. Der Schrecken aller Gegenspieler. Nur er darf „Papa“ zum Trainer sagen.

Stefan – Sturm. Lange gesperrt, am Ende aber ganz, ganz wichtig. Kein Konditionswunder, aber: Schön, dass er nicht aufgegeben hat. Seit der Leverkusenfahrt wissen alle: Der Mann hat Stehvermögen.

Mert – Mittelfeld. Kam im Winter, hat sich häufig in den Dienst der Mannschaft gestellt.

Adnan – Abwehr. Er ist ruhig, und so spielt er auch. Hat imemr geduldig auf seine Chancen egwartet. Ein Teamplayer.

Melvin – Mittelfeld. Der Mann aus der B2, der das Format – und vor allem das Temnpo – für die A1 hat. Er hat uns so oft geholfen – und er ist so wichtig. Jetzt ist er einer von uns.

Malek – Mittelfeld, Sturm. Als Hilalspor losprügelte, wählte der Trainer seine Nummer: „Wir brauchen Männer.“ Er kam, sah – und stieg auf. Als Mann, als Kämpfer. Comeback des Jahres.

Zittersieg gegen Lichtenberg 47

2. Juni. Gut, dass in dieser sechsten Minute der Nachspielzeit (die Länge war einer Trinkpause geschuldet) keine Videokamera auf den Trainer gerichtet war. Am Ende des Torjubels irgendwo mitten auf dem Platz hatte ich zwei blutige Knie – muss also irgendwas schief gelaufen sein. Vermutlich hätten alle gesagt. Der Typ ist irre. Zeigt aber auch, welch Ballast heute auf allen lag – inklusive mir. Das dritte Spiel innerhalb von sechs Tagen, in gewisser Weise das dritte „Endspiel“ – das schleppten auch viele der Spieler mit sich rum. Und nun kam ausgerechnet mit Lichtenberg 47 ein Gegner, der diese Saison noch nicht abgehakt hat, der um jeden Meter kämpfte. Verbissen, robust, klug in der Spielanlage. Ich hatte aus Spielbeobachtungen gesagt: Was nicht passieren durfte, gegen diese taktisch extrem diszipliniert agierende (und flexible) Truppe in Rückstand zu geraten – doch wir gerieten prompt in Rückstand. Mit dem ersten Fehler in der Rückwärtsbewegung, den ersten Ballverlusten – liefen wir in einen nahezu von L47 perfekt vorgetragenen Konter. Noch hatten wir viel Zeit – aber wir trieben Schindluder mit unseren Chancen – und wir blieben nicht konzentriert genug. Lange, viel zu lange, bei manchen lagen die Nerven blank angesichts der vielen Torschüsse, die nicht ins Ziel fanden. Weil Lichtenberg die Räume geschickt eng machte, bedeutete bei diesem schwül-heißen Wetter jede Torchance viel Arbeit – und diese schien sich nicht auszuzahlen. Wenn wir durch waren, dann stand da noch ein furios haltender Torwart. Ganz ehrlich: Mithin die stärkste Torhüter-Leistung, die ich in dieser Saison bisher gesehen habe. Wir liefen also an, gegen eine Mauer, ein Bollwerk, einen harmonischen Verbund – und wir hätten bei einem der Konter auch das 0:2 kassieren können. Aber am Ende war uns das Glück hold. 74. Minute, ein Wahnsinns-Freistoß. Und dann die sechste Minute der Nachspielzeit, das erlösende 2:1. Wie sagt man so schön: Letztlich glücklich, aber es dürfte keinen auf dem Platz gegeben haben, der behauptet hätte, der Sieg wäre unverdient. Dafür haben die Jungs wieder einmal zu viel investiert. Kaum einer fand dabei zur Form vom letzten Mittwoch, aber nochmal: das dritte Spiel in sechs Tagen, der Kader wird immer dünner in dieser kräftezehrenden Saison, auch heute haben wieder drei, vier Jungs gespielt, die eigentlich eine Pause bräuchten, um ihre Blessuren zu kurieren. Und zwei sind humpelnd nach Hause gegangen. Schon letzten Donnerstag, beim Training, haben viele geklagt, dass ihnen alles weh tut… Da haben wir nur Standards geübt – und heute vielleicht davon profitiert? Fakt ist: Derzeit fahren wir mit den letzten Tropfen Sprit im Tank – dem Ziel entgegen? Ja, liebe Freunde aus Lichtenberg, Ihr werdet jetzt schmunzeln – aber ich muss es nochmal sagen: Wir brauchen noch einen Sieg, um die Relegation zu vermeiden. Platz zwei ist uns sicher. Aber der reicht aller Voraussicht nach nicht für den Gang in die Verbandsliga. Mehr will ich jetzt nicht mehr sagen, wir haben vielleicht auch zu viel gerechnet in letzter Zeit. Dabei ist uns, mit Ausnahme des Hilalspor-Spiels, ein wenig die spielerische Leichtigkeit abhanden gekommen. Dass das Restprogramm mit in der Rückrunde stark auftrumpfenden Teams wie Lichtenberg und Berliner SC (plus Hilal und Füchse) nicht von Pappe ist, kommt hinzu. Und, ja: Mann, wie eng waren so viele Spiele in dieser Saison. Heute noch enger als sonst… Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Sätze zu L47 und deren Verantwortlichen sagen. Im Grunde eigentlich nur ein Wort: danke. Ihr habt menschliche Größe gezeigt und am Ende verstanden, warum mancher Spieler bei uns heute so agiert hat, wie er agiert hat. Es sind junge Leute, die sich sportlich nun plötzlich eine Chance arbeitete haben, die ihnen keiner zugetraut hat. Um ehrlich zu sein: Lange Zeit auch nicht einmal der eigene Trainer. Nun flattern bisweilen die Nerven, wird überreagiert, überinterpretiert. Schön, dass man dann noch miteinander sprechen, sich aussprechen kann. Spieler und Trainer. Denn gerade solche Sportsleute wie die von L47 sehen wir ja immer wieder – die Wege kreuzen sich seit Jahren automatisch auf der Spur des Erfolges. Und so möchte ich nicht nur meiner Mannschaft ein Kompliment machen für den nimmermüden Einsatz heute (ich wäre selbst bei Niederlage angesichts dieser Energieleistung in Halbzeit zwei nicht sauer gewesen), sondern auch unseren Gästen für eine bärenstarke Rückrunde – Platz drei hinter dem Berliner SC und uns, das spricht für sich. Und jetzt: weiter geht`s. Am Sonntag wartet der CFC Hertha 06. Danke an Carsten für die Fotos (wobei ich heute den Eindruck hatte, dass er vor lauter Anfeuern kaum zum Fotografieren gekommen ist…) Borsigwalde heute: Justin – Pascal,  Eren, Nico, Simon, Tobias, Christian, Ablaye, Malek, Julian, Mert, Lucas, Stefan, Gianluca, Melvin, Adnan.

Hilalspor – die sportliche Antwort lautet 6:0

30. Mai. Bevor ich überhaupt etwas zu diesem Spiel schreibe, möchte ich was anderes loswerden: Einfach nur atemberaubend, wie sich unser Verein an diesem heißen Mittwochabend präsentiert hat. Wir haben das Helft des Handelns in die Hand genommen und gezeigt: Es ist UNSER PLATZ, UNSER VEREIN, UNSER SPIEL. Unsere Gäste von Hilalspor waren davon sichtlich beeindruckt – für ihre üblichen Spielchen blieb kein Raum mehr. Wir hatten Ordner aufgeboten, Polizei, wir hatten Absperrungen vorgenommen und es waren Beobachter des BFV vor Ort. All das zeigte Wirkung. Danke an unseren Sicherheitschef Totti, die Ordner Klaus, André, Carsten und Erik. Die hatten keinen leichten Job (wurden von „Gästen“ oft beschimpft), waren aber auch Garanten für ein ruhiges Spiel, in Kombination mit einem sensationell starken und souveränen Schiedsrichtergespann Dietrich/Birkhoff/Liebscher, das konsequent auf Zuschauer und Verantwortliche beider Teams, sowie Spieler, einwirkte. Ja, Leute, ich bin noch immer sehr beeindruckt: 300 Menschen auf unserem Platz. Jugendspieler mit Trommeln, anfeuernde Eltern – wir haben gezeigt, was für ein starker Verein wir sind. Vor den Augen vieler „Fußball-Prominenter“ aus dem Norden. Und wir haben gezeigt, dass ALLE hinter dieser jüngsten A-Jugend des Vereins stehen, die sich mit diesem Sieg gegen Hilalspor die Chance auf etwas Historisches erhalten hat. Noch nie war eine Borsigwalder U19 in der Verbandsliga. Ab sofort heißt die Rechnung: zwei aus drei. Zwei Siege brauchen wir noch, nachdem wir den direkten Verfolger nun mit einem sensationellen und auch in der Höhe verdienten 6:0 erstmal in die Schranken verwiesen haben. Sieben Punkte auf Hilal, vier auf Füchse – von so einer Ausgangslage hätte drei Spieltage vor Schluss keiner von uns zu träumen gewagt. Nun ist sie da – auch, weil unsere junge Mannschaft, eine halbe B-Jugend, getragen wurde von diesem Publikum. Dass es so kommen würde, war früh zu spüren. Es knisterte an der Tietzstraße. Und in der Kabine. Die Jungs wollten sich richtig heiß machen, Gas geben schon bei der Erwärmung. Hilalspor kam spät raus, wollte Kräfte sparen – wir gingen auf Betriebstemperatur ins Spiel. Als dann noch ein Führungsspieler in der Kabine nach meiner schon sehr emotionalen Rede das Wort ergriff – ich hatte Gänsehaut. Was für eine Truppe! Heute war ich das ganze Spiel über verdammt stolz auf die Jungs. Hatte uns Hilalspor noch im Hinspiel den Schneid abgekauft – nun war es umgekehrt. Wir gewannen gefühlt 80 Prozent der Zweikämpfe, spielten es dann sauber aus – und hätten schon zur Pause klarer führen müssen als 1:0. Dass so ein knappes Resultat gefährlich ist, zeigte sich, als einer unsere Jungs nach einer Stunde den Ausgleich quasi von der Linie kratzte, artistisch – und wir dann zuschlugen. Taktisch clever, mit Herz und Verstand. Der Gegner: konsterniert. Ergab sich in sein Schicksal gegen eine Mannschaft aus Borsigwalde, die heute eine Klasse besser war. Ich verstehe die Sprache nicht, mit der diese Mannschaft kommuniziert (was mich immer wieder wundert in einer deutschen Liga…) – aber ich habe verstanden, wie sie sich angemacht haben. Ja, wir haben an diesem Abend auch das Hinspiel aufgearbeitet, als aus meiner Sicht das Sportgericht uns zu Unrecht auch eine Teilschuld am Spielabbruch (mit drei Roten Karten gegen Hilalspor, die seltsamerweise bei fussball.de immer noch nicht eingetragen sind) gegeben hat. Ich will hier nicht mehr drauf rumtrampeln, aber: Vor dem Sportgericht hat Hilalspor damals behauptet, man werde an der aufgrund der Enge für A-Junioren unzumutbaren Spielstätte Waldeckpark künftig die Zuschauer nur noch jenseits des Zauns dulden… es gab kein einziges Spiel unter diesen versprochenen neuen Voraussetzungen seitdem. Wie ehrlich ist dieser Verein? So haben wir denn gestern unsere sportliche Antwort gegeben. Was das bedeutet? Kein Grund, um allzu lange zu feiern. Mit Lichtenberg 47 wartet schon der nächste schwere Gegner, der eine starke Rückrunde spielt. Auf geht`s Borsig, kämpfen und siegen! Der Traum lebt. Auf diesem Wege auch gute Besserung an Mamadou, der die Nacht in der Notaufnahme verbracht hat. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute: ALLE.

Hier der Link zum Spielbericht von Spreekick TV

Und der Link zum Trainer-Kurzinterview

Ebenso bittere wie verdiente Niederlage beim Berliner SC

27. Mai. Nach acht siegreichen Spielen nun der Rückschlag. Eine bittere, aber nicht unverdiente Niederlage. Bitter, weil wir in der letzten Minute noch die Latte trafen (zuvor auch schon den Pfosten) – nicht unverdient aber auch, weil eine starke Halbzeit eben nicht reicht gegen die wohl spielstärkste Mannschaft unserer Staffel. Wir waren schlichtweg am Anfang nicht da. Versemmelten gute Chancen – und der Gegner nutzte jeden Fehler von uns hinten gnadenlos aus. So stand es irgendwann 3:0 für den Berliner SC, der reifer und abgeklärter wirkte. Bevor wir endlich anfingen, uns auf unsere Stärken zu besinnen, war die Partie im Grunde schon gelaufen. In der Folge machten wir den Druck, den wir sofort hätten machen müssen. Wie im Hinspiel zitterte sich dann eine Mannschaft zum 4:3-Sieg. In diesem Fall der BSC, im Winter noch waren wir es. Ein erneuter Beweis, wie eng unsere Liga ist. Weshalb die Ausgangslage nun nach wie vor klar ist: Wir brauchen drei Siege aus vier Spielen, dann kann uns keiner was. In allen anderen Fällen sind wir auf Schützenhilfe angewiesen. Ärgerlich, dass wir heute Pech hatten mit dem Schiedsrichter-Gespann. Auf der einen Seite winkte ein 13-Jähriger, dem der Chef-Referee noch vorher Abseits erklärte… Warum dann der leitende Schiedsrichter vor dem 1:0 per Strafstoß zu dem Linienrichter geht und ihn fragte, statt nicht selbst zu entscheiden – ein Rätsel. Der Assistent verlegte den Tatort jedenfalls in den Strafraum. Hinterher hörte ich zwei Versionen. Erstens: nie im Leben überhaupt Foul, zweitens: wenn, dann nicht im Strafraum. Leider gab es nicht nur in dieser Szene unschöne Begleiterscheinungen: Unter die Zuschauer auf der Tribüne hatte sich eine Gruppe Krakeeler unseres nächsten Gegners Hilalspor (nach Auskunft von BSC-Verantwortlichen, die ausdrücklich betonten, mit diesen Leuten nichts zu tun zu haben) gemischt – offensichtlich nur mit einem Ziel: Spiel und unsere Spieler zu beeinflussen. Ich kann hier nur an alle Borsigwalder appellieren: Das Spiel am Mittwoch ist auf UNSEREM Platz, in UNSEREM Kiez, mit UNSEREN Fans. Helft der jüngsten A-Jugend, dieser Verein je hatte. Denn jetzt brauchen wir Eure Hilfe! Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute: Justin – Pascal,  Eren, Nico, Simon, Alexander, Tobias, Christian, Ablaye, Malek, Julian, Mert, Lucas, Stefan, Gianluca, Melvin.

Die späte Erlösung. Zu viel Krampf beim 4:1 gegen Friedenau

5. Mai. Das Ergebnis sah am Ende deutlich aus. Viel deutlicher als das Spiel in Wahrheit war. Im Grunde täuscht es sogar. Und ich kann nur hoffen, dass manch einer heute das Spiel gegen einen Tabellenletzten und nun auch als Absteiger feststehenden Friedenauer TSC, der nie wie ein Absteiger spielte, als Warnzeichen nimmt: Wer sind wir, dass wir so auftreten dürfen in dieser schweren Staffel? Unserem Spiel fehlte heute gegen einen kampf- und laufstarken Gegner über weite Phasen jenes Tempo, jene Leidenschaft – ohne die wir nicht dahin gekommen wären, wo wir jetzt zur Überraschung aller stehen. Dass, wie heute, manchmal die Kreativität und Inspiration nicht da ist – das kann passieren. Aber so blutarm, wie mancher heute auftrat – das sollte nicht sein und hat uns auch echt enttäuscht. Bisweilen wirkte es pomadig, ja auch: arrogant. Die Anzeichen aber gab es schon vorher: Vier Spieler kamen verspätet, der ein oder andere deutlich. Das Aufwärmprogramm wirkte lustlos, die Konzentration auf niedrigem Level. Und als der Trainer, der erst vor zwei Wochen erlebt hat, wie Friedenau spielt, deutlich auf die Stärken des Gegners hinwies und warnte, da hatte mancher vielleicht das Spiel schon abgehakt. Aber, Leute, wie gesagt: Schon beim 2:8 gegen Dynamo war zu sehen, welche Moral in dieser Truppe steckt: Man fraß Gegentore klaglos, die klar abseits war, lag bei brütender Hitze früh deutlich zurück – und steckte doch nie auf. Genau so war es auch heute. Aus einer gut organisierten Defensive, die bisweilen von einer Vierer- und Fünfer- zur Sechserkette wurde, setzte Friedenau Nadelstiche. Die Spieler pumpten sich aus – wir fanden kein Rezept. Unser erster Torschuss, der den Begriff verdient hatte: nach 25 Minuten. Unser Tor nach 40 Minuten – ganz einfach, so einfach wie wir öfter hätten spielen sollen. Nach der Pause wirkte es, als ob die Truppe die Ansage verstanden hatte. Zwei, drei dicke Chancen, ein Pfostentreffer – und die kalte Dusche, das 1:1. Danach lange Verkrampfung pur. Hadern mit sich und dem Mitspieler, Anrennen – fast ein Spiel auf ein Tor. Die Erlösung kam spät, in der 87. Minute zum 2:1. Erst dann war der Friedenauer Widerstand gebrochen, das 3:1 und 4:1 wirkte dann sooooo leicht. Es war ein dreckiger Sieg, nicht unverdient aber eben auch letztlich aufgrund der späten Tore glücklich. Das sollten wir so mitnehmen; und weil mancher Konkurrent in der Staffel auch zuletzt so gewonnen hat, müssen wir uns nicht schämen. Mancher aber sollte sich besinnen: Es ist noch nichts erreicht, wir müssen weiter hart arbeiten. Hinterher sagte einer zu mir, womöglich habe die Truppe schon Bayer Leverkusen im Kopf gehabt. Auch das mag sein. Fast wäre es schief gegangen.  Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute: Justin – Pascal,  Eren, Nico, Simon, Alexander, Tobias, Christian, Ablaye, Malek, Julian, Mert, Lucas, Stefan, Gianluca

Hochkonzentriert zu drei Punkten beim BFC Dynamo

26. April. Mit jeder Menge Respekt gingen wir die Aufgabe beim BFC Dynamo an. Der hat bislang eine famose Rückrunde gespielt – und schielte wohl auch noch auf die Aufstiegsränge. Zumal die erste Mannschaft in der Regionalliga gut im Rennen liegt. Das Spiel hatte der BFC mit Freitermin auf diesen Donnerstag gelegt, um auch Regionalligaspieler einsetzen zu können. Über die Hintergründe will ich mich hier nicht groß auslassen, nur so viel: Bereits im Oktober wollte der BFC zwei unserer Spieler zu sich lotsen – mit dem Widerstand eines „kleinen Vereines“ hatte man nicht gerechnet. Der uns vom Jugendleiter angebotene „Deal“ war schlichtweg anmaßend, man könnte es auch Erpressung nennen. Dass man uns unsere Reaktion übelnahm – spricht für sich und das Selbstverständnis dieses Vereins. Und, ehrlich gesagt: Ich weiß gar nicht, was dieser Mensch sich einbildet, wer er ist. Meine Antwort: Da es zum Glück die Mauer nicht mehr gibt, die Stasi und Erich Mielke auch nicht mehr: ein Verein wie viele andere im Berliner Fußball. Nur das mancher der so genannten großen Vereine auch wirklich groß im Umgang mit Kollegen von kleineren Vereinen sind. Nur einer der beiden Spieler ist übrigens letztlich gegangen, weil man ihm angeblich die Chance auf die Regionalliga versprochen hat – dass er nun (nach Ende seiner Sperre) nicht einmal gegen uns spielte, nun ja: traurig, aber so läuft das wohl heutzutage. Zurück zur Partie, die von einem sehr guten Gespann geleitet wurde, das man vor allem dafür loben muss, dass es miteinander kommunizierte – und beide Mannschaften gleich streng behandelte. Auch für Trainer nicht so einfach: Mal kurz das Füßchen aus der Coachingzone – schon die (nette) Ermahnung… Die Schiris kaum älter als die Spieler – aber mit einem souveränen Auftreten. Uns gegenüber stand eine körperlich deutlich überlegene Mannschaft. Doch das schreckte unsere Jungs einmal mehr nicht. Nach einer starken Viertelstunde der Dynamos übernahmen wir die zusehends die Kontrolle über das Spiel. Durfte das 1:0 vielleicht noch unter der Kategorie „aus heiterem Himmel“ verbucht werden, verdienten sich unsere Spieler in der Folge bereits die 2:0-Halbzeitführung, die durch einen Strafstoß zustande kam. Borsigwalde spielte taktisch diszipliniert, sehr clever – und, das freute mich besonders, ließ sich zu keiner Zeit provozieren. Genau das ist der Weg zum Erfolg gegen Mannschaften, die womöglich individuell besser besetzt sind. Aber einmal mehr zeigten wir im Sportforum, dass wir ein echtes Team sind. Einer fightete für den anderen – die Roten Karten holten sich in den letzten Spielminuten, als der Drops längst gelutscht war, ein Spieler der Dynamos ab. Fazit: Wir haben uns erstmal Platz eins zurückgeholt – mit einer wirklich sehr starken TEAM-Leistung. In Summe ließen wir gegen den BFC kaum Torchancen zu und wirkten spielerisch sogar über weite Phasen reifer. Hochkonzentriert fuhren wir die drei Punkte ein. Gut gemacht, aber: Es warten noch sechs schwere Aufgaben! Borsigwalde heute: Justin – Mamadou, Pascal,  Eren, Nico, Simon, Alexander, Tobias, Christian, Ablaye, Malek, Melvin, Lucas, Stefan, Melvin, Gianluca

Souveräner Sixpack bei den Spandauer Kickers

14. April. Eines vorneweg: Donnerstag habe ich mir wirklich Sorgen gemacht. Fünf richtig dicke Fragezeichen standen hinter Spielern, einer fiel definitiv aus. Anders gesagt: Wir hatten zwölf Mann, wovon zwei auch noch angeschlagen waren… Entwarnungen trudelten dann Freitag bis spätabends sein. Am Samstag nun zeigte sich einmal mehr, aus welchem Holz die Jungs geschnitzt sind: Zwei hatten mit Ihren Chefs geredet – und sich frei geholt bzw. gingen freiwillig in die Nachtschicht, direkt nach dem Spiel. Andere bissen auf die Zähne. Um ehrlich zu sein: Einer hatte sich so herbe Schmerztabletten eingeschmissen, dass mir ganz schwindlig wurde, als ich es erfahren habe. Muss man nicht gut finden, aber die Jungs sind selber groß – und es zeigt, wie sehr sie für diese Mannschaft brennen und alles geben wollen. Das Spiel bei den Spandauer Kickers, die für uns immer einer Art Angstgegner waren, weil sie bissig sind, ist schnell erzählt: Wir hatten die Partie von der ersten bis zur letzten Minute erstaunlich gut im Griff. Knüpften quasi an der Testspielleistung in Siemensstadt an. Der Ball lief zeitweise wie an der Schnur gezogen, wir agierten mit sehr viel Ruhe und Köpfchen. Der Gegner lauerte auf unsere Fehler, die wir aber kaum anboten. Im ganzen Spiel ließen wir vielleicht zwei, drei nennenswerte Torgelegenheiten zu – ansonsten drückten wir der Partie ganz klar den Stempel auf. Das 6:0, die Treffer schön verteilt auf beide Hälften, geht voll in Ordnung. Die Jungs ahben das gut gemacht, aber: Der Gegner hatte auch nicht die personellen Alternativen, so wie wir heute. Und so grüßen wir weiter von der Tabellenspitze. Wo das noch hinführt? Ich will da nicht groß drüber nachdenken und schwadronieren, wir sollten einfach weiter so kicken wie heute, denn es stehen schwere Aufgaben an. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute mit: Justin – Mamadou, Pascal,  Eren, Nico, Simon, Alexander, Tobias, Christian, Ablaye, Malek, Adnan, Lucas, Stefan, Mert, Melvin.

3:0 gegen SV Empor – endlich mal wieder geglänzt

17. März. Drittes Rückrundenspiel, dritter Sieg. Diesmal bei plötzlich wieder wirnterlichen Temperaturen gegen den in der Tabelle als Top-Team ausgewiesen SV Empor. Fußballerisch war das klar unsere beste Pflichtspiel-Leistung im neuen Jahr. Eine Partie, die aufgrund ihrer Attraktivität mit den etwas mageren Auftritten zuletzt versöhnte. Von Beginn an drückten wir dem Duell an der Tietzstraße unseren Stempel auf und erspielten uns einige Chancen. Das alte Lied: Die Verwertung über die ganzen 90 Minuten hinweg – höchst ausbaufähig. Aber wir zeigten viel Esprit und Kreativität. Schade, dass der Referee bei einem toll herausgespielten Tor auf Abseits entschied. Da vor dem letzten Pass noch zwei Mann von Empor auf der Torlinie verteidigen wollte, der Ball zudem zurück gespielt wurde – eine Fehlentscheidung, des ansonsten aber sehr guten Unparteiischen, der eine klare Linie verfolgte. Es spricht für die Truppe, dass sie nach kurzer Aufregung zurück ins Spiel fand – und sich irgendwann auch belohnte. Das 1:0 zur Pause – eher schmeichelhaft für den Gast. Der aber kam nach etwa einer Stunde immer besser auf, nahm das Zepter in die Hand – und wir begannen, um unsere Führung etwas zu zittern. Gut und gern 20 Minuten lang, bis wir nach einem Foul im Strafraum per Elfmeter alles klar machen konnte. Das 3:0 noch ein Gastgeschenk des ansonsten wirklich famos haltenden Empor-Torhüters. Fazit: Noch eine Nachholpartie nun am Donnerstag gegen den SV Wartenberg, dann ist erst einmal wieder Pause. Die werden wir mit sehr kleinem, aber hochmotivierten Kader in Italien bei der Trofeo Adriatico verbringen. Italien – das fehlt nach England, Kroatien und Spanien noch auf unserer Reiseliste. Der Fokus aber liegt natürlich weiterhin auf der Liga. Das Thema Klassenerhalt ist durch, aber wir sind dennoch gut beraten, uns nicht in Tagträumen zu verirren. Was diese jüngste Mannschaft der Liga leistet, ist eine faustdicke Überraschung. Mehr als eine Phrase werdet Ihr aber weiterhin nicht vom Trainerteam hören: Wir wollen so lange wie möglich da oben bleiben. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute mit: Justin – Mamadou, Pascal, Gianluca, Eren, Nico, Simon, Alexander, Julian, Tobias, Christian, Ablaye, Malek, Adnan, Lucas, Stefan.

2:1 bei Teutonia – Tabellenführer, ohne zu glänzen

11. März. Arbeiten wir erst einmal das Sportliche dieser Partie beim Spandauer SC Teutonia ab: Wir spielen derzeit ein bisschen wie – nun ja: Schalke. Das ist wahrlich kein von mir nun krampfhaft erzwungener Vergleich. Mein Lieblingsverein fährt aktuell Punkte ohne Ende ein, ohne dabei fußballerisch zu überzeugen. Wir gewannen nun auch unser zweites Rückrundenspiel, standen dabei wirklich hinten sehr gut (wie die ruhmreichen Königblauen), aber es fehlte an der Kreativität – auch da sind die Schalker bekanntlich derzeit nicht so gut dabei. Schon zur Pause musste ich mir von meiner Mannschaft anhören, dass auf dem Kunstrasenplatz von Teutonia so schwer zu passen sei. Das kann ich nicht beurteilen, für mich sah das Geläuf ordentlich aus. Fakt ist: Mit Fußball hatte das heute über weite Phasen wenig tun – und auch nichts mit dem, was wir noch unter der Woche geübt haben: Kombinieren durchs Zentrum. Das habe ich heute nicht gesehen. Nur Gebolze, Puffern und Flippern hüben wie drüben. Stückwerk und Stockfehler. Viele Fehlpässe, auch von Spielern, die sonst ballsicherer sind. Wir waren dabei noch so ein bisschen die Einäugigen unter den Blinden, weshalb das 1:0 zur Pause und das 2:1 am Ende auch in Ordnung gingen. Jubelstürme löste das Ergebnis nicht aus, dafür waren wir einfach zu schwach. Und der Gegner auch. Eine Partie auf mäßigem Niveau (im Gegensatz zum Hinspiel) mit zwei Teams, die nahezu mit dem letzten Aufgebot antraten. Bei uns spülten die Engpässe sogar einen B2-Spieler in die Startelf, der seine Sache gut machte.  Teutonia erarbeitete sich nur eine Torchance aus dem Spiel heraus, bei uns waren es vielleicht vier oder fünf. Die ersten beiden Tore, unser 1:0 und das 1:1 waren Geschenke der Sieht-man-selten-Kategorie. Das Fußballherz erfreute allenfalls unser 2:1, schön herausgespielt und herausgepresst. Den Treffer spielerisch erzwungen. Ach hätten wir es doch öfter mal so sehenswert gemacht. Dazwischen gab es viel zu viel Gequatsche. Diskussionen über unwichtige Dinge, ob nun ein Einwurf richtig gesehen wurde. Bisweilen war auch von beiden Seiten zu viel Härte im Spiel – und zu wenig: Ich sage mal sorry, wenn es dem Gegenspieler weh getan hat. Mag sein, dass der Zufall hier Pate stand: Irgendwie spielten heute immer Feuer und Wasser direkt gegeneinander – aber, ganz ehrlich: Es nervt langsam, wie viel Testosteron in der Luft ist, selbst wenn man auf anständige Gastgeber wie Teutonia trifft. Und, ganz ehrlich, Jungs in blau und grün: Seien wir doch alle froh, dass sich ein Freiwilliger fand, die Partie zu pfeifen. Nachdem zum zweiten Mal in dieser Saison auswärts kein Schiedsrichter erschienen ist. Nennt mir eine Entscheidung, die ganz sicher falsch war und die Partie beeinflusst hat… mir fällt keine ein. Im Gegenteil: Ich möchte hier mal sagen: Der Schiedsrichter war heute einer der Besten. Er hatte seine Linie – jene Linie, die Ihr Spieler nicht hattet. Nicht unerwähnt lassen möchte ich allerdings, dass nach dem Duschen viele Borsigwalder und Spandauer Spieler noch aufeinander trafen, sich die Hand gaben – und alles Gute für den Rest der Saison wünschten. Das versöhnt auch einen grauen Wolf wie mich ein wenig mit der Jugend von heute… und ja: Wir sind tatsächlich aktuell Tabellenführer, auch wenn wir heute nicht so gespielt haben. Kann mich  mal einer kneifen? Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute mit: Justin – Mamadou, Pascal, Gianluca, Eren, Nico, Simon, Alexander, Julian, Tobias, Christian, Ablaye, Malek, Melvin.

Den Bericht der Hakenfelder findet Ihr unter www.teutonnia.de

1:0 beim TSV Rudow – gelungene Revanche fürs Hinspiel

25. Februar. Wie wollen wir es nun nennen? Arbeitssieg? Zittersieg? Ein glücklicher Sieg? Ein völlig verdienter Sieg? Sucht Euch was aus, es passt alles zu diesem 1:0-Erfolg zum Rückrundenstart beim TSV Rudow.  Wir bestimmten die ersten Minuten und erzielten das frühe 1:0. Dann hätten wir wirklich rasch alles klar machen können, nein: müssen. Stattdessen ließen wir die Gastgeber aufkommen. Nicht, dass wir selbst nachließen (auch wir erarbeiteten uns weiter unsere Chancen) – aber die Rudower hätten nun den Ausgleich erzielen können, nein: müssen. Unser Torhüter hielt uns im Spiel, Rudow hatte zudem Schusspech. Beim Hinspiel war das noch anders gelaufen. Auch da hatten wir scheinbar alles im Griff – und ehe wir uns versahen, nutzte damals Rudow alle Fehler von uns. So verloren wir das Spiel damals schon in Halbzeit eins. Heute hatten wir da mehr Fortune, was auch nötig war, weil wir in Halbzeit zwei wieder geradezu fahrlässig mit besten Gelegenheiten umgingen. Der TSV Rudow profitierte dabei von sensationellen Reflexen seines Keeper, kam gleichzeitig kaum noch gefährlich vor unser Tor, blieb aber durch Standards am Drücker. Und so waren wir alle froh, als die Partie endlich vorbei war. Fazit: Heute mit kleinem Kader (nur drei Feldspieler auf der Bank) nach einer Woche, in der wir jeweils nur elf, zwölf Mann im Training hatten. Darunter Rekonvaleszenten, Angeschlagene. Die Personaldecke ist derzeit sehr dünn angesichts einiger Verletzten. Die Jungs haben es gut gemacht, mit sehr viel Leidenschaft – ohne dabei zu glänzen. Alle aber haben sich ausgepumpt für das Team. Ein verdienter Arbeitssieg. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute mit: Justin, (Martin) – Mamadou, Pascal, Gianluca, Eren, Nico, Simon, Alexander, Julian, Mert, Tobias, Christian, Ablaye, Malek.

Fast wie an der Playstation – verdienter Sieg beim SV Empor

18. Dezember. Heute möchte ich mal etwas über meinen (emotionalen) Schatten springen und sagen: Ja, ich bin richtig stolz auf die Mannschaft. Zumindest, und jetzt kommt schon die Einschränkung, die man von mir kennt: was das Sportliche angeht… zum anderen später mehr. Wir gewannen heute völlig verdient mit 5:1 beim SV Empor, der Regionalliga-Reserve. Vielleicht um ein, zwei Treffer zu hoch – aber in jedem Fall hat heute die bessere Mannschaft als Sieger den Platz in der Nordend-Arena zu Wilhelmsruh verlassen. In solchen Momenten weiß man auch als Trainer, warum man sich bei Arschkälte das jüngste Heimspiel von Empor anguckt, um eine Art Matchplan zu erarbeiten. Der heute richtig gut aufgegangen ist. Empor spielte genau so, wie wir sie erwartet haben – und reagierte auf unsere Taktik ebenso, wie wir es uns erhofft haben. Die Jungs haben alle Ansagen prima umgesetzt – auch wenn das bedeutete, vor allem läuferisch bis an die Schmerzgrenze zu gehen. Das haben heute alle  getan. Und so krönten wir mit einem Auswärtssieg eine sensationelle Hinrunde! Jungs, das habt Ihr Euch verdient! Tolle Trainingsbeteiligung, meist hohe Konzentration, ein befruchtender Konkurrenzkampf. Zum Spielfilm: Empor spielerisch stärker in den ersten 20 Minuten – aber dann in der Folge nur noch in Intervallen wirklich überzeugend. Was das Verdienst unserer Truppe war. In der ersten Hälfte von Halbzeit eins waren die Gastgeber eine Klasse ballsicherer als wir. Aber wir waren stets giftig und gallig, klauten in der Folge immer mehr Bälle – und störten den Spielaufbau. Mit unserem schnellen Umschaltspiel kamen die favorisierten Gegner nicht so gut zurecht. Unser Glück, das wir uns erarbeitet haben: Nach einem Standard gingen wir, im Grunde mit unserem ersten ernsthaften Torschuss, in Führung. Für Empor ein echter Stimmungskiller. Mit noch mehr Fortune hätten wir bis zur Pause noch erhöhen können. Ein Aufreger war dann das 2:0. Die Kollegen von Empor haben ein Abseits gesehen, unsere Eltern, die auch auf Ball-Höhe standen, sagen: kein Abseits. Das brachte Diskussionen und Hektik in die Partie. Testosteron-Ausstöße, auch von unserem Team, die ich hasse. Zeitstrafen (gegen beide Mannschaften), Verbal-Scharmützel – und Kritik am Referee (ein Borsigwalder Trainer), die aus meiner Sicht, und aus der Sicht anderer Beobachter, völlig unbegründet war. Um ehrlich zu sein: Außer dem 2:0 gab es keine strittige, entscheidende Szene. Hier muss ich auch nochmal erwähnen, dass wir Borsigwalder dem angesetzten Referee noch hinterher telefoniert haben. Für 13 Uhr war die Partie angesetzt, wir erreichten ihn um 12.35 Uhr – und er sagte, er würde es erst zu 14 Uhr schaffen… Ich lasse das jetzt mal so stehen. Landesliga A-Jugend ohne Schiedsrichter – das ist immer Mist, ich habe es  kürzlich bei der Spielbeobachtung BSC gegen Rudow gesehen, wie übel sowas ausgehen kann… Fazit nach einem impulsiven Duell: Schade, dass unsere Mannschaft im Bereich der Emotionen immer noch Lern-Bedarf hat – und sich selbst damit aus dem Konzept bringt. Gut war, dass wir gerade noch rechtzeitig den Faden wieder aufnehmen konnten. Das Spiel entschieden wir dann mit regelrechten Sonntags-Toren. Wie unsere Nummer sieben die Treffer drei und vier reingemacht hat – also sowas geht sonst nur auf der Playstation. Den einen Ball irgendwie mit der Hacke (aber aus gefühlten zehn Metern Entfernung) – und den anderen gegen den ansonsten starken Empor-Keeper, der aber immer mitspielen will und deshalb zu weit vor dem Gehäuse stand – von der Mittellinie. Wahnsinn. Den Schlusspunkt setzte ein klarer Strafstoß gegen Gastgeber, die sich dann irgendwann aufgegeben hatten. Um eines nochmal festzuhalten: Am Ende kamen zwei der drei Empor-Trainer und gratulierten fair dem verdienten Sieger. So war es auch unter diesem Aspekt noch ein versöhnlicher Tag. An unseren Verhalten bei hitzigen Situationen müssen wir noch arbeiten – aber spielerisch war das heute wirklich top. Wir haben auch wenig zugelassen gegen einen spielkstarken Gegner. Dieses Spiel – auch die Krönung einer schönen Hinserie. Die Ansage war, dass alle nochmal alles raushauen sollten im letzten Spiel – und genau das passierte. Wir überwintern mit einer sensationellen Platzierung oben, die keiner erwartet hat von der jüngsten Mannschaft der Staffel. Nur einen Zähler aktuell von einem Aufstiegsrang entfernt – und mit jeder Menge Puffer nach unten. Außerdem qualifiziert für die Berliner Hallenmeisterschaft, die wir dann halt mal so mitspielen… Am Dienstag nun noch ein Spaßtraining in der Halle Hatzfeldtallee, Donnerstag Weihnachtsfeier und noch ein Spaß-Turnier in der Soccerhalle am Samstag. Lassen wir ein gutes Jahr würdig ausklingen… Borsigwalde heute mit: Justin, (Martin) – Alexander, Simon, Tobias, Pascal, Nico, Mamadou, Gianluca, Malek, Ablaye, Lucas, Daniel, Eren, Adnan, Christian.

Nicht belohnt – unnötige Niederlage im Fuchsbau

10. Dezember. Vor dem Nord-Derby in der Landesliga waren die Rollen klar verteilt. Der Staffel-Favorit und der Underdog, der überraschend mit oben steht. Klare Sache, eigentlich – bei Niederlage kein Grund zum Ärgern. Im Nachhinein muss ich aber sagen: Selten habe ich mich über eine Niederlage mehr geärgert, sie als unnötiger empfunden. Dieses  1:2 bei den Füchsen Berlin Reinickendorf hätte nicht passieren müssen. Zur Pause schon hätten wir führen müssen. Fünf dickste Gelegenheiten vor dem Pausenpfiff – aber kein Treffer. Die Füchse waren allenfalls die ersten 20 Minuten besser, danach war es – wie Spielbeobachter Andreas Kerwin (TeBe) konstatierte, eigentlich eine typischen Unentschieden-Spiel. Wobei uns klar die letzten 20 Minuten vor der Pause gehörten, bevor die Partie in einem Duell mündete, das in Halbzeit zwei nicht mehr zu gefallen wusste. Viele lange Bälle, keine Stafetten, kaum noch herausgespielte Torchancen – auf allerdings auch schwer zu bespielendem Rasenplatz am Freiheitsweg. Wir gingen 1:0 in Führung – und kassieren fast im Gegenzug den Ausgleich. Viel zu schnell, viel zu billig – nach einer Fehlerkette, die nur eines vermuten lassen kann: Da fühlten sich einige wohl schon zu sicher und waren nicht mehr konzentriert. Dass die letzte Aktion der Füchse vor dem Tor ein klares Foul war, das der Schiedsrichter nicht gesehen hat – nun ja, kommt dann noch hinzu. Leider verloren wir danach völlig den Faden – und am Ende nach einem weiteren Blackout in der Defensive, als der Ball nach einem Freistoß ewig unterwegs war, auch die Partie. Wie gesagt: einfach nur unnötig. Die Jungs haben sich nicht belohnt für eine gute Vorstellung in Halbzeit eins, konnten aber auch  in Halbzeit zwei auch leider nichts mehr zulegen. Ich denke, man muss klar festhalten, dass wir heute nicht schlechter waren als der Tabellenführer (der womöglich auch nicht seinen besten Tag hatte) – aber uns fehlt halt doch die Cleverness und der letzte Tick faire Brutalität (um mal Anleihe beim ehemaligen Bundesligaspieler Christian Beeck zu nehmen). So sollten wir uns wieder auf das besinnen, um was es im Grunde geht: den Abstand zu den Abstiegsrängen so groß wie möglich zu halten. Borsigwalde heute mit: Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Pascal, Nico, Mamadou, Gianluca, Malek, Ablaye, Lucas, Daniel, Eren, Adnan, Christian.

Stark kombiniert – 4:1 gegen Hertha 06

2. Dezember. Das ist schon eine bemerkenswerte kleine Serie: Seit dem Wiederbeginn nach den Herbstferien holte die Mannschaft aus vier Partien zehn Punkte. Die drei von heute zählen im Grunde doppelt, weil wir mit dem ambitionierten Charlottenburger FC Hertha 06 jene Mannschaft besiegten, die in unserer Staffel den Relegationsrang belegt. Den Vorsprung darauf vergrößerten wir somit auf aktuell neun Zähler. Und das mit einem Spiel, nachdem ich der Mannschaft ein riesiges Kompliment machen durfte. Dieser 4:1-Sieg wurde erspielt. Mit Verwöhnaroma. Die Jungs kombinierten erfrischend, hielten sich  von der ersten Minute an voll an die taktischen Vorgaben. Es war auch für die Zuschauer ein richtig schönes Spiel, bei dem wir bis auf die zehn Minuten vor der Halbzeitpause stets das Heft des Handelns behielten. Die Treffer waren toll herausgespielt, jeder lief wieder für den anderen. Es wurde super verschoben, ganz früh gepresst – ganz, ganz stark. Mehr gibt es im Grunde nicht zu sagen. Es war vielleicht unser bester Saisonauftritt heute. Dass der Gegner nach dem Spiel ankündigte, im Winter einen Trainerwechsel vorzunehmen und mehrere neue starke Spieler zu holen, zeigt allerdings eines auch ganz klar: Die Konkurrenz wundert sich vielleicht, dass Borsigwalde mit seiner jungen Truppe da oben steht- aber sie schläft nicht. Uns hingegen ereilte heute die Hiobsbotschaft, dass ein Leistungsträger für die Rückrunde wegen eines schulischen Auslandsaufenthaltes nicht zur Verfügung stehen wird. Ihr sehr also: Wir brauchen weiterhin jeden! Erst recht vor den beiden nun folgenden Auswärtspartien, mit der wir die Hinrunde beschließen werden: Es geht gegen die Staffel-Favoriten Füchse und Empor. Wäre schön, wenn wir da auch jeweils was mitnehmen würden. Das wäre dann quasi wie eine Zugabe. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute mit: Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Pascal, Nico, Mamadou, Gianluca, Malek, Ablaye, Lucas, Daniel, Eren, Adnan, (Nikola), (Eiven).

1:1 in Lichtenberg.  Vier mal Pfosten, Latte – und ein Wunsch: Gute Besserung für Bärchen!

26. November. Bevor ich hier überhaupt was zum Spiel und Drumherum an der Bornitzstraße schreibe, möchte ich auf diesem Wege unserem Julian gute Besserung wünschen. Es gibt Wichtigeres als Ergebnisse – und das ist die Gesundheit. Julian verletzte sich bei einem Zweikampf so schwer, dass er nach etwa einer halben Stunde lange mit großen Schmerzen auf dem Platz liegen blieb – und dann ins Krankenhaus gefahren wurde. Bange Minuten für ihn und uns. Danke hier an Norbert, Kerstin und Yvonne für die tolle Erste Hilfe. Eure Unterstützung in solchen Momenten ist Gold wert! Mittlerweile gibt es zumindest Andeutungen zur Diagnose: Mehrfacher Bänderriss im Sprung-Gelenk. Kopf hoch, Bärchen, das wird wieder! In unserem bis dahin wirklich sehr guten, druckvollen Spiel gab es nach dieser Aktion und der langen Unterbrechung einen Knick. Nicht nur, dass Julian bärchenstark war, ich hatte den Eindruck, dass mancher Mitspieler nicht mehr so mutig wie zuvor agierte. Aber das soll beileibe kein Vorwurf sein.

Nun zur Partie: Wir hatten, wie gesagt, bis dahin alles im Griff. Der SV Lichtenberg 47 fand im Grunde offensiv nicht statt – das lässt sich übrigens fast auf die gesamte Begegnung festmachen, ausgenommen die Schlussphase. Unsere Chancenverwertung war allerdings einmal mehr nicht gut – und L47 verteidigte mit sehr viel Geschick und Leidenschaft. Deutlich kompakter, als ich es in anderen Partien der Ost-Berliner wahrgenommen habe. Trotzdem kamen wir zu guten Gelegenheiten. In diesem Spiel trafen wir insgesamt vier Mal Latte und Pfosten, außerdem war der Ball wohl (nicht zu erkennen für den Referee) einmal bereits hinter der Linie. Unseren ersten gegebenen Treffer erzielten wir erst, als das Duell schon recht zerfahren und unansehnlich wirkte. Den Ausgleich kassierten wir nach einer Kette von nicht geklärten Bällen. Was folgte, war ein plötzlicher Sturmlauf der Gastgeber, der uns durchaus auch noch diesen einen Zähler hätte kosten können. So ist das halt oft im Fußball … Am Ende also ein 1:1, das ich jedoch durchaus positiv sehe. Leute, denkt immer an die Struktur unserer Truppe. Wir sind und bleiben eine halbe B-Jugend! Wir haben das heimstarke Team der Lichtenberger, das auch schon den Topteams Empor und Füchse auf eigenem Platz jeweils ein Remis abgetrotzt hat, auf Distanz gehalten. Überhaupt ist an diesem Spieltag in unserer Staffel nicht viel passiert.

Leider kassierten wir kurz vor dem Ende noch eine völlig unnötige Rote Karte – und mussten auch wegen dieser Unterzahl noch gute fünf Minuten zittern. Dazu möchte ich was sagen: Von Beginn an wurden unsere Spieler von ehemaligen Borsigwalder Akteuren, die mittlerweile bei L47 in der B-Jugend ihr Dasein fristen (nur einer hat sich bisher wirklich durchsetzen können, einer kommt sogar über den Status eines Maskottchens nicht hinaus) bepöbelt. In übelster Form. Ich habe in der Halbzeitpause noch einmal darauf hingewiesen, dass doch bei uns alle wissen, welch Geistes Kind mindestens zwei dieser Spieler sind, die wir aufgrund ihrer schlechten Kinderstube gar nicht mehr bei uns haben wollten – und dass man da einfach weghören muss bei so viel verbalem Dünnpfiff. Einem unserer Spieler ist das leider nicht gelungen, er ließe sich zu einer verbalen Retourkutsche hinreißen, die der Referee mit Rot bestrafte. Den Spruch muss ich ebenso kritisieren wie das Verhalten unserer ehemaligen Mitspieler, von denen jener, der unseren Spieler bis aufs Blut reizte, auch noch als Linienrichter fungierte. Bin gespannt, ob das vor diesem Hintergrund noch ein Fall fürs Sportgericht wird… Ich sehe das letztlich so: Da dürfte sich bei diesen ehemaligen Borsigwaldern, die schon immer bevorzugt auf dem Ego-Trip waren, viel Frust mit Neid paaren, wenn sie sehen, wie toll es die ehemaligen Kameraden jetzt als 2001er bei der A-Jugend machen. Und damit: genug gesagt. Fakt ist: Wir sind so gut dabei, dass das auch heute wieder viele neutrale Zuschauer gelobt haben.

Wichtig ist mir allerdings noch, dass das Team der A-Junioren von L47 positiv erwähne, das uns einen starken Kampf geliefert hat – allseits fair. Und mit sehr viel Mitgefühl bei unserem Julian. Den Gegenspieler trifft da null Schuld, es war ein Kampf um den Ball. Loben möchte ich auch meine Trainerkollegen der A- und B-Jugend bei Lichtenberg 47. Zwei Trainerkollegen, die am Ende klare Ansagen machten bezüglich des Verhaltens einiger Zuschauer. „Ihr solltet Euer Verhalten mal überprüfen, sowas wollen wir bei uns nicht“, sagte der Kollege Hinz (A-Jugend) hinterher zu der Störer-Gruppe. Was der Kollege Lehmann (B-Jugend) und ich besprochen haben, bleibt unter uns. Ich habe aber wieder gespürt, dass wir beide auf einer Wellenlänge liegen. Ich wünsche beiden Landesliga-Teams von L47 aufrichtig alles Gute – auch wenn wir bei der A-Jugend direkte Konkurrenten im Kampf um den Ligaerhalt sind. Wir stehen nächste Woche vor einem schweren Spiel gegen Hertha 06, das derzeit den möglichen Relegationsrang belegt. Bitter, dass wir heute zwei wichtige Spieler für diese Partie verloren haben. Aber was wollen wir uns nach so einem Wochenende beschweren… Denn eines möchte ich noch erwähnen, das sei mir erlaubt: Die Nummer eins im Pott sind wir! Nach diesem Remis, einem gefühlten Derbysieg, konnte mir heute nicht wirklich etwas die gute Laune vermiesen. Also: Glück auf an alle! Borsigwalde heute mit: Justin, (Martin) – Alexander, Simon, Tobias, Pascal, Nico, Julian, Mamadou, Gianluca, Malek, Ablaye, Lucas, Daniel, Eren, Christian, (Adnan).

Nachtrag: Das Sportgericht hat unseren Spieler nur für das nächste Spiel gesperrt (automatische Sperre). Begründung:

Nachdem der Betroffene zuvor immer wieder von jugendlichen Zuschauern provoziert worden war,
rief er einem der Zuschauer zu: „Halt’s Maul, du Spast!“. Er erhielt dafür einen Feldverweis auf
Dauer. Als Sanktion für dieses unsportliche Verhalten, reicht die automatische Spielsperre aus.

 

4:3 gegen den Berliner SC – packendes Duell mit glücklichem Ende für uns

18. November. Das war ein richtig gutes Landesliga-Spiel. Es hatte Rasse, Klasse, Tempo. Zwei Teams mit offenem Visier, Offensivfußball im Blut. Am Ende gewannen wir, wie heißt es so schön: glücklich, aber nicht unverdient. 4:3 gegen den Berliner SC. Und bevor ich ins Detail gehe, möchte ich ehrlich sein: Der Blick auf die Tabelle überrascht auch mich. Nie im Leben hätte ich erwartet, dass wir nach neun Spielen 19 Zähler haben. Umso schöner. Denn es warten weitere schwere Aufgaben auf uns. Nun zum Spielfilm, 90 packende Minuten, die bei kalten Temperaturen keinen Zuschauer kalt ließen. Wir kamen ganz schlecht ins Spiel, ein richtig doofes Gegentor beim ersten Angriff des BSC. Unser System hat eben auch seine Tücken, wenn nicht alle gleich hellwach sind. Und mancher hatte wohl nicht zugehört bei der Besprechung, denn erst letzte Woche hatte ich den BSC beobachtet – und genau auf diese Stärke, die die Truppe in dieser Situation ausspielte, hingewiesen. Aber, immerhin: Unsere Mannschaft zeigte sofort eine Reaktion: Wir pressten die Gäste nun regelrecht in ihre Hälfte – und belohnten uns nach einer Viertelstunde. Es war nun unser Spiel, ganz klar. Das 2:1, ebenfalls völlig verdient. Der Ausgleich kurz vor der Pause eher überraschend – aber im Grunde auch nicht zu verteidigen. Da fliegt eine Flanke Millimetergenau auf den Schädel eines heran stürzenden Spielers – allererste Sahne, dieses Tor. Überhaupt war es heute der Tag der schönen Treffer. Das 2:2 zur Pause, ich kann mich da nur wiederholen: irgendwie gefühlt zu wenig für unseren Aufwand. Aber diesmal hatten wir den Vorteil, dass der Gast nur zwei Mann auf der Ersatzbank sitzen hatte. Wir wollten es auch über die Laufbereitschaft lösen. Was zuerst gut klappte (das 3:2 gleich nach der Pause), bevor wir dann das Spiel über weite Phasen an die Gegner verloren. Nun fiel unser Treffer zum 4:2 nach einem Konter quasi aus dem Nichts, in einer starken Drangphase der Gäste, die drauf und dran waren den Ausgleich zu erzielen. Er wäre verdient gewesen, ohne Frage. Nun also, in der 86. Minute (plus bereits angezeigten fünf Minuten Nachspielzeit aufgrund einer Verletzungsunterbrechung) die Entscheidung! Von wegen. Wir erhielten eine Zeitstrafe und kassierten per Strafstoß das 3:4. Dann zitterten wir auch diesen Sieg über die Zeit. Für wen das jetzt negativ klingt, dem halte ich entgegen: Nein, die Truppe hat hart gearbeitete für diese drei Punkte. Wieder einer für den anderen. Kompliment für diese Charakterstärke. Die Spiele waren zuletzt sehr eng, genauso wie diese Liga ist. Wir sind gut dabei. Deutlich besser als erwartet. Borsigwalde heute mit: Justin, (Martin) – Alexander, Simon, Tobias, Pascal, Nico, Julian, Mamadou, Gianluca, Malek, Ablaye, Lucas, Daniel, Eren, Christian, Adnan.

Hart erarbeitet – 2:0 gegen Spandauer SC Teutonia

11. November. Wie sagte es unser Rückkehrer nach seinem ersten Pflichtspiel in dieser Saison? „Der Unterschied“, so also Malek, „zwischen der A-Jugend im letzten Jahr und in diesem Jahr – hier kämpft einer für den anderen.“ Gut gesagt. So haben wir uns jedenfalls heute drei Punkte gegen den Spandauer SC Teutonia erkämpft, erarbeitet – und weniger erspielt. Zumindest, wenn man die zweite Halbzeit nimmt. In Hälfte eins waren wir tonangebend und wussten durchaus spielerisch zu gefallen in einem Abnutzungskampf zweier Mannschaften, der fast nur im Mittelfeld stattfand. Torchancen waren im Grunde fast nur bei uns – aber der Ertrag einmal mehr zu dürftig für den großen Aufwand. Da ist es irgendwie logisch, dass in Halbzeit zwei bisweilen die Körner fehlen. 1:0 – alle ahnten, was kommen würde: zittern. Teutonia kam wütend aus der Kabine und nun zu mehreren Gelegenheiten. Wir hatten das Glück des Tüchtigen – und eines überragenden Torhüters. Jeder fightete für den anderen, mancher biss auf die Zähne. So wurde manche Chancen noch im letzten Moment zerstört – und wir konnten auch froh sein, dass die Gäste aus Hakenfelde ihre Angriffe oftmals nicht zu Ende kombinierten. In der Nachspielzeit setzten wir dann per Kopfball das 2:0 – und holten so verdient drei Punkte. Klar, aufgrund der zweiten Halbzeit hätte Teutonia auch einen Zähler mitnehmen können, aber insgesamt waren wir heute in einem Spiel mit wenig packenden Strafraumszenen einen Tick besser. Den Sieg ordne ich ganz oben im Regal ein, unter der Rubrik: besonders wertvoll. Das sind Big Points im Kampf um den Ligaerhalt. Ich habe Teutonia vor der Herbstpause bei Hertha 06 gesehen, als sie den Gegner regelrecht auseinander genommen haben. Nun, sagten einige Begleiter des Teams, war Borsigwalde schlichtweg körperlich fitter. Teutonia hat nicht einmal getestet in den Ferien – wir haben drei Mal gespielt und die Zahl der Trainingseinheiten noch einmal hoch gefahren. Fast alle haben prima mit gezogen – wenn auch nicht ohne Murren. Vielleicht verstehen aber nach so einem Spiel alle, warum a) Fitness ganz wichtig ist und b) wir jeden Spieler brauchen. Diese Liga kostete so viel Kraft und ist so kompliziert, dass wir zum Beispiel heute einen Verteidiger nach der Pause gar nicht mehr bringen konnten, obwohl er stark gespielt hatte. Aber nach Gelb und Zeitstrafe wäre das nächste Foul Rot gewesen. Es ist der schmale Grat, auf dem wir auch heute wieder gewandelt sind. Schön aber, dass die Truppe das üble Erlebnis Hilalspor verarbeitet hat. Besser möglicherweise als wir Verantwortlichen, die immer noch schlucken. Mit der Wertung gegen beide Teams hatten wir aufgrund des Spielstandes bei Abbruch gerechnet – aber wie sich das Sportgericht letztlich alles hinbiegt, um auch Borsigwalde eine Schuld am Abbruch zu geben, das ist schon skandalös angesichts der Tatsache, dass hier Hilalspor drei Rote Karten erhalten hat und selbst eingeräumt hat, man werde künftig keine Zuschauer mehr in ihren Käfig am Waldeckpark lassen… Wir könnten nun einfach abwarten, ob noch was auf unsere von den Hilalspor-Sündern beschuldigten Spieler zukommt – aber wir haben trotzdem schon vorab eine Protestnote verfasst. Unsere Mannschaft ist gefordert, auch durch ihr Verhalten in den nächsten Wochen zu zeigen, dass wir faire Sportsleute sind. Und so billige Laien-Schauspielveranstaltungen wie diese Sportgerichtsverhandlungen wollen wir uns künftig ersparen… Danke an Carsten für die Spiel-Fotos von heute. Borsigwalde spielte mit: Justin, (Martin) – Alexander, Simon, Tobias, Pascal, Nico, Julian, Mamadou, Gianluca, Malek, Ablaye, Lucas, Daniel, Nikola, Christian, (Adnan).

Hier der sehr gute Bericht von Teutonia, Motto: Kiezhelden besser im Saft

Unwürdig: Hilalspor sorgt für Spielabbruch

15. Oktober. Am Ende hat einer von Hilalspor einfach nur brutal zugetreten. Und der Schiedsrichter brach ein Spiel ab, über das ich  am liebsten gar nichts schreiben würde. Doch das wäre auch nicht richtig. Bevor ich mich zu sehr auf den Gastgeber fokussiere: Aus unserer Sicht geht dieser Spielabbruch, den letztlich allein Hilalspor zu verantworten hat, leider auch auf das Konto des Unparteiischen. Das 2:1 für die Kreuzberger, irgendwie Sinnbild für eine Spielleitung mit vielen Gesten und wenig Gespür. Vor dem entscheidenden Kopfstoß zum 2:1, ein zweiter Ball, wird unser Spieler vom Torschützen mit Knien und Ellbogen brutal weggerammt (bleibt danach minutenlang liegen, wirkt benommen) – doch der Treffer zählt. Ein lapidares „Er kann sich ja nicht in Luft auflösen“ sagt der Schiedsrichter dazu. Von da an dachten die Spieler von Hilalspor wohl, sie könnten sich alles erlauben. Wir wurden nicht mehr bespielt, wird wurden aufs Übelste bekämpft. Immer wieder Ellbogen. Erst recht, nachdem wir mal darauf hingewiesen haben, wer da alles nicht auf dem Spielberichtsbogen steht, aber in der Coaching-Zone sitzt und steht – und nach dem 2:1 Mittelfinger und andere wüste Gesten zu uns entsandte. Bereits in der Pause, beim Stande von 1:1, aber auch mehrfach während des Spiels, haben wir Trainer und meine Spieler sowie der von uns gestellte Linienrichter (der auch körperlich angegriffen wurde) den Schiedsrichter darauf aufmerksam gemacht, dass unsere farbigen Spieler ständig getreten und mit „Nigger“-Schimpfworten bedacht werden. Immer wieder hörten wir: „Ich habe nichts gehört.“ Mit einem Satz: So ein dreckiges, unwürdiges Spiel habe ich selten erlebt. Und das Ende, ebene eine Tätlichkeit gegen einen unserer Afrikaner, könnte man als den Endpnkt einer „Treibjagd“ beschreiben. Sorry, aber mir fällt kein besseres Wort ein. Wie groß muss der Hass sein, wenn er sogar das Gefühl eines Sieges überlagert???? Mehr will ich jetzt auch nicht mehr sagen, denn die Sache geht vors Sportgericht. Und: Wer so blöd ist wie die letztlich drei besonders aggressiven Spieler von Hilalspor und wenige Minuten vor dem Ende offenbar im blinden Hass gegen einen Migranten so zutritt gegen und eine Massenkeilerei auf dem Platz auslöst (unglaublich, wer da auch alles an Zuschauern auf den Platz stürmte) – der muss sich nicht wundern, wenn er am Ende trotz 4:1-Führung mit leeren Händen dasteht. Dass wir Angst hatten, in die Kabine zu gehen – und auch gebeten wurden, das erst einmal nicht zu tun, sei nur am Rande erwähnt. Kurz zum Spiel: Das 1:1 zur Pause ging in Ordnung. Die Partie kippte nach dem irregulären 2:1. Zur Verteidigung des Referees muss ich eines aber noch sagen: Vielleicht kann ein einzelner Mann auch so ein Spiel auf so einem Platz nicht leiten – schon gar nicht, wenn er nicht konsequent ist. Nach dem 2:1 wurden wir aus der Coaching-Zone von Hilalspor beschimpft – wo über 15 Leute saßen und standen. Da haben nur jene was verloren, die auf dem Spielberichtsbogen stehen…. Und: Die „Zuschauer“ stehen auf diesem Gitterplatz nur wenige Zentimeter vom Geschehen entfernt und sind alles andere als nur Zuschauer. Von mir hier noch ein: „Kopf hoch!“ an unsere Afrikaner. Wir hatten gerade intern Diskussionen darüber, wo die Grenze zur Diskriminierung beginnt. Heute wurde sie überschritten. Danek an Carsten für die Fotos. Borsigwalde mit  Justin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Nico, Julian, Eren, Lucas, Daniel,  Volkan, Christian, Lamin, Fayes, Kandia.

Ordentlicher Pokal-Auftritt, aber drei irreguläre Tore in Frohnau

11. Oktober. Das heutige Pokalspiel beim Frohnauer SC möchte ich mal so auf den Punkt bringen: Der Sieg für die Gastgeber geht in Ordnung. Sie waren einen Tick überlegen. Einen Tick? Ja, nur einen Tick. Das Ergebnis von 6:1 wirkt klarer als der Spielverlauf war. Das überrascht angesichts der Konstellation: Verbands- gegen Landesliga. Halbe B-Jugend gegen halbe Männermannschaft… Frohnau war gefühlt vielleicht ein, zwei Tore besser – und meine Spieler, denen ich ausdrücklich für ihren Kampfgeist ein Lob aussprechen möchte, haderten mit dem Schiedsrichter-Gespann. Eines vorweg: Von unserer Coaching-Seite habe ich viele der aus Sicht des Referees entscheidenden Szenen nicht klar sehen können. Das Licht dafür einfach zu schummrig. Recht deutlich war aber wohl für alle, dass dem Treffer zum 2:0, ein Strafstoß, eine Fehleinschätzung voraus ging. Da ist der Spieler maximal ausgerutscht. Es folgte vor der Pause noch ein Tor, bei dem sich viele der Zuschauer, die direkt auf Ball-Höhe waren, echauffierten – den Ball soll der Spieler mit der Hand mitgenommen haben vor dem Torabschluss. Der  Assistent winkte, der Schiedsrichter (hatte schon auf Tor entschieden) ging erst zu ihm, dann zum Spieler und befragte ihn (was ich gut finde) – der sagte aber, es sei kein Handspiel gewesen. der sagte aber, es sei kein Handspiel gewesen. Lasse ich wertungsfrei so stehen, weil ich es nicht gesehen habe. Gleiches gilt für eine Szene, als die komplette Frohnauer Bank vehement Rot für einen unserer Spieler forderte – für einen bestimmten. Rot gab es dann auch in der Folge der Diskussionen – aber für einen ganz anderen Spieler… Wie gesagt: Es ist recht duster auf dem Poloplatz – und so bleibt auch dieser Fall weitgehend im Dunkeln. Unsere Videoaufnahmen (Carsten hat mitgefilmt) bringe ich mal so auf den Punkt: Ein Treffer von Frohnau klar abseits, Handspiel vor dem Tor auch klar zu sehen und der Elfmeter ein Witz, weil unsere Spieler weit weg von dem rausrutschenden Frohnauer – also drei Treffer irregulär. Die Bilder von Spreekick-TV bestätigen diesen Eindruck. Berechtigt allerdings die Rote Karte. Aber alles in allem gilt: Ich hatte mir von der Spielleitung durch ein Gespann mehr Klarheit, mehr Kommunikation, mehr Ball-Höhe erhofft. Aber vielleicht ist es halt wie in der Champions League: Wenn die Anzahl der Schiedsrichter (man denke nur an die Torlinienrichter) immer größer wird, bedeutet das eben noch lange nicht die erhoffte Klarheit. Es durfte also – und das ist ja das Schöne am Fußball – fleißig diskutiert werden nach dieser Partie. Allerdings habe ich dieses Duell recht schnell abgehakt. Auch, weil unsere Truppe das richtig gut gemacht hat. Wir ließen kaum Chancen zu, selbst als wir nur noch zu zehnt waren, verteidigten die Jungs mit sehr viel Geschick und Leidenschaft, Frohnau fiel wenig ein. Im Strafraum des Gegners ging bei uns im gesamten Spiel allerdings auch wenig – auch ein Grund, warum der Frohnauer Sieg in einem Spiel mit sehr vielen Mittelfeld-Zweikämpfen in Ordnung geht. Der Pokal, das ist klar, hat für unsere junge Mannschaft (die wieder mit sieben 2001ern antrat) keine Priorität. Vielleicht sollten wir sogar froh sein, dass uns womöglich eine Reise mittwochs ans andere Ende der Stadt erspart bleibt. Ein SC Borsigwalde wird nicht Pokalsieger in einer Altersklasse, in der andere schon viel Geld investieren. Und selbst jene, die in der A-Jugend-Verbandsliga schon üppig Siegprämien zahlen, werden noch ihre Meister in diesem Wettbewerb finden. Ab jetzt: volle Konzentration auf die Punkterunde. Borsigwalde heute mit:Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Nico, Julian, Eren, Lucas, Daniel,  Stefan, Volkan, Nikola, Christian, Lamin.

Hier gehts zum Zusammenschnitt von Spreekick-TV

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Tag der Arbeit – 7:1 beim Friedenauer TSC

8.Oktober. Sieben zu eins. Das hört sich deutlich an. Deutlich deutlicher als es war. Um ehrlich zu sein, gingen wir heute nicht mit jenen Gefühlen nach Hause, die so ein 7:1 auslösen kann. Der Friedenauer TSC tat mir, ehrlich gesagt, sogar ein bisschen leid. Ich bin auch sicher, die stetig ackernden Jungs (die bis zu unserem Strafraum teilweise wirklich prima kombinierten) werden noch Punkte machen in dieser ausgeglichenen Staffel, in der wir aktuell als Spitzenmannschaft aufgewiesen werden – allein haben wir heute nicht so gespielt. Wir gerieten mit 0:1 in Rückstand – das war Ausdruck unserer großen Orientierungsprobleme, die wir vor allem im Abwehrbereich heute hatten. Unser Glück, dass wir sofort das 1:1 erzielten, fast im Gegenzug. So gewannen wir erst einmal an Sicherheit. Wobei wir 20 Minuten lange nicht das spielten, was uns stark macht – sondern uns der körperlichen Spielweise des robusten Gegners anglichen. Viel zu oft hoch und weit auf einem schwierig zu bespielenden Terrain. Der uralte Kunstrasen in Teppichform, nass, glitschig – der ein oder andere bei uns hatte schlichtweg das falsche Schuhwerk und musste sich nicht wundern, dass er heute etwas kürzer zum Zuge kam. Irgendwann begriffen wir, dass auf so einem Geläuf schnelles Kurzpassspiel die beste Variante ist – und damit hatte dann selbst die diesen Rasen gewohnte Heim-Elf ihre Probleme. Wir wackelten zwar nach dem 2:1 noch mehrfach, aber wir hatten das Glück des Tüchtigen und wir machten ein wunderschönes Tor zum 3:1. Und kurz vor der Pause das 4:1 – nun machten wir es bis zum Ende nicht souverän, aber durchaus ordentlich. Die Jungs haben prima gearbeitet, auch wenn einige nicht ihren besten Tag hatten. Es war, zugegeben, für die Zuschauer auf dem engen Platz kein schönes Spiel – aber wir nahmen verdient die Punkte mit. Wohl wissend, dass nun noch vor den Herbstferien zwei richtige Brocken (gerne dürfen wir auch von Herausforderungen sprechen) auf uns warten: Hilalspor, die letztjährige Verbandsliga-Truppe von Trabzonspor, die dorthin gewechselt ist – und am Mittwoch bereits im Pokal das Verbandsliga-Topteam Frohnauer SC. Danke an Carsten für die Spielfotos. Borsigwalde heute: Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Nico, Julian, Eren, Lucas, Daniel,  Stefan, Gianluca, Christian, Nikola.

Das dreckige Dutzend – dann gibt Lübars auf

3. Oktober. Was soll man sagen? Pflichtaufgabe erfüllt. So lange uns der Gegner ließ. Zwanzig Minuten vor dem Ende signalisierten die Spieler des 1.FC Lübars dem Schiedsrichter, dass sie aufhören wollen. Der Referee pfiff dann achselzuckend ab. Von vier Verletzten war die Rede, was seltsam war – draußen saßen noch zwei Ersatzspieler und auf dem Feld waren elf Mann. Aber gut, so richtig wehrten die sich ohnehin nicht mehr am Tag der Deutschen Einheit. Es stand bereit 12:1 für uns – und wir hatten schon Mühe, das Ergebnis in Grenzen zu halten. Soll nicht arrogant klingen, aber ich glaube nicht, dass diese A-Jugend der Lübarser in dieser Zusammensetzung landesligatauglich ist. Mal sehen, ob sie die Saison durchstehen. Nur eine Viertelstunde hielten sie gut mit, nach unserer schnellen 2:0-Führung wurden wir zu früh nachlässig, erlaubten das 1:2 – und stellten uns zeitweise recht umständlich an. Spielten so gar nicht das, was angesagt war. In der Folge, nach einem Eigentor der Marke Slapstick,  legten wir das ab – und zogen schon zur Pause auf 6:1 davon. In Halbzeit zwei kam Lübars im Grunde kaum noch über die Mittellinie. In der Truppe sind einige gute Individualisten – aber da passt noch recht wenig zusammen. Ich wünsche den Nachbarn, meinem ersten Verein als Trainer, dass sie sich konsolidieren können. In allen Bereichen – es sieht ja insgesamt nicht so gut um den Verein aus, sportlich drückt speziell im Großfeldbereich der Schuh übel. Auf uns warten nun härtere Brocken. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute: Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Nico, Fayes, Julian, Eren, Lucas, Daniel,  Stefan, Gianluca.

1:1 gegen Dynamo. Da war sogar mehr drin.

30. September. Ist das Glas halb voll oder halb leer, nach diesem 1:1? Lassen wir den Trainerkollegen Piotr vom BFC Dynamo zu Wort kommen. Er sprach am Ende von einem glücklichen Punktgewinn für seine Mannschaft, und davon, dass er sehr enttäuscht sei von den Seinen, die Borsigwalde wohl unterschätzt hätten. Das liegt durchaus nahe. Beim BFC, einem der Top-Favoriten unserer Staffel, bestand die Hälfte des Kaders aus 99er-Jahrgängen, manch einer würde auch gerne in der Regionalliga-Mannschaft des Vereins mitwirken – beim SC Borsigwalde bestand die Hälfte des Kaders aus 2001er-Jahrgängen. Doch Größe schlägt nicht immer Herz, das wissen wir an der Tietzstraße seit Jahren. Immer wieder wagen wir den Kampf gegen Größere – und oft genug haben wir ihn gewonnen. Heute leider nicht, obwohl das verdient gewesen wäre. In Halbzeit eins empfand ich die Partie als weitgehend ausgeglichen, das 1:1 ging in Ordnung – auch wenn wir da schon gegen Ende die besseren Gelegenheiten hatten. In Halbzeit zwei war es über weite Phasen ein Spiel auf ein Tor – auf das des Favoriten. Uns fehlt halt einfach schlichtweg im einen oder anderen Moment die nötige Cleverness. Heute kam noch hinzu, dass auch der Unparteiische im Zweifelsfall eher gegen uns entschied, seltsamerweise auch und vor allem bei den Freistoß-Pfiffen. Schade, dass mit dem Mann nicht zu reden war – weder auf dem Feld, durch unsere Spieler, noch danach. Wie er darauf beharrte, dass es nach etwa einer Stunde, als unser Angreifer im Strafraum ab geräumt wurde, nie im Leben Strafstoß gewesen wäre – das passte ins Bild. Nur so viel: Die Videoaufnahmen zeigen eindeutig, dass es Elfmeter für uns hätte geben müssen. Kein Vorwurf, dass der Referee es im Spiel nicht so gesehen hat – aber diese Herangehensweise, wonach alle anderen definitiv alles falsch sehen und er alles richtig – sowas finde ich nicht gut. Aber, um nicht zu viel über den Unparteiischen zu schreiben: Dass wir die anderen fünf, sechs Hundertprozentigen nicht rein gemacht haben – das geht allein auf unsere Kappe. Unschön, aber auch irgendwie sinnbildlich für die Spielleitung, die doch arg von oben herab wirkte, war jene Rote Karte in der Nachspielzeit, als unser Spieler einfach einen Schritt zu spät kommt. Nichts Böses in einer umkämpften, aber weitgehend fairen Partie – und dann, zack, die Rote Karte. Die zweite schon gegen uns, im vierten Spiel. Es wirkt auf Außenstehende, als seien wir eine unfaire Truppe – und das ist einfach nicht korrekt. Wir sind eine Mannschaft mit viel Herz und Leidenschaft. Die Jungs haben das bittere 3:4 unter der Woche prima weggesteckt. Wenn wir so weiter machen, sind wir auf einem ordentlichen Weg. Danke an Carsten für die Spielfotos. Borsigwalde heute: Justin, (Martin) – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Nico, Christian, Julian, Eren, Lucas, Daniel,  Stefan, Gianluca.

3:4 gegen Rudow – Lehrgeld bezahlt

27. September. Bitter. Das war das Wort des Abends. Und so manche Phrase wurde bemüht. Der Fußball ist nicht gerecht. Fußball ist ein Ergebnissport. Es gewinnt eben nicht immer die bessere Mannschaft.  Das alles trifft den Nagel auf den Kopf, wenn man dieses 3:4 gegen den TSV Rudow betrachtet. Nichts gegen den Gast, der aus meiner Sicht alles in die Waagschale warf, allseits fair und leidenschaftlich. Aber der wirklich gute Fußball wurde an diesem Mittwochabend an der Tietzstraße nicht mit Punkten belohnt. Gehen wir in die kurze Analyse: Wir hatten die Partie komplett im Griff, hätten statt 1:0 schon früh höher führen müssen. Dann passieren drei Fehler, die auf diesem Niveau nicht passieren dürfen – und wir verlieren den Faden. Auf das ganze Spiel bezogen kann man sagen: jeder unserer Fehler wurde heute gnadenlos bestraft. Abgesehen von den vier Toren hatte Rudow vor unserem Gehäuse kaum etwas zu bieten. Was für unsere Truppe spricht: Sie riss in Halbzeit zwei die Partie wieder an sich, mit faszinierendem Offensiv-Fußball und Pressing, der Gast kam kaum noch zum Atmen – und nach dem 3:3 muss das vierte Tor für uns fallen. Wir waren so gut… Stattdessen: Eine halbseidene Szene vor unserem Tor – 3:4. Enttäuschung. Niedergeschlagenheit. Viel investiert, kein Ertrag. Es war zu erwarten, dass unserer jungen Mannschaft sowas passieren kann. Daraus müssen wir lernen. Wir dürfen aber nicht weiter so Schindluder treiben mit unseren Chancen. Und auch jene, die das bisher so nicht kannten, müssen verstehen: Dieses Trainergespann will totale Hingabe, von jedem. Und ja, wir halten es wie Otto Rehhagel einst: Das Alter des Spielers ist völlig egal, nebenbei auch die Größe – es spielen die besten. Punktum. Und genau so gehen wir weiter auf Punktejagd in einer Liga, die verrückt wirkt. Ein Blick auf die Ergebnisse zeigt: Scheinbar kann fast jeder jeden schlagen. Da kommen selbst ernannte Aufstiegsanwärter böse unter die Räder – und eben auch ein Außenseiter wie Borsigwalde erlebt im Kampf um den Klassenerhalt mal einen Rückschlag. So gesehen: nichts Schlimmes passiert. Wir müssen nur draus lernen, dass wir heute Lehrgeld bezahlt haben. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute: Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Nico, Julian, Eren, Lucas, Daniel, Volkan, Stefan, Gianluca, (Fayes).

4:1 in Wartenberg – Spiel gedreht und dominiert

21. September. Hut ab vor den Jungs! Erneut ein kompliziertes Spiel gegen einen körperlich überlegenen Gegner – erneut spielerisch und läuferisch besser. Und so holen wir die nächsten drei Punkte. Ich will ehrlich sein: Dieser Saisonstart überrascht mich, fühlt sich aber gut an. Zum Duell beim Wartenberger SV, der am ersten Spieltag mit dem 5:0 bei Lichtenberg 47 eine Duftmarke gesetzt hatte: Wir gerieten an diesem lauschigen Donnerstagabend unglücklich nach ausgeglichener erster Viertelstunde in Rückstand. Unglücklich deshalb, weil die Ecke, die zum Gegentor führte, keine Ecke war. Die Mannschaft wirkte durch den Rückstand durchaus beeindruckt und musste erst von außen ermahnt werden, das eigene Spiel durchzuziehen und sich nicht die Gangart des Gegners aufdrücken zu lassen. In einem hart umkämpften Spiel kamen wir nach einer halben Stunde durch einen sehenswerten Weitschuss zum Ausgleich, per Strafstoß dann sogar gleich darauf zur Führung. Die verdienten wir uns in der Folge immer mehr. Wartenberg hatte aus meiner Sicht früh den Eindruck erweckt, das 1:0 verwalten zu wollen – nun kamen die Jungs nicht mehr so richtig in den Rhythmus. Den wir aber zum Glück die ganze Zeit hatten. Ärgerlich nur, dass wir uns Mitte der zweiten Halbzeit selbst dezimierten. Der Schiedsrichter war in einer für ihn aufgrund der vielen Zweikämpfe schwer zu leitenden Partie nach einem wiederholten unfairen Einsteigen eines WSV-Spielers schon auf dem Weg zu ihm, um ihm Rot zu zeigen – da ließ sich unser Gefoulter zu einer Revanche hinreißen. Nichts Schlimmes, ein typischer Testosteron-Ausstoß – aber nun war Rot für beide durchaus vertretbar. Zehn gegen zehn, wir fürchteten nun, den Faden zu verlieren angesichts der notwendigen Umstellungen. Aber letztlich muss man sagen: Wartenberg schadete der ganze Vorgang mehr, bei den Grün-Weißen war nun kaum noch Struktur im Spiel. Durch einen individuellen Fehler kamen wir zum 3:1 und auch noch per Konter zum 4:1. Der Sieg am Ende vielleicht um ein, zwei Tore zu hoch – aber verdient. Für den WSV war es nach Aussage des Trainerkollegen, für den ich mich für den allseits fairen Umgang an der Seitenlinie (trotz hektischer Momente auf dem Platz) bedanken möchte,  erst die zweite Niederlage im Jahr 2017. Für uns der zweite Sieg als A-Jugend. Ich möchte noch einmal betonen, dass beide Siege nicht vom Himmel gefallen sind, sondern hart erarbeitet wurden. Nicht nur in diesen Partien. In der Vorbereitung haben – und das ist für A-Jugendspieler schon bemerkenswert – die Jungs nahezu geschlossen die von uns Trainer verordneten neun bis zehn Stunden Fußball pro Woche „abgearbeitet“ – nun werden sie mit einem guten Start belohnt. Jetzt sind wir am Wochenende erst einmal spielfrei, weil unsere Partie in Lübars auf den 3. Oktober verschoben wurde. Der ein oder andere Spieler wird bei der B1 aushelfen, für uns geht es bereits nächsten Mittwoch gegen Rudow weiter. Borsigwalde heute: Justin, (Martin) – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Nikola, Christian, Julian, Eren, Lucas, Daniel, Volkan, Stefan, Gianluca.

4:2 gegen Spandauer Kickers – starker Auftritt im ersten Punktspiel

16. September. Es war vermutlich die jüngste A-Jugend, die jemals für den SC Borsigwalde 1910 in einem Pflichtspiel angetreten ist – und gleich in der ersten Partie einen Sieg landete. 4:2 gegen die Spandauer Kickers. Hart erkämpft – und hochverdient. Großer Jubel bei den zahlreichen Zuschauern und auch bei uns nach einem Spiel, das nervenaufreibender kaum noch geht. Respekt für die Truppe! Der Spielfilm: Die Kickers traten sehr selbstbewusst auf, die ersten Minuten ließen sie den Ball gut laufen – aber das änderte sich schnell. Unsere Jungs legten alsbald den Respekt ab vor den Gästen, die mit neun 99er-Jahrgängen und zwei 2000ern begannen, entsprechend körperlich überlegen waren. Wir übrigens mit acht 2001ern im Aufgebot heute, wovon sieben zum Einsatz kamen. Der Gegner irgendwann fast nur noch mit hohen Bällen bei der Spieleröffnung, wir mit gepflegtem Pass- und sehr schnellem Umschaltspiel. Verdient damit unsere 2:0-Führung. Nach dem Anschlusstor ließen wir recht bald das 3:1 folgen – wirklich allesamt sehr schöne Treffer. Im Grunde machten wir nur einen Fehler, wenn man das so nennen darf: Wir hätten mit einer höheren Führung in die Kabine gehen müssen. Allein kurz vor der Pause ließen wir zwei hundertprozentige Möglichkeiten liegen. Der Aufwand, den unsere Jungs betrieben hatten, war ihnen schon während der 15 Minuten Erholungsphase anzusehen – einige waren wirkten ganzschön kaputt aufgrund unseres laufintensiven Systems. Und leider kamen die Spandauer auch recht schnell zum Anschlusstreffer. Wir verloren den Faden, und um ein Haar wäre die Partie gekippt – wären da nicht immer wieder unsere Konter gewesen, von denen wir einen nutzten. Damit war der Drops gelutscht, die Gäste dezimierten sich danach auch noch selbst in einer insgesamt sehr fairen Partie, die von einem guten Referee geleitete wurde. Apropos Schiedsrichter: Unfassbar, aber wahr: Als 20 Minuten vor Spielbeginn der angesetzte Schiedsrichter noch nicht da war, riefen wir ihn mal an – und er erzählte uns, dass er längst kein Schiedsrichter mehr sei. Wie kann sowas passieren? Fakt ist: Der Schiedsrichter vom BFC Preussen, der danach die B-Jugendpartie leiten sollte, erklärte sich bereit, auch bereits unser Spiel zu pfeifen. Danke dafür, einfach war dieses schnelle, umkämpfte Spiel nicht zu leiten – und der Schiri hatte danach auch fast drei Fußball in den Beinen. Respekt. Am Ende freuen wir uns über die ersten drei Zähler im Kampf um den Klassenerhalt. Der Anfang ist gemacht, am Donnerstag wartet bereits der nächste schwere Gang – es geht nach Wartenberg. Danke an Carsten für die Fotos von einem tollen Spiel. Borsigwalde heute: Martin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Nikola, Nico, Christian, Julian, Eren, Lucas, Daniel, Fayes, Stefan, (Gianluca).

11:0 im Pokal: SFC Friedrichshain keine Hürde

10. September. Die erste Pokalhürde haben wir problemlos genommen. So eine richtige Hürde war es auch nicht. Um es kurz zu machen: Der Gegner hat nicht aufgegeben und blieb immer fair – damit ist fast alles gesagt über dieses 11:0. Es war eine einseitige Partie, die im Grunde fast nur    in der Hälfte des SFC Friedrichshain stattfand, der lediglich zu einem Eckball kam und eigentlich zu keiner Torchance. Da haben wir in der Vorbereitung durch die Bank andere Gegner gehabt, mit drei Verbands- und einigen Landesligisten sowieso – und im Nachhinein ist das auch gut so. Auch gut, dass wir am Freitag nochmal eine Konditionseinheit eingeschoben haben, zu der 17 (!) Spieler erschienen sind – obwohl klar war, dass zum vierten Mal der Berg ruft. Ich bin sehr optimistisch, dass da was zusammen wächst. Die Jungs verstehen sich prima, alle ziehen mit. Das Betriebsklima ist so gut derzeit, dass mit Justin sogar ein Spieler von Stern 1900 zu uns wechselt – obwohl er erst im Dezember spielberechtigt sein wird. Kurzum: Wir freuen uns auf den Ligastart. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute mit: Martin – Alexander, Simon, Volkan, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Gianluca, Nikola, Nico, Christian, Julian, Eren, Lucas, Daniel, (Fayes).


9 Responsesso far.

  1. Raffaela sagt:

    Hallo Sportfreunde aus Borsigwalde,
    bin durch Zufall auf Eurer Seite gelandet. Der erste Eindruck ist sehr vielversprechend. Wenn Ihr so aktuell bleibt, komme ich öfter mal vorbei und lese bei Euch mit.
    Viele Grüße und eine erfolgreiche Saison!

    • Angeela sagt:

      Ihr seid eine wirklich sympathische Mannschaft. Ich wünsche Euch alles Gute für die neue Saison. Wobei die alte erfolgreiche Saison ja nur noch durch den Aufstieg getoppt werden kann…

  2. Osiakowski sagt:

    Super Berichte

  3. Marcel sagt:

    Von mir auch ein Lob an die Mannschaft wir sind auf einem guten Weg. Ein großer Dank geht aber auch an die vielen Eltern die uns bei den Spielen unterstützen sowie sich als Fahrer zur Verfügung stellen.

    • Jaspreet sagt:

      Schön, daß die Truppe zusammen geblieben ist. Viel Erfolg und Gesundheit in der neuen Saison, bleibt so fair und cool. Den einzigen Ausreißer (Co-Trainer) in dieser Hinsicht könnt Ihr ja an die Bank binden oder ihm vor jedem Spiel zwei Liter Beruhigungstee einflößen :). Cheers aus Lichtenberg

  4. Klaus sagt:

    1.C gewonnen,1.B gewonnen,Schalke gewonnen und zudem auch noch die Gelben aus Lüdenscheid verloren…
    Glückwunsch von mir und weiter so.

    • Matthias sagt:

      Danke Klausi, war schön, Dich mal wieder in unserer Mitte begrüßt zu haben. Ich wundere mich auch: Das Spiel Schalke vs. Hertha ist schon eine Stunde aus – und die ganzen Schwätzer und Experten, die mir heute auf dem Platz haushohe Siege der Blauen bei den Köningsblauen (man achte auf den Unterschied bei der Farbgebung) prognostiziert haben, sind stumm wie Fische im Goldfischglas. Blubblub, Treffer, Hertha-Dampfer wieder mal versenkt. Business as usual.

  5. Klaus sagt:

    Ja mir hat es auch gefallen und man traf auf viele alte bekannte Gesichter.
    als Laie sagte ich dir den Schalke-Sieg vorraus und beim Tippspiel kreuzte ich ein 2:0 an 🙂
    Wer also ein Experte sein möchte,soll sich einfach bei uns melden…hahaha

    • Matthias sagt:

      Ja, heute war ja wieder halb NNW da: Heidi, Ayse, Onur, Umut, Kais, Raga – immer fleißige Beobachter unserer Spiele… Apropos Beobachter: Deine Mailadresse ist auch wieder Kult – ein bisschen sperrig zwar, aber kultig…