Punkt & Pokal

Nicht belohnt – unnötige Niederlage im Fuchsbau

10. Dezember. Vor dem Nord-Derby in der Landesliga waren die Rollen klar verteilt. Der Staffel-Favorit und der Underdog, der überraschend mit oben steht. Klare Sache, eigentlich – bei Niederlage kein Grund zum Ärgern. Im Nachhinein muss ich aber sagen: Selten habe ich mich über eine Niederlage mehr geärgert, sie als unnötiger empfunden. Dieses  1:2 bei den Füchsen Berlin Reinickendorf hätte nicht passieren müssen. Zur Pause schon hätten wir führen müssen. Fünf dickste Gelegenheiten vor dem Pausenpfiff – aber kein Treffer. Die Füchse waren allenfalls die ersten 20 Minuten besser, danach war es – wie Spielbeobachter Andreas Kerwin (TeBe) konstatierte, eigentlich eine typischen Unentschieden-Spiel. Wobei uns klar die letzten 20 Minuten vor der Pause gehörten, bevor die Partie in einem Duell mündete, das in Halbzeit zwei nicht mehr zu gefallen wusste. Viele lange Bälle, keine Stafetten, kaum noch herausgespielte Torchancen – auf allerdings auch schwer zu bespielendem Rasenplatz am Freiheitsweg. Wir gingen 1:0 in Führung – und kassieren fast im Gegenzug den Ausgleich. Viel zu schnell, viel zu billig – nach einer Fehlerkette, die nur eines vermuten lassen kann: Da fühlten sich einige wohl schon zu sicher und waren nicht mehr konzentriert. Dass die letzte Aktion der Füchse vor dem Tor ein klares Foul war, das der Schiedsrichter nicht gesehen hat – nun ja, kommt dann noch hinzu. Leider verloren wir danach völlig den Faden – und am Ende nach einem weiteren Blackout in der Defensive, als der Ball nach einem Freistoß ewig unterwegs war, auch die Partie. Wie gesagt: einfach nur unnötig. Die Jungs haben sich nicht belohnt für eine gute Vorstellung in Halbzeit eins, konnten aber auch  in Halbzeit zwei auch leider nichts mehr zulegen. Ich denke, man muss klar festhalten, dass wir heute nicht schlechter waren als der Tabellenführer (der womöglich auch nicht seinen besten Tag hatte) – aber uns fehlt halt doch die Cleverness und der letzte Tick faire Brutalität (um mal Anleihe beim ehemaligen Bundesligaspieler Christian Beeck zu nehmen). So sollten wir uns wieder auf das besinnen, um was es im Grunde geht: den Abstand zu den Abstiegsrängen so groß wie möglich zu halten. Borsigwalde heute mit: Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Pascal, Nico, Mamadou, Gianluca, Malek, Ablaye, Lucas, Daniel, Eren, Adnan, Christian.

Stark kombiniert – 4:1 gegen Hertha 06

2. Dezember. Das ist schon eine bemerkenswerte kleine Serie: Seit dem Wiederbeginn nach den Herbstferien holte die Mannschaft aus vier Partien zehn Punkte. Die drei von heute zählen im Grunde doppelt, weil wir mit dem ambitionierten Charlottenburger FC Hertha 06 jene Mannschaft besiegten, die in unserer Staffel den Relegationsrang belegt. Den Vorsprung darauf vergrößerten wir somit auf aktuell neun Zähler. Und das mit einem Spiel, nachdem ich der Mannschaft ein riesiges Kompliment machen durfte. Dieser 4:1-Sieg wurde erspielt. Mit Verwöhnaroma. Die Jungs kombinierten erfrischend, hielten sich  von der ersten Minute an voll an die taktischen Vorgaben. Es war auch für die Zuschauer ein richtig schönes Spiel, bei dem wir bis auf die zehn Minuten vor der Halbzeitpause stets das Heft des Handelns behielten. Die Treffer waren toll herausgespielt, jeder lief wieder für den anderen. Es wurde super verschoben, ganz früh gepresst – ganz, ganz stark. Mehr gibt es im Grunde nicht zu sagen. Es war vielleicht unser bester Saisonauftritt heute. Dass der Gegner nach dem Spiel ankündigte, im Winter einen Trainerwechsel vorzunehmen und mehrere neue starke Spieler zu holen, zeigt allerdings eines auch ganz klar: Die Konkurrenz wundert sich vielleicht, dass Borsigwalde mit seiner jungen Truppe da oben steht- aber sie schläft nicht. Uns hingegen ereilte heute die Hiobsbotschaft, dass ein Leistungsträger für die Rückrunde wegen eines schulischen Auslandsaufenthaltes nicht zur Verfügung stehen wird. Ihr sehr also: Wir brauchen weiterhin jeden! Erst recht vor den beiden nun folgenden Auswärtspartien, mit der wir die Hinrunde beschließen werden: Es geht gegen die Staffel-Favoriten Füchse und Empor. Wäre schön, wenn wir da auch jeweils was mitnehmen würden. Das wäre dann quasi wie eine Zugabe. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute mit: Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Pascal, Nico, Mamadou, Gianluca, Malek, Ablaye, Lucas, Daniel, Eren, Adnan, (Nikola), (Eiven).

1:1 in Lichtenberg.  Vier mal Pfosten, Latte – und ein Wunsch: Gute Besserung für Bärchen!

26. November. Bevor ich hier überhaupt was zum Spiel und Drumherum an der Bornitzstraße schreibe, möchte ich auf diesem Wege unserem Julian gute Besserung wünschen. Es gibt Wichtigeres als Ergebnisse – und das ist die Gesundheit. Julian verletzte sich bei einem Zweikampf so schwer, dass er nach etwa einer halben Stunde lange mit großen Schmerzen auf dem Platz liegen blieb – und dann ins Krankenhaus gefahren wurde. Bange Minuten für ihn und uns. Danke hier an Norbert, Kerstin und Yvonne für die tolle Erste Hilfe. Eure Unterstützung in solchen Momenten ist Gold wert! Mittlerweile gibt es zumindest Andeutungen zur Diagnose: Mehrfacher Bänderriss im Sprung-Gelenk. Kopf hoch, Bärchen, das wird wieder! In unserem bis dahin wirklich sehr guten, druckvollen Spiel gab es nach dieser Aktion und der langen Unterbrechung einen Knick. Nicht nur, dass Julian bärchenstark war, ich hatte den Eindruck, dass mancher Mitspieler nicht mehr so mutig wie zuvor agierte. Aber das soll beileibe kein Vorwurf sein.

Nun zur Partie: Wir hatten, wie gesagt, bis dahin alles im Griff. Der SV Lichtenberg 47 fand im Grunde offensiv nicht statt – das lässt sich übrigens fast auf die gesamte Begegnung festmachen, ausgenommen die Schlussphase. Unsere Chancenverwertung war allerdings einmal mehr nicht gut – und L47 verteidigte mit sehr viel Geschick und Leidenschaft. Deutlich kompakter, als ich es in anderen Partien der Ost-Berliner wahrgenommen habe. Trotzdem kamen wir zu guten Gelegenheiten. In diesem Spiel trafen wir insgesamt vier Mal Latte und Pfosten, außerdem war der Ball wohl (nicht zu erkennen für den Referee) einmal bereits hinter der Linie. Unseren ersten gegebenen Treffer erzielten wir erst, als das Duell schon recht zerfahren und unansehnlich wirkte. Den Ausgleich kassierten wir nach einer Kette von nicht geklärten Bällen. Was folgte, war ein plötzlicher Sturmlauf der Gastgeber, der uns durchaus auch noch diesen einen Zähler hätte kosten können. So ist das halt oft im Fußball … Am Ende also ein 1:1, das ich jedoch durchaus positiv sehe. Leute, denkt immer an die Struktur unserer Truppe. Wir sind und bleiben eine halbe B-Jugend! Wir haben das heimstarke Team der Lichtenberger, das auch schon den Topteams Empor und Füchse auf eigenem Platz jeweils ein Remis abgetrotzt hat, auf Distanz gehalten. Überhaupt ist an diesem Spieltag in unserer Staffel nicht viel passiert.

Leider kassierten wir kurz vor dem Ende noch eine völlig unnötige Rote Karte – und mussten auch wegen dieser Unterzahl noch gute fünf Minuten zittern. Dazu möchte ich was sagen: Von Beginn an wurden unsere Spieler von ehemaligen Borsigwalder Akteuren, die mittlerweile bei L47 in der B-Jugend ihr Dasein fristen (nur einer hat sich bisher wirklich durchsetzen können, einer kommt sogar über den Status eines Maskottchens nicht hinaus) bepöbelt. In übelster Form. Ich habe in der Halbzeitpause noch einmal darauf hingewiesen, dass doch bei uns alle wissen, welch Geistes Kind mindestens zwei dieser Spieler sind, die wir aufgrund ihrer schlechten Kinderstube gar nicht mehr bei uns haben wollten – und dass man da einfach weghören muss bei so viel verbalem Dünnpfiff. Einem unserer Spieler ist das leider nicht gelungen, er ließe sich zu einer verbalen Retourkutsche hinreißen, die der Referee mit Rot bestrafte. Den Spruch muss ich ebenso kritisieren wie das Verhalten unserer ehemaligen Mitspieler, von denen jener, der unseren Spieler bis aufs Blut reizte, auch noch als Linienrichter fungierte. Bin gespannt, ob das vor diesem Hintergrund noch ein Fall fürs Sportgericht wird… Ich sehe das letztlich so: Da dürfte sich bei diesen ehemaligen Borsigwaldern, die schon immer bevorzugt auf dem Ego-Trip waren, viel Frust mit Neid paaren, wenn sie sehen, wie toll es die ehemaligen Kameraden jetzt als 2001er bei der A-Jugend machen. Und damit: genug gesagt. Fakt ist: Wir sind so gut dabei, dass das auch heute wieder viele neutrale Zuschauer gelobt haben.

Wichtig ist mir allerdings noch, dass das Team der A-Junioren von L47 positiv erwähne, das uns einen starken Kampf geliefert hat – allseits fair. Und mit sehr viel Mitgefühl bei unserem Julian. Den Gegenspieler trifft da null Schuld, es war ein Kampf um den Ball. Loben möchte ich auch meine Trainerkollegen der A- und B-Jugend bei Lichtenberg 47. Zwei Trainerkollegen, die am Ende klare Ansagen machten bezüglich des Verhaltens einiger Zuschauer. „Ihr solltet Euer Verhalten mal überprüfen, sowas wollen wir bei uns nicht“, sagte der Kollege Hinz (A-Jugend) hinterher zu der Störer-Gruppe. Was der Kollege Lehmann (B-Jugend) und ich besprochen haben, bleibt unter uns. Ich habe aber wieder gespürt, dass wir beide auf einer Wellenlänge liegen. Ich wünsche beiden Landesliga-Teams von L47 aufrichtig alles Gute – auch wenn wir bei der A-Jugend direkte Konkurrenten im Kampf um den Ligaerhalt sind. Wir stehen nächste Woche vor einem schweren Spiel gegen Hertha 06, das derzeit den möglichen Relegationsrang belegt. Bitter, dass wir heute zwei wichtige Spieler für diese Partie verloren haben. Aber was wollen wir uns nach so einem Wochenende beschweren… Denn eines möchte ich noch erwähnen, das sei mir erlaubt: Die Nummer eins im Pott sind wir! Nach diesem Remis, einem gefühlten Derbysieg, konnte mir heute nicht wirklich etwas die gute Laune vermiesen. Also: Glück auf an alle! Borsigwalde heute mit: Justin, (Martin) – Alexander, Simon, Tobias, Pascal, Nico, Julian, Mamadou, Gianluca, Malek, Ablaye, Lucas, Daniel, Eren, Christian, (Adnan).

Nachtrag: Das Sportgericht hat unseren Spieler nur für das nächste Spiel gesperrt (automatische Sperre). Begründung:

Nachdem der Betroffene zuvor immer wieder von jugendlichen Zuschauern provoziert worden war,
rief er einem der Zuschauer zu: „Halt’s Maul, du Spast!“. Er erhielt dafür einen Feldverweis auf
Dauer. Als Sanktion für dieses unsportliche Verhalten, reicht die automatische Spielsperre aus.

 

4:3 gegen den Berliner SC – packendes Duell mit glücklichem Ende für uns

18. November. Das war ein richtig gutes Landesliga-Spiel. Es hatte Rasse, Klasse, Tempo. Zwei Teams mit offenem Visier, Offensivfußball im Blut. Am Ende gewannen wir, wie heißt es so schön: glücklich, aber nicht unverdient. 4:3 gegen den Berliner SC. Und bevor ich ins Detail gehe, möchte ich ehrlich sein: Der Blick auf die Tabelle überrascht auch mich. Nie im Leben hätte ich erwartet, dass wir nach neun Spielen 19 Zähler haben. Umso schöner. Denn es warten weitere schwere Aufgaben auf uns. Nun zum Spielfilm, 90 packende Minuten, die bei kalten Temperaturen keinen Zuschauer kalt ließen. Wir kamen ganz schlecht ins Spiel, ein richtig doofes Gegentor beim ersten Angriff des BSC. Unser System hat eben auch seine Tücken, wenn nicht alle gleich hellwach sind. Und mancher hatte wohl nicht zugehört bei der Besprechung, denn erst letzte Woche hatte ich den BSC beobachtet – und genau auf diese Stärke, die die Truppe in dieser Situation ausspielte, hingewiesen. Aber, immerhin: Unsere Mannschaft zeigte sofort eine Reaktion: Wir pressten die Gäste nun regelrecht in ihre Hälfte – und belohnten uns nach einer Viertelstunde. Es war nun unser Spiel, ganz klar. Das 2:1, ebenfalls völlig verdient. Der Ausgleich kurz vor der Pause eher überraschend – aber im Grunde auch nicht zu verteidigen. Da fliegt eine Flanke Millimetergenau auf den Schädel eines heran stürzenden Spielers – allererste Sahne, dieses Tor. Überhaupt war es heute der Tag der schönen Treffer. Das 2:2 zur Pause, ich kann mich da nur wiederholen: irgendwie gefühlt zu wenig für unseren Aufwand. Aber diesmal hatten wir den Vorteil, dass der Gast nur zwei Mann auf der Ersatzbank sitzen hatte. Wir wollten es auch über die Laufbereitschaft lösen. Was zuerst gut klappte (das 3:2 gleich nach der Pause), bevor wir dann das Spiel über weite Phasen an die Gegner verloren. Nun fiel unser Treffer zum 4:2 nach einem Konter quasi aus dem Nichts, in einer starken Drangphase der Gäste, die drauf und dran waren den Ausgleich zu erzielen. Er wäre verdient gewesen, ohne Frage. Nun also, in der 86. Minute (plus bereits angezeigten fünf Minuten Nachspielzeit aufgrund einer Verletzungsunterbrechung) die Entscheidung! Von wegen. Wir erhielten eine Zeitstrafe und kassierten per Strafstoß das 3:4. Dann zitterten wir auch diesen Sieg über die Zeit. Für wen das jetzt negativ klingt, dem halte ich entgegen: Nein, die Truppe hat hart gearbeitete für diese drei Punkte. Wieder einer für den anderen. Kompliment für diese Charakterstärke. Die Spiele waren zuletzt sehr eng, genauso wie diese Liga ist. Wir sind gut dabei. Deutlich besser als erwartet. Borsigwalde heute mit: Justin, (Martin) – Alexander, Simon, Tobias, Pascal, Nico, Julian, Mamadou, Gianluca, Malek, Ablaye, Lucas, Daniel, Eren, Christian, Adnan.

Hart erarbeitet – 2:0 gegen Spandauer SC Teutonia

11. November. Wie sagte es unser Rückkehrer nach seinem ersten Pflichtspiel in dieser Saison? „Der Unterschied“, so also Malek, „zwischen der A-Jugend im letzten Jahr und in diesem Jahr – hier kämpft einer für den anderen.“ Gut gesagt. So haben wir uns jedenfalls heute drei Punkte gegen den Spandauer SC Teutonia erkämpft, erarbeitet – und weniger erspielt. Zumindest, wenn man die zweite Halbzeit nimmt. In Hälfte eins waren wir tonangebend und wussten durchaus spielerisch zu gefallen in einem Abnutzungskampf zweier Mannschaften, der fast nur im Mittelfeld stattfand. Torchancen waren im Grunde fast nur bei uns – aber der Ertrag einmal mehr zu dürftig für den großen Aufwand. Da ist es irgendwie logisch, dass in Halbzeit zwei bisweilen die Körner fehlen. 1:0 – alle ahnten, was kommen würde: zittern. Teutonia kam wütend aus der Kabine und nun zu mehreren Gelegenheiten. Wir hatten das Glück des Tüchtigen – und eines überragenden Torhüters. Jeder fightete für den anderen, mancher biss auf die Zähne. So wurde manche Chancen noch im letzten Moment zerstört – und wir konnten auch froh sein, dass die Gäste aus Hakenfelde ihre Angriffe oftmals nicht zu Ende kombinierten. In der Nachspielzeit setzten wir dann per Kopfball das 2:0 – und holten so verdient drei Punkte. Klar, aufgrund der zweiten Halbzeit hätte Teutonia auch einen Zähler mitnehmen können, aber insgesamt waren wir heute in einem Spiel mit wenig packenden Strafraumszenen einen Tick besser. Den Sieg ordne ich ganz oben im Regal ein, unter der Rubrik: besonders wertvoll. Das sind Big Points im Kampf um den Ligaerhalt. Ich habe Teutonia vor der Herbstpause bei Hertha 06 gesehen, als sie den Gegner regelrecht auseinander genommen haben. Nun, sagten einige Begleiter des Teams, war Borsigwalde schlichtweg körperlich fitter. Teutonia hat nicht einmal getestet in den Ferien – wir haben drei Mal gespielt und die Zahl der Trainingseinheiten noch einmal hoch gefahren. Fast alle haben prima mit gezogen – wenn auch nicht ohne Murren. Vielleicht verstehen aber nach so einem Spiel alle, warum a) Fitness ganz wichtig ist und b) wir jeden Spieler brauchen. Diese Liga kostete so viel Kraft und ist so kompliziert, dass wir zum Beispiel heute einen Verteidiger nach der Pause gar nicht mehr bringen konnten, obwohl er stark gespielt hatte. Aber nach Gelb und Zeitstrafe wäre das nächste Foul Rot gewesen. Es ist der schmale Grat, auf dem wir auch heute wieder gewandelt sind. Schön aber, dass die Truppe das üble Erlebnis Hilalspor verarbeitet hat. Besser möglicherweise als wir Verantwortlichen, die immer noch schlucken. Mit der Wertung gegen beide Teams hatten wir aufgrund des Spielstandes bei Abbruch gerechnet – aber wie sich das Sportgericht letztlich alles hinbiegt, um auch Borsigwalde eine Schuld am Abbruch zu geben, das ist schon skandalös angesichts der Tatsache, dass hier Hilalspor drei Rote Karten erhalten hat und selbst eingeräumt hat, man werde künftig keine Zuschauer mehr in ihren Käfig am Waldeckpark lassen… Wir könnten nun einfach abwarten, ob noch was auf unsere von den Hilalspor-Sündern beschuldigten Spieler zukommt – aber wir haben trotzdem schon vorab eine Protestnote verfasst. Unsere Mannschaft ist gefordert, auch durch ihr Verhalten in den nächsten Wochen zu zeigen, dass wir faire Sportsleute sind. Und so billige Laien-Schauspielveranstaltungen wie diese Sportgerichtsverhandlungen wollen wir uns künftig ersparen… Danke an Carsten für die Spiel-Fotos von heute. Borsigwalde spielte mit: Justin, (Martin) – Alexander, Simon, Tobias, Pascal, Nico, Julian, Mamadou, Gianluca, Malek, Ablaye, Lucas, Daniel, Nikola, Christian, (Adnan).

Hier der sehr gute Bericht von Teutonia, Motto: Kiezhelden besser im Saft

Unwürdig: Hilalspor sorgt für Spielabbruch

15. Oktober. Am Ende hat einer von Hilalspor einfach nur brutal zugetreten. Und der Schiedsrichter brach ein Spiel ab, über das ich  am liebsten gar nichts schreiben würde. Doch das wäre auch nicht richtig. Bevor ich mich zu sehr auf den Gastgeber fokussiere: Aus unserer Sicht geht dieser Spielabbruch, den letztlich allein Hilalspor zu verantworten hat, leider auch auf das Konto des Unparteiischen. Das 2:1 für die Kreuzberger, irgendwie Sinnbild für eine Spielleitung mit vielen Gesten und wenig Gespür. Vor dem entscheidenden Kopfstoß zum 2:1, ein zweiter Ball, wird unser Spieler vom Torschützen mit Knien und Ellbogen brutal weggerammt (bleibt danach minutenlang liegen, wirkt benommen) – doch der Treffer zählt. Ein lapidares „Er kann sich ja nicht in Luft auflösen“ sagt der Schiedsrichter dazu. Von da an dachten die Spieler von Hilalspor wohl, sie könnten sich alles erlauben. Wir wurden nicht mehr bespielt, wird wurden aufs Übelste bekämpft. Immer wieder Ellbogen. Erst recht, nachdem wir mal darauf hingewiesen haben, wer da alles nicht auf dem Spielberichtsbogen steht, aber in der Coaching-Zone sitzt und steht – und nach dem 2:1 Mittelfinger und andere wüste Gesten zu uns entsandte. Bereits in der Pause, beim Stande von 1:1, aber auch mehrfach während des Spiels, haben wir Trainer und meine Spieler sowie der von uns gestellte Linienrichter (der auch körperlich angegriffen wurde) den Schiedsrichter darauf aufmerksam gemacht, dass unsere farbigen Spieler ständig getreten und mit „Nigger“-Schimpfworten bedacht werden. Immer wieder hörten wir: „Ich habe nichts gehört.“ Mit einem Satz: So ein dreckiges, unwürdiges Spiel habe ich selten erlebt. Und das Ende, ebene eine Tätlichkeit gegen einen unserer Afrikaner, könnte man als den Endpnkt einer „Treibjagd“ beschreiben. Sorry, aber mir fällt kein besseres Wort ein. Wie groß muss der Hass sein, wenn er sogar das Gefühl eines Sieges überlagert???? Mehr will ich jetzt auch nicht mehr sagen, denn die Sache geht vors Sportgericht. Und: Wer so blöd ist wie die letztlich drei besonders aggressiven Spieler von Hilalspor und wenige Minuten vor dem Ende offenbar im blinden Hass gegen einen Migranten so zutritt gegen und eine Massenkeilerei auf dem Platz auslöst (unglaublich, wer da auch alles an Zuschauern auf den Platz stürmte) – der muss sich nicht wundern, wenn er am Ende trotz 4:1-Führung mit leeren Händen dasteht. Dass wir Angst hatten, in die Kabine zu gehen – und auch gebeten wurden, das erst einmal nicht zu tun, sei nur am Rande erwähnt. Kurz zum Spiel: Das 1:1 zur Pause ging in Ordnung. Die Partie kippte nach dem irregulären 2:1. Zur Verteidigung des Referees muss ich eines aber noch sagen: Vielleicht kann ein einzelner Mann auch so ein Spiel auf so einem Platz nicht leiten – schon gar nicht, wenn er nicht konsequent ist. Nach dem 2:1 wurden wir aus der Coaching-Zone von Hilalspor beschimpft – wo über 15 Leute saßen und standen. Da haben nur jene was verloren, die auf dem Spielberichtsbogen stehen…. Und: Die „Zuschauer“ stehen auf diesem Gitterplatz nur wenige Zentimeter vom Geschehen entfernt und sind alles andere als nur Zuschauer. Von mir hier noch ein: „Kopf hoch!“ an unsere Afrikaner. Wir hatten gerade intern Diskussionen darüber, wo die Grenze zur Diskriminierung beginnt. Heute wurde sie überschritten. Danek an Carsten für die Fotos. Borsigwalde mit  Justin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Nico, Julian, Eren, Lucas, Daniel,  Volkan, Christian, Lamin, Fayes, Kandia.

Ordentlicher Pokal-Auftritt, aber drei irreguläre Tore in Frohnau

11. Oktober. Das heutige Pokalspiel beim Frohnauer SC möchte ich mal so auf den Punkt bringen: Der Sieg für die Gastgeber geht in Ordnung. Sie waren einen Tick überlegen. Einen Tick? Ja, nur einen Tick. Das Ergebnis von 6:1 wirkt klarer als der Spielverlauf war. Das überrascht angesichts der Konstellation: Verbands- gegen Landesliga. Halbe B-Jugend gegen halbe Männermannschaft… Frohnau war gefühlt vielleicht ein, zwei Tore besser – und meine Spieler, denen ich ausdrücklich für ihren Kampfgeist ein Lob aussprechen möchte, haderten mit dem Schiedsrichter-Gespann. Eines vorweg: Von unserer Coaching-Seite habe ich viele der aus Sicht des Referees entscheidenden Szenen nicht klar sehen können. Das Licht dafür einfach zu schummrig. Recht deutlich war aber wohl für alle, dass dem Treffer zum 2:0, ein Strafstoß, eine Fehleinschätzung voraus ging. Da ist der Spieler maximal ausgerutscht. Es folgte vor der Pause noch ein Tor, bei dem sich viele der Zuschauer, die direkt auf Ball-Höhe waren, echauffierten – den Ball soll der Spieler mit der Hand mitgenommen haben vor dem Torabschluss. Der  Assistent winkte, der Schiedsrichter (hatte schon auf Tor entschieden) ging erst zu ihm, dann zum Spieler und befragte ihn (was ich gut finde) – der sagte aber, es sei kein Handspiel gewesen. der sagte aber, es sei kein Handspiel gewesen. Lasse ich wertungsfrei so stehen, weil ich es nicht gesehen habe. Gleiches gilt für eine Szene, als die komplette Frohnauer Bank vehement Rot für einen unserer Spieler forderte – für einen bestimmten. Rot gab es dann auch in der Folge der Diskussionen – aber für einen ganz anderen Spieler… Wie gesagt: Es ist recht duster auf dem Poloplatz – und so bleibt auch dieser Fall weitgehend im Dunkeln. Unsere Videoaufnahmen (Carsten hat mitgefilmt) bringe ich mal so auf den Punkt: Ein Treffer von Frohnau klar abseits, Handspiel vor dem Tor auch klar zu sehen und der Elfmeter ein Witz, weil unsere Spieler weit weg von dem rausrutschenden Frohnauer – also drei Treffer irregulär. Die Bilder von Spreekick-TV bestätigen diesen Eindruck. Berechtigt allerdings die Rote Karte. Aber alles in allem gilt: Ich hatte mir von der Spielleitung durch ein Gespann mehr Klarheit, mehr Kommunikation, mehr Ball-Höhe erhofft. Aber vielleicht ist es halt wie in der Champions League: Wenn die Anzahl der Schiedsrichter (man denke nur an die Torlinienrichter) immer größer wird, bedeutet das eben noch lange nicht die erhoffte Klarheit. Es durfte also – und das ist ja das Schöne am Fußball – fleißig diskutiert werden nach dieser Partie. Allerdings habe ich dieses Duell recht schnell abgehakt. Auch, weil unsere Truppe das richtig gut gemacht hat. Wir ließen kaum Chancen zu, selbst als wir nur noch zu zehnt waren, verteidigten die Jungs mit sehr viel Geschick und Leidenschaft, Frohnau fiel wenig ein. Im Strafraum des Gegners ging bei uns im gesamten Spiel allerdings auch wenig – auch ein Grund, warum der Frohnauer Sieg in einem Spiel mit sehr vielen Mittelfeld-Zweikämpfen in Ordnung geht. Der Pokal, das ist klar, hat für unsere junge Mannschaft (die wieder mit sieben 2001ern antrat) keine Priorität. Vielleicht sollten wir sogar froh sein, dass uns womöglich eine Reise mittwochs ans andere Ende der Stadt erspart bleibt. Ein SC Borsigwalde wird nicht Pokalsieger in einer Altersklasse, in der andere schon viel Geld investieren. Und selbst jene, die in der A-Jugend-Verbandsliga schon üppig Siegprämien zahlen, werden noch ihre Meister in diesem Wettbewerb finden. Ab jetzt: volle Konzentration auf die Punkterunde. Borsigwalde heute mit:Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Nico, Julian, Eren, Lucas, Daniel,  Stefan, Volkan, Nikola, Christian, Lamin.

Hier gehts zum Zusammenschnitt von Spreekick-TV

Hier gehts zum Trainer-Interview

Tag der Arbeit – 7:1 beim Friedenauer TSC

8.Oktober. Sieben zu eins. Das hört sich deutlich an. Deutlich deutlicher als es war. Um ehrlich zu sein, gingen wir heute nicht mit jenen Gefühlen nach Hause, die so ein 7:1 auslösen kann. Der Friedenauer TSC tat mir, ehrlich gesagt, sogar ein bisschen leid. Ich bin auch sicher, die stetig ackernden Jungs (die bis zu unserem Strafraum teilweise wirklich prima kombinierten) werden noch Punkte machen in dieser ausgeglichenen Staffel, in der wir aktuell als Spitzenmannschaft aufgewiesen werden – allein haben wir heute nicht so gespielt. Wir gerieten mit 0:1 in Rückstand – das war Ausdruck unserer großen Orientierungsprobleme, die wir vor allem im Abwehrbereich heute hatten. Unser Glück, dass wir sofort das 1:1 erzielten, fast im Gegenzug. So gewannen wir erst einmal an Sicherheit. Wobei wir 20 Minuten lange nicht das spielten, was uns stark macht – sondern uns der körperlichen Spielweise des robusten Gegners anglichen. Viel zu oft hoch und weit auf einem schwierig zu bespielenden Terrain. Der uralte Kunstrasen in Teppichform, nass, glitschig – der ein oder andere bei uns hatte schlichtweg das falsche Schuhwerk und musste sich nicht wundern, dass er heute etwas kürzer zum Zuge kam. Irgendwann begriffen wir, dass auf so einem Geläuf schnelles Kurzpassspiel die beste Variante ist – und damit hatte dann selbst die diesen Rasen gewohnte Heim-Elf ihre Probleme. Wir wackelten zwar nach dem 2:1 noch mehrfach, aber wir hatten das Glück des Tüchtigen und wir machten ein wunderschönes Tor zum 3:1. Und kurz vor der Pause das 4:1 – nun machten wir es bis zum Ende nicht souverän, aber durchaus ordentlich. Die Jungs haben prima gearbeitet, auch wenn einige nicht ihren besten Tag hatten. Es war, zugegeben, für die Zuschauer auf dem engen Platz kein schönes Spiel – aber wir nahmen verdient die Punkte mit. Wohl wissend, dass nun noch vor den Herbstferien zwei richtige Brocken (gerne dürfen wir auch von Herausforderungen sprechen) auf uns warten: Hilalspor, die letztjährige Verbandsliga-Truppe von Trabzonspor, die dorthin gewechselt ist – und am Mittwoch bereits im Pokal das Verbandsliga-Topteam Frohnauer SC. Danke an Carsten für die Spielfotos. Borsigwalde heute: Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Nico, Julian, Eren, Lucas, Daniel,  Stefan, Gianluca, Christian, Nikola.

Das dreckige Dutzend – dann gibt Lübars auf

3. Oktober. Was soll man sagen? Pflichtaufgabe erfüllt. So lange uns der Gegner ließ. Zwanzig Minuten vor dem Ende signalisierten die Spieler des 1.FC Lübars dem Schiedsrichter, dass sie aufhören wollen. Der Referee pfiff dann achselzuckend ab. Von vier Verletzten war die Rede, was seltsam war – draußen saßen noch zwei Ersatzspieler und auf dem Feld waren elf Mann. Aber gut, so richtig wehrten die sich ohnehin nicht mehr am Tag der Deutschen Einheit. Es stand bereit 12:1 für uns – und wir hatten schon Mühe, das Ergebnis in Grenzen zu halten. Soll nicht arrogant klingen, aber ich glaube nicht, dass diese A-Jugend der Lübarser in dieser Zusammensetzung landesligatauglich ist. Mal sehen, ob sie die Saison durchstehen. Nur eine Viertelstunde hielten sie gut mit, nach unserer schnellen 2:0-Führung wurden wir zu früh nachlässig, erlaubten das 1:2 – und stellten uns zeitweise recht umständlich an. Spielten so gar nicht das, was angesagt war. In der Folge, nach einem Eigentor der Marke Slapstick,  legten wir das ab – und zogen schon zur Pause auf 6:1 davon. In Halbzeit zwei kam Lübars im Grunde kaum noch über die Mittellinie. In der Truppe sind einige gute Individualisten – aber da passt noch recht wenig zusammen. Ich wünsche den Nachbarn, meinem ersten Verein als Trainer, dass sie sich konsolidieren können. In allen Bereichen – es sieht ja insgesamt nicht so gut um den Verein aus, sportlich drückt speziell im Großfeldbereich der Schuh übel. Auf uns warten nun härtere Brocken. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute: Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Nico, Fayes, Julian, Eren, Lucas, Daniel,  Stefan, Gianluca.

1:1 gegen Dynamo. Da war sogar mehr drin.

30. September. Ist das Glas halb voll oder halb leer, nach diesem 1:1? Lassen wir den Trainerkollegen Piotr vom BFC Dynamo zu Wort kommen. Er sprach am Ende von einem glücklichen Punktgewinn für seine Mannschaft, und davon, dass er sehr enttäuscht sei von den Seinen, die Borsigwalde wohl unterschätzt hätten. Das liegt durchaus nahe. Beim BFC, einem der Top-Favoriten unserer Staffel, bestand die Hälfte des Kaders aus 99er-Jahrgängen, manch einer würde auch gerne in der Regionalliga-Mannschaft des Vereins mitwirken – beim SC Borsigwalde bestand die Hälfte des Kaders aus 2001er-Jahrgängen. Doch Größe schlägt nicht immer Herz, das wissen wir an der Tietzstraße seit Jahren. Immer wieder wagen wir den Kampf gegen Größere – und oft genug haben wir ihn gewonnen. Heute leider nicht, obwohl das verdient gewesen wäre. In Halbzeit eins empfand ich die Partie als weitgehend ausgeglichen, das 1:1 ging in Ordnung – auch wenn wir da schon gegen Ende die besseren Gelegenheiten hatten. In Halbzeit zwei war es über weite Phasen ein Spiel auf ein Tor – auf das des Favoriten. Uns fehlt halt einfach schlichtweg im einen oder anderen Moment die nötige Cleverness. Heute kam noch hinzu, dass auch der Unparteiische im Zweifelsfall eher gegen uns entschied, seltsamerweise auch und vor allem bei den Freistoß-Pfiffen. Schade, dass mit dem Mann nicht zu reden war – weder auf dem Feld, durch unsere Spieler, noch danach. Wie er darauf beharrte, dass es nach etwa einer Stunde, als unser Angreifer im Strafraum ab geräumt wurde, nie im Leben Strafstoß gewesen wäre – das passte ins Bild. Nur so viel: Die Videoaufnahmen zeigen eindeutig, dass es Elfmeter für uns hätte geben müssen. Kein Vorwurf, dass der Referee es im Spiel nicht so gesehen hat – aber diese Herangehensweise, wonach alle anderen definitiv alles falsch sehen und er alles richtig – sowas finde ich nicht gut. Aber, um nicht zu viel über den Unparteiischen zu schreiben: Dass wir die anderen fünf, sechs Hundertprozentigen nicht rein gemacht haben – das geht allein auf unsere Kappe. Unschön, aber auch irgendwie sinnbildlich für die Spielleitung, die doch arg von oben herab wirkte, war jene Rote Karte in der Nachspielzeit, als unser Spieler einfach einen Schritt zu spät kommt. Nichts Böses in einer umkämpften, aber weitgehend fairen Partie – und dann, zack, die Rote Karte. Die zweite schon gegen uns, im vierten Spiel. Es wirkt auf Außenstehende, als seien wir eine unfaire Truppe – und das ist einfach nicht korrekt. Wir sind eine Mannschaft mit viel Herz und Leidenschaft. Die Jungs haben das bittere 3:4 unter der Woche prima weggesteckt. Wenn wir so weiter machen, sind wir auf einem ordentlichen Weg. Danke an Carsten für die Spielfotos. Borsigwalde heute: Justin, (Martin) – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Nico, Christian, Julian, Eren, Lucas, Daniel,  Stefan, Gianluca.

3:4 gegen Rudow – Lehrgeld bezahlt

27. September. Bitter. Das war das Wort des Abends. Und so manche Phrase wurde bemüht. Der Fußball ist nicht gerecht. Fußball ist ein Ergebnissport. Es gewinnt eben nicht immer die bessere Mannschaft.  Das alles trifft den Nagel auf den Kopf, wenn man dieses 3:4 gegen den TSV Rudow betrachtet. Nichts gegen den Gast, der aus meiner Sicht alles in die Waagschale warf, allseits fair und leidenschaftlich. Aber der wirklich gute Fußball wurde an diesem Mittwochabend an der Tietzstraße nicht mit Punkten belohnt. Gehen wir in die kurze Analyse: Wir hatten die Partie komplett im Griff, hätten statt 1:0 schon früh höher führen müssen. Dann passieren drei Fehler, die auf diesem Niveau nicht passieren dürfen – und wir verlieren den Faden. Auf das ganze Spiel bezogen kann man sagen: jeder unserer Fehler wurde heute gnadenlos bestraft. Abgesehen von den vier Toren hatte Rudow vor unserem Gehäuse kaum etwas zu bieten. Was für unsere Truppe spricht: Sie riss in Halbzeit zwei die Partie wieder an sich, mit faszinierendem Offensiv-Fußball und Pressing, der Gast kam kaum noch zum Atmen – und nach dem 3:3 muss das vierte Tor für uns fallen. Wir waren so gut… Stattdessen: Eine halbseidene Szene vor unserem Tor – 3:4. Enttäuschung. Niedergeschlagenheit. Viel investiert, kein Ertrag. Es war zu erwarten, dass unserer jungen Mannschaft sowas passieren kann. Daraus müssen wir lernen. Wir dürfen aber nicht weiter so Schindluder treiben mit unseren Chancen. Und auch jene, die das bisher so nicht kannten, müssen verstehen: Dieses Trainergespann will totale Hingabe, von jedem. Und ja, wir halten es wie Otto Rehhagel einst: Das Alter des Spielers ist völlig egal, nebenbei auch die Größe – es spielen die besten. Punktum. Und genau so gehen wir weiter auf Punktejagd in einer Liga, die verrückt wirkt. Ein Blick auf die Ergebnisse zeigt: Scheinbar kann fast jeder jeden schlagen. Da kommen selbst ernannte Aufstiegsanwärter böse unter die Räder – und eben auch ein Außenseiter wie Borsigwalde erlebt im Kampf um den Klassenerhalt mal einen Rückschlag. So gesehen: nichts Schlimmes passiert. Wir müssen nur draus lernen, dass wir heute Lehrgeld bezahlt haben. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute: Justin, Martin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Nico, Julian, Eren, Lucas, Daniel, Volkan, Stefan, Gianluca, (Fayes).

4:1 in Wartenberg – Spiel gedreht und dominiert

21. September. Hut ab vor den Jungs! Erneut ein kompliziertes Spiel gegen einen körperlich überlegenen Gegner – erneut spielerisch und läuferisch besser. Und so holen wir die nächsten drei Punkte. Ich will ehrlich sein: Dieser Saisonstart überrascht mich, fühlt sich aber gut an. Zum Duell beim Wartenberger SV, der am ersten Spieltag mit dem 5:0 bei Lichtenberg 47 eine Duftmarke gesetzt hatte: Wir gerieten an diesem lauschigen Donnerstagabend unglücklich nach ausgeglichener erster Viertelstunde in Rückstand. Unglücklich deshalb, weil die Ecke, die zum Gegentor führte, keine Ecke war. Die Mannschaft wirkte durch den Rückstand durchaus beeindruckt und musste erst von außen ermahnt werden, das eigene Spiel durchzuziehen und sich nicht die Gangart des Gegners aufdrücken zu lassen. In einem hart umkämpften Spiel kamen wir nach einer halben Stunde durch einen sehenswerten Weitschuss zum Ausgleich, per Strafstoß dann sogar gleich darauf zur Führung. Die verdienten wir uns in der Folge immer mehr. Wartenberg hatte aus meiner Sicht früh den Eindruck erweckt, das 1:0 verwalten zu wollen – nun kamen die Jungs nicht mehr so richtig in den Rhythmus. Den wir aber zum Glück die ganze Zeit hatten. Ärgerlich nur, dass wir uns Mitte der zweiten Halbzeit selbst dezimierten. Der Schiedsrichter war in einer für ihn aufgrund der vielen Zweikämpfe schwer zu leitenden Partie nach einem wiederholten unfairen Einsteigen eines WSV-Spielers schon auf dem Weg zu ihm, um ihm Rot zu zeigen – da ließ sich unser Gefoulter zu einer Revanche hinreißen. Nichts Schlimmes, ein typischer Testosteron-Ausstoß – aber nun war Rot für beide durchaus vertretbar. Zehn gegen zehn, wir fürchteten nun, den Faden zu verlieren angesichts der notwendigen Umstellungen. Aber letztlich muss man sagen: Wartenberg schadete der ganze Vorgang mehr, bei den Grün-Weißen war nun kaum noch Struktur im Spiel. Durch einen individuellen Fehler kamen wir zum 3:1 und auch noch per Konter zum 4:1. Der Sieg am Ende vielleicht um ein, zwei Tore zu hoch – aber verdient. Für den WSV war es nach Aussage des Trainerkollegen, für den ich mich für den allseits fairen Umgang an der Seitenlinie (trotz hektischer Momente auf dem Platz) bedanken möchte,  erst die zweite Niederlage im Jahr 2017. Für uns der zweite Sieg als A-Jugend. Ich möchte noch einmal betonen, dass beide Siege nicht vom Himmel gefallen sind, sondern hart erarbeitet wurden. Nicht nur in diesen Partien. In der Vorbereitung haben – und das ist für A-Jugendspieler schon bemerkenswert – die Jungs nahezu geschlossen die von uns Trainer verordneten neun bis zehn Stunden Fußball pro Woche „abgearbeitet“ – nun werden sie mit einem guten Start belohnt. Jetzt sind wir am Wochenende erst einmal spielfrei, weil unsere Partie in Lübars auf den 3. Oktober verschoben wurde. Der ein oder andere Spieler wird bei der B1 aushelfen, für uns geht es bereits nächsten Mittwoch gegen Rudow weiter. Borsigwalde heute: Justin, (Martin) – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Nikola, Christian, Julian, Eren, Lucas, Daniel, Volkan, Stefan, Gianluca.

4:2 gegen Spandauer Kickers – starker Auftritt im ersten Punktspiel

16. September. Es war vermutlich die jüngste A-Jugend, die jemals für den SC Borsigwalde 1910 in einem Pflichtspiel angetreten ist – und gleich in der ersten Partie einen Sieg landete. 4:2 gegen die Spandauer Kickers. Hart erkämpft – und hochverdient. Großer Jubel bei den zahlreichen Zuschauern und auch bei uns nach einem Spiel, das nervenaufreibender kaum noch geht. Respekt für die Truppe! Der Spielfilm: Die Kickers traten sehr selbstbewusst auf, die ersten Minuten ließen sie den Ball gut laufen – aber das änderte sich schnell. Unsere Jungs legten alsbald den Respekt ab vor den Gästen, die mit neun 99er-Jahrgängen und zwei 2000ern begannen, entsprechend körperlich überlegen waren. Wir übrigens mit acht 2001ern im Aufgebot heute, wovon sieben zum Einsatz kamen. Der Gegner irgendwann fast nur noch mit hohen Bällen bei der Spieleröffnung, wir mit gepflegtem Pass- und sehr schnellem Umschaltspiel. Verdient damit unsere 2:0-Führung. Nach dem Anschlusstor ließen wir recht bald das 3:1 folgen – wirklich allesamt sehr schöne Treffer. Im Grunde machten wir nur einen Fehler, wenn man das so nennen darf: Wir hätten mit einer höheren Führung in die Kabine gehen müssen. Allein kurz vor der Pause ließen wir zwei hundertprozentige Möglichkeiten liegen. Der Aufwand, den unsere Jungs betrieben hatten, war ihnen schon während der 15 Minuten Erholungsphase anzusehen – einige waren wirkten ganzschön kaputt aufgrund unseres laufintensiven Systems. Und leider kamen die Spandauer auch recht schnell zum Anschlusstreffer. Wir verloren den Faden, und um ein Haar wäre die Partie gekippt – wären da nicht immer wieder unsere Konter gewesen, von denen wir einen nutzten. Damit war der Drops gelutscht, die Gäste dezimierten sich danach auch noch selbst in einer insgesamt sehr fairen Partie, die von einem guten Referee geleitete wurde. Apropos Schiedsrichter: Unfassbar, aber wahr: Als 20 Minuten vor Spielbeginn der angesetzte Schiedsrichter noch nicht da war, riefen wir ihn mal an – und er erzählte uns, dass er längst kein Schiedsrichter mehr sei. Wie kann sowas passieren? Fakt ist: Der Schiedsrichter vom BFC Preussen, der danach die B-Jugendpartie leiten sollte, erklärte sich bereit, auch bereits unser Spiel zu pfeifen. Danke dafür, einfach war dieses schnelle, umkämpfte Spiel nicht zu leiten – und der Schiri hatte danach auch fast drei Fußball in den Beinen. Respekt. Am Ende freuen wir uns über die ersten drei Zähler im Kampf um den Klassenerhalt. Der Anfang ist gemacht, am Donnerstag wartet bereits der nächste schwere Gang – es geht nach Wartenberg. Danke an Carsten für die Fotos von einem tollen Spiel. Borsigwalde heute: Martin – Alexander, Simon, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Nikola, Nico, Christian, Julian, Eren, Lucas, Daniel, Fayes, Stefan, (Gianluca).

11:0 im Pokal: SFC Friedrichshain keine Hürde

10. September. Die erste Pokalhürde haben wir problemlos genommen. So eine richtige Hürde war es auch nicht. Um es kurz zu machen: Der Gegner hat nicht aufgegeben und blieb immer fair – damit ist fast alles gesagt über dieses 11:0. Es war eine einseitige Partie, die im Grunde fast nur    in der Hälfte des SFC Friedrichshain stattfand, der lediglich zu einem Eckball kam und eigentlich zu keiner Torchance. Da haben wir in der Vorbereitung durch die Bank andere Gegner gehabt, mit drei Verbands- und einigen Landesligisten sowieso – und im Nachhinein ist das auch gut so. Auch gut, dass wir am Freitag nochmal eine Konditionseinheit eingeschoben haben, zu der 17 (!) Spieler erschienen sind – obwohl klar war, dass zum vierten Mal der Berg ruft. Ich bin sehr optimistisch, dass da was zusammen wächst. Die Jungs verstehen sich prima, alle ziehen mit. Das Betriebsklima ist so gut derzeit, dass mit Justin sogar ein Spieler von Stern 1900 zu uns wechselt – obwohl er erst im Dezember spielberechtigt sein wird. Kurzum: Wir freuen uns auf den Ligastart. Danke an Carsten für die Fotos. Borsigwalde heute mit: Martin – Alexander, Simon, Volkan, Tobias, Ablaye, Pascal, Lamin, Gianluca, Nikola, Nico, Christian, Julian, Eren, Lucas, Daniel, (Fayes).


9 Responsesso far.

  1. Raffaela sagt:

    Hallo Sportfreunde aus Borsigwalde,
    bin durch Zufall auf Eurer Seite gelandet. Der erste Eindruck ist sehr vielversprechend. Wenn Ihr so aktuell bleibt, komme ich öfter mal vorbei und lese bei Euch mit.
    Viele Grüße und eine erfolgreiche Saison!

    • Angeela sagt:

      Ihr seid eine wirklich sympathische Mannschaft. Ich wünsche Euch alles Gute für die neue Saison. Wobei die alte erfolgreiche Saison ja nur noch durch den Aufstieg getoppt werden kann…

  2. Osiakowski sagt:

    Super Berichte

  3. Marcel sagt:

    Von mir auch ein Lob an die Mannschaft wir sind auf einem guten Weg. Ein großer Dank geht aber auch an die vielen Eltern die uns bei den Spielen unterstützen sowie sich als Fahrer zur Verfügung stellen.

    • Jaspreet sagt:

      Schön, daß die Truppe zusammen geblieben ist. Viel Erfolg und Gesundheit in der neuen Saison, bleibt so fair und cool. Den einzigen Ausreißer (Co-Trainer) in dieser Hinsicht könnt Ihr ja an die Bank binden oder ihm vor jedem Spiel zwei Liter Beruhigungstee einflößen :). Cheers aus Lichtenberg

  4. Klaus sagt:

    1.C gewonnen,1.B gewonnen,Schalke gewonnen und zudem auch noch die Gelben aus Lüdenscheid verloren…
    Glückwunsch von mir und weiter so.

    • Matthias sagt:

      Danke Klausi, war schön, Dich mal wieder in unserer Mitte begrüßt zu haben. Ich wundere mich auch: Das Spiel Schalke vs. Hertha ist schon eine Stunde aus – und die ganzen Schwätzer und Experten, die mir heute auf dem Platz haushohe Siege der Blauen bei den Köningsblauen (man achte auf den Unterschied bei der Farbgebung) prognostiziert haben, sind stumm wie Fische im Goldfischglas. Blubblub, Treffer, Hertha-Dampfer wieder mal versenkt. Business as usual.

  5. Klaus sagt:

    Ja mir hat es auch gefallen und man traf auf viele alte bekannte Gesichter.
    als Laie sagte ich dir den Schalke-Sieg vorraus und beim Tippspiel kreuzte ich ein 2:0 an 🙂
    Wer also ein Experte sein möchte,soll sich einfach bei uns melden…hahaha

    • Matthias sagt:

      Ja, heute war ja wieder halb NNW da: Heidi, Ayse, Onur, Umut, Kais, Raga – immer fleißige Beobachter unserer Spiele… Apropos Beobachter: Deine Mailadresse ist auch wieder Kult – ein bisschen sperrig zwar, aber kultig…